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Dunkle Gläser, dunkle Absichten

Dresscode Sonnenbrille (© olly - Fotolia.com)

© olly - Fotolia.com

Ein aktuelles Experiment von Psychologen aus Toronto und North Carolina hat gezeigt, dass Menschen sich egoistischer verhalten, wenn Sonnenbrillen ihre Augen verdecken. Die erzeugte Dunkelheit vermittle ein Gefühl von Anonymität und schränke das moralische Bewusstsein ein, so die Vermutung der Wissenschaftler.

Die Sonnenbrille dient schon längst nicht mehr nur dem Schutz vor hellem Licht und UV-Strahlung. Selbst wenn man sich mit einer Sonnenbrille nicht in die Anonymität flüchten möchte: Für viele Menschen ist die Brille mittlerweile zum Stil- und Statussymbol geworden. Und das nicht nur im Sommer. Immer häufiger beobachtet man, dass Sonnenbrillen selbst in geschlossenen Räumen auf der Nase sitzen bleiben oder lässig ins Haar gesteckt werden.

Die Sonnenbrille hemmt das Gespräch

"Sonnenbrillen werden abgesetzt, wenn man ein Gebäude betritt", sagt dagegen Carolin Lüdemann, Mitglied im deutschen Knigge-Rat. Die Expertin für souveränes Auftreten weiß, dass dunkle Gläser gesprächshemmend wirken: "Wer den Gegenüber seine Augen nicht sehen lässt, erzeugt den Eindruck, als hätte er etwas zu verbergen." Vergleichbar ist das mit dem Verhalten eines Pokerspielers, der seinen Mitspielern nicht zu viel von sich preisgeben möchte und verräterische Augenblicke somit hinter einer Sonnenbrille versteckt.

Runter mit der Sonnenbrille bei der Begrüßung

Auch außerhalb von geschlossenen Räumen wird die Sonnenbrille zumindest dann abgenommen, wenn man Menschen begegnet und sich begrüßt. Sollte einen im weiteren Gespräch die Sonne allzu sehr irritieren, so empfiehlt Carolin Lüdemann, den Gesprächspartner um Verständnis zu bitten. "Die Sonne blendet ein wenig. Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich meine Sonnenbrille aufsetze?" lautet eine mögliche Fragestellung.

Sonnenbrille im Haar? Nur im privaten Rahmen

Wer seine Sonnenbrille vorübergehend im Haar aufbewahren möchte, sollte sich nur im privaten Rahmen damit schmücken. Wer dagegen im geschäftlichen Meeting die getönten Gläser im Haar trägt, vermittelt allzu offensichtlich Freizeitgedanken.

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