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Was ist deine Kragenweite?

Dresscode Männer (© bizoo_n - Fotolia.com)

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Muss ein Business-Hemd lange Ärmel haben? Welche Krawatte trägt man zum Button-Down-Kragen? Und darf's auch mal rosa sein? Hier erfährst du, welche Business-Mode für Männer angesagt ist und wovon du die Finger lassen solltest.

Als Berufseinsteiger solltest du dir eine Grundausstattung zulegen, deren Einzelteile gut kombinierbar sind. Drei bis vier Anzüge in den Farben Schwarz, Anthrazit, Dunkelblau oder Grau reichen für den Anfang. Zirka fünf Hemden solltest du ebenfalls im Schrank haben. Dabei ist wichtig, dass das Hemd gut passt und die Kragenweite ricjtig gewählt ist, um den obersten Knopf gut schließen zu können, wenn du eine Krawatte trägst. Abhängig davon, wie häufig du eine Krawatte zu deinem Business-Outfit trägst, solltest du zwischen drei und fünf Krawatten besitzen. Du kannst weiße Hemden mit unterschiedlichen Krawatten kombinieren. Oder du entscheidest dich für Hemden in Pastellfarben oder gedeckten Tönen und mehrere schlichte, dunkle Krawatten.

Sakkos: Knopf auf, Knopf zu?

Man unterscheidet grundsätzlich einreihige und zweireihige Sakkos. Beim konservativen, amerikanischen Schnitt mit zwei Knöpfen wird der obere geschlossen, beim englischen Schnitt mit drei Knöpfen wahlweise der mittlere oder die beiden oberen. Ein Zweireiher hat zumeist sechs Knöpfe und bleibt immer geschlossen – selbst im Sitzen. Der Einreiher darf im Sitzen geöffnet werden, wird aber im Stehen stets geschlossen getragen. Der Zweireiher ist heutzutage der häufigste Anzug: Zwei Knöpfe, zwei Seitenschlitze. Macht eine schöne Form und bringt gleichzeitig die Krawatte zur Geltung.

Was kostet ein Maßanzug?

Ein Maßkonfektionsanzug aus sehr guten Stoffen (Scabal, Zegna, etc.) liegt bei zirka 700 bis 1.000 Euro. Wählt man jedoch Stoffe eines nicht so bekannten Labels, erhält man einen gut sitzenden Anzug bereits ab 300 bis 400 Euro. Die Firmen Dolzer und Kuhn sind hier besonders zu erwähnen. Hält man sich ein bis zwei Wochen in fernöstlichen Gefilden auf, bekommt man schon für 100 bis 150 Euro einen echten Maßanzug. Nach oben sind, wie immer, keine Grenzen gesetzt. Geht man davon aus, dass ein Brioni-Anzug mit zirka 5.000 Euro zu Buche schlägt, ist man recht weit oben am Limit angekommen. Ein Sakko aus Vikunja - noch feiner, leichter und teurer als Kaschmir - schlägt mit etwa 7.000 Euro zu Buche.

Krägen, Krawatten und Kombinationen

Wer Hemden kauft, sollte darauf achten, die richtige Kragenweite zu wählen. Ein versierter Verkäufer wird hierzu den Halsumfang messen und kann auch zur Passform des Hemds beraten. Der breite Haifisch-Kragen hat sich hierzulande durchgesetzt. Er wird gerne mit einem breiten Krawattenknoten (doppelter oder einfacher Windsor-Knoten) getragen. Hemden mit Button-Down-Kragen (die Kragenspitzen werden mit einem Knopfloch versehen und etwa auf der Höhe des Schlüsselbeins angeknöpft) werden eher in der Freizeit und selten mit Krawatte getragen.

Auch wenn man in Amerika bevorzugt Button-Down-Hemden mit Krawatten sieht, wird dies in Europa als Fauxpas angesehen. Wer den Krawattenknoten gerne akzentuieren möchte, ist mit einem Tab-Kragen gut beraten. Diese Hemden werden ausschließlich mit Krawatte getragen (Tipp: Four-in-hand-Knoten). Die eigens angebrachten Laschen an den Kragenschenkeln werden hinter dem Krawattenknoten zusammengeknöpft und heben diesen elegant hervor.

Rosa Hemden - nicht jedermanns Sache

Farbige Hemden mit weißem Kontrastkragen und Manschetten – bevorzugt in den Hansestädten anzutreffen – haben auch im Süden Deutschlands Einzug gehalten. Die einen mögen sie als dandyhaft bezeichnen, die anderen als einen persönlichen Akzent, mit dem man auffällt. Zu vornehmen Anlässen trägt man nach wie vor ein weißes Hemd. Im Berufsalltag geht man mit weißen oder hellblauen Hemden (uni oder gestreift) kein Risiko ein.

Gute Hemden zum Schnäppchen-Preis

Bei Hemden gibt es – wie überall – verschiedene Qualitäts- und somit auch Preisklassen. Laut einer  Untersuchung von Stiftung Warentest schnitt das bügelleichte Hemd der Marke Gilberto von Peek & Cloppenburg (Preis: zirka 19 EUR) als Testsieger ab. Gilberto verwendet die klassischen Designs renommierter Hersteller wie van Laack (Preis: ab 79 EUR bis 400 Euro). Auch die Marke Christian Berg von Peek & Cloppenburg (Preis ab 35 Euro) ist zu empfehlen. Die Stoffe sind recht gut, und auch die Designs sind klassisch.

Im mittleren Preissegment (50-70 Euro) haben sich die Firmen Seidensticker, Eterna oder Olymp etabliert. Ein Maßkonfektionshemd der Firma Dolzer bekommt man bereits ab 60 Euro. Teure Hemden bestehen in der Regel aus reiner Baumwolle. Hier hat man wenig Auswahl. Diese Hemden sind zumeist schadstofffrei, das heißt, sie enthalten kein Formaldehyd. Der Vorteil von reinen Baumwollhemden ohne Kunstharz liegt darin, dass sie Schweiß besonders gut ableiten. Reine Baumwolle ist allerdings schwer zu bügeln.

Fliege - nur zum Smoking?

Fliegen sind kein "No-Go". Trotzdem sollte sich derjenige, der sie trägt, darüber im Klaren sein, dass er damit auffällt und auch so in Erinnerung bleibt. Für ein Vorstellungsgespräch sind sie eher nicht empfehlenswert. Konservativ betrachtet gehört eine Fliege lediglich zum Smoking.

Der Mantel: Chesterfield oder Carcoat?

Wer zum Business-Outfit den passenden Mantel sucht, ist gut beraten, sich auf eine der Standardfarben Schwarz, Dunkelblau, Grau oder Braun festzulegen. Sehr gut passt der elegante Chesterfield-Mantel zum Anzug, aber auch der Carcoat eignet sich - vor allem für Geschäftsreisen. Der Trenchcoat mit den typischen Schulterklappen und dem Gürtel ist der Klassiker unter den Mänteln und daher universell einsetzbar. Bei strengem Dresscode solltest du dich trotzdem für den Chesterfield oder den Carcoat entscheiden.

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Etikette und Benimmregeln gewinnen wieder an Bedeutung. Wir verraten dir, worauf es beim Business-Knigge ankommt.

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Kommentar (1)

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  1. Anonym

    Peinlich

    "Drei bis vier Anzüge in den Farben Schwarz, Anthrazit, Dunkelblau oder Grau reichen für den Anfang. Zirka fünf Hemden solltest du ebenfalls im Schrank haben, dazu drei bis fünf Krawatten." Von schwarzen Anzügen ist abzuraten, da Schwarz erstens keine klassische Geschäftsfarbe ist und zweitens Schwarz in hellem Tageslicht billig wirkt. 5 Hemden reichen auch sicher nicht aus. "Der Zweiteiler ist heutzutage der häufigste Anzug: Zwei Knöpfe, zwei Seitenschlitze" Zweiteiler bezeichnet einen Anzug bestehend aus Jacket und Hose und steht im Gegensatz zum Dreiteiler bestehend aus Jacket, Weste und Hose. Das ganze hat nichts mit der Zahl der Knöpfe des Jackets zu tun und schon gar nicht mit der Art der Rückenschlitze. Abgesehen davon ist es eine persönliche Präferenz ob man einen Mittelschlitz, zwei Seitenschlitze oder überhaupt keinen Schlitz wählt. "Was kostet ein Maßanzug – was kostet ein Auto? ..." Es besteht ein großer Unterschied zwischen Maßkonfektion, bei der bei einem Standardanzug ein paar Stellgrößen angepasst werden, und einem Maßanzug, der individuell von Grund auf für den Träger entworfen wird. In beiden Fällen sollte es mehrere Anproben geben, um sicherzustellen, dass der Anzug bestmöglichst passt. Im unteren Preissegment der Maßkonfektion wir dies oft nicht angeboten und daher ist es ein Glückspiel, ob der Maßkonfektionsanzug am Ende tatsächlich passt. Warum hier Dolzer und Kuhn beworben werden ist mir nicht klar, da es unter den Billigmaßkonfektionären zahlreiche andere gibt. Noch ein Wort zu den 100 bis 150 Euro "Maßanzügen" aus Fernost. Wer sich etwas mit den Preisen für Wollstoffe auskennt, weiß, dass diese Preise nicht die Materialkosten für einen halbwegs vernünftigen Stoff abdecken können. In der Tat handelt es sich bei diesen Angeboten um Touristennepp. Dies soll nicht heißen, dass es in Fernost keine guten Maßschneider gibt. Hong Kong ist neben London, Mailand und Neapel sicher eines der verbleibenden Bespoke-Zentren mit hervorragenden Schneidern (allerdings auch jeder Menge Halsabschneidern die insbesondere auf der Nathan Road Kunden ködern). Realistische Preise für einen qualitativ hochwertigen Maßanzug z.B. von W.W. Chan oder Gordon Yao in Hong Kong belaufen sich allerdings auf mehr als 1500 Euro (Zweiteiler ohne Zusatzhose, die man eigentlich beim Maßanzug hinzunehmen sollte).

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