Partner von:

Männer = Karriere, Frauen = Familie?

Jahrestreffen der Initiative Chefsache [© Nadine Zilliges für Initiative Chefsache]

© Nadine Zilliges für Initiative Chefsache

72 Prozent der Befragten einer aktuellen Studie assoziieren Männer mit Karriere – und Frauen mit Familie. Genau das möchte die Initiative "Chefsache" ändern, ein Netzwerk von Führungskräften aus Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlichem Sektor und Medien. Im Juni 2016 feierte die Initiative, die unter anderem die Allianz, Bosch, McKinsey und DIE ZEIT zu ihren Mitgliedern zählt, ihren ersten Geburtstag.

Ziel der Initiative ist es, sich für Chancengleichheit von Frauen und Männern im Berufsleben einzusetzen. Und zwar in beide Richtungen – damit zum Beispiel auch Männer nicht mehr auf Ablehnung stoßen, wenn sie eine längere Elternzeit durchsetzen möchten.

Hast du unbewusste Vorurteile?

Diese Chancengleichheit herzustellen ist keine leichte Aufgabe, weil es in unseren Köpfen den "unconscious bias" gibt, also unbewusste Denkmuster, die das Handeln beeinflussen. So etwas kommt bei dir bestimmt nicht vor? Überprüfen kannst du das im Chefsache-Test, der auf der Website der Initiative verfügbar ist.

Oft ahnt man gar nicht, welche Vorurteile sich auch im eigenen Gehirn verstecken: Ein älterer Herr – na, der kennt sich bestimmt nicht mit dem Internet aus! Eine junge Punkerin – der würde ich auf keinen Fall meine Wohnung vermieten! Solche Zusammenhänge macht auch das Chefsache-Training bewusst, das du ebenfalls auf der Website findest. Dieses wenden die Unternehmen der Initiative auch selbst in ihren Mitarbeiter-Trainings an, um für einen Wandel für mehr Chancengleichheit zu sorgen.

Außerdem startete die Initiative vor kurzem unter dem Hashtag #mybiasmoment eine Twitter-Kampagne: Die obersten Führungskräfte der Mitglieder sprechen hier in Selfie-Videos von ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit unconscious bias. Und auch du kannst mit Fotos, Bildern oder Videos unter #mybiasmoment deine Eindrücke schildern.

Workshop im Bundeskanzleramt

Unterstützung bekommt die Initiative "Chefsache" von höchster Stelle: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Schirmherrin. Im Oktober 2016 ist ein Workshop im Bundeskanzleramt zum Thema "unconscious bias" geplant. Außerdem findet im November die Preisverleihung des "Chefsache Awards" statt, bei dem Konzepte und Ansätze ausgezeichnet werden, die sich für Chancengleichheit in der Arbeitswelt einsetzen. Bewerben können sich Unternehmen, Start-Ups und Projektgruppen aus Wirtschaft, Politik, Bildung, Wissenschaft oder Medien noch bis zum 15 September unter award@initiative-chefsache.de.

Drei neue Mitglieder

Pünktlich zum einjährigen Jubiläum haben sich der Initiative drei neue Unternehmen angeschlossen: EnBW, Lufthansa und TÜV Rheinland. Christoph Kübel, Geschäftsführer von Bosch, freut sich über den bisherigen Erfolg der Initiative: "Wir sehen überall Führungspersönlichkeiten, die sich des Themas annehmen." Ziel sei es, die gesamte Gesellschaft zum Umdenken anzuregen, den öffentlichen Dialog mitzugestalten und mit konkreten Inhalten den Wandel hin zu mehr Geschlechterausgewogenheit in Führungspositionen zu fördern.

nach oben

Müssen Arbeitsverträge schriftlich abgeschlossen werden? Was passiert mit ungenutzten Urlaubstagen? Wir klären acht Mythen des Arbeitsrechts.

Verwandte Artikel

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren