Partner von:

Same same, but different

Frühjahrsmode im Büro, Klamotten, Frühling [Quelle: unsplash.com, Autor: Jason Briscoe]

Quelle: unsplash.com, Jason Briscoe

Kürzer, leichter, bunter: Frühjahrsmode ist einfach, wenn es keinen Dresscode gibt. Doch wie passt man seine Garderobe an die wärmere Jahreszeit an, wenn der Dresscode "Business" oder "Business Casual" lautet? Wir haben mit Stilberaterin Ina Rose über eine business-taugliche Frühlingsgarderobe gesprochen.

In Herbst- und Winterstoffen schwitzen will im Frühling niemand; auf dunkle Farben haben ebenfalls nur die Wenigsten Lust. Doch ein Business-(Casual-)Outfit darf selbst zum Saisonwechsel nur innerhalb sehr enger Grenzen variiert werden. Stilberaterin Ina Rose informiert, welche Gestaltungsmöglichkeiten bestehen, wo bei Frühjahrsmode im Büro das größte Fettnäpfchen lauert und welche Basics sie Berufseinsteigern für die wärmeren Tage empfiehlt.

Frau Rose, welches Kleidungsstück würden Sie aus Ihrer Frühlingsgarderobe nicht mehr hergeben?

Den Klassiker – meinen Trenchcoat (lacht). Außerdem mein leichtes Kostüm. Ich mag bei Kostümen und Anzügen im Frühling eine leichte Schurwolle oder Baumwolle am liebsten. Baumwolle knittert aber und kommt generell nur für Business Casual infrage. Berufseinsteiger schrecken vielleicht vor dem Preis von Naturfasern zurück, aber langfristig kann ich diese Ausgabe trotzdem nur ans Herz legen: Synthetikfasern wirken nicht nur weniger hochwertig, sie sind auch weniger atmungsaktiv und damit unangenehmer zu tragen. Trick fürs kleine Portemonnaie: Einfach antizyklisch shoppen gehen und am Saisonende im Sale die Stücke fürs nächste Jahr kaufen.

Von leichteren Materialien einmal abgesehen: Bleibt in konservativen Branchen überhaupt Spielraum für saisonale Variationen, wenn der Dresscode "Business" lautet?

Es stimmt, dass beispielsweise im Finanzsektor oder in Kanzleien der Dresscode oberste Priorität hat – und wenn der "Formal" oder "Business" lautet, dann ist der Spielraum stark eingeschränkt. Kleidungsstücke dürfen hier nicht einfach, wie zum Jahreszeitenwechsel eigentlich üblich, durch andere ersetzt oder ganz weggelassen werden. Auch saisonale Muster und Motive fallen als Gestaltungsmöglichkeiten weg.

Zumindest ein gewisser Spielraum bleibt aber bei den Farben. Für Anzüge, Kleider und Kostüme kommt neben Anthrazit, Dunkelblau oder Schwarz im Frühling auch ein helleres Grau infrage (aber kein Hellgrau).

Hemden und Blusen müssen auch nicht reinweiß sein: Wer im Frühling Lust auf frischen Wind im Kleiderschrank hat, kann blasse Rosé-, Blau- oder Mint-Töne ausprobieren. Die passen nicht nur zur Jahreszeit, sondern schmeicheln im Idealfall sogar noch dem Teint. Aber natürlich ist Weiß nach wie formal korrekt und damit für wichtige Anlässe wie ein Vorstands-Meeting die sicherste Option. Reine Farben ohne Weißanteil spart man sich meiner Meinung nach am besten für den Casual Friday, einen Business-Casual-Dresscode oder die Freizeit auf.

À propos Business Casual: Wie sieht in Ihren Augen ein gelungenes Frühlings-Outfit für diesen Dresscode aus?

Im Gegensatz zum formalen Business-Dresscode darf bei Business Casual gern auch mit Mustern gespielt werden: Dezente Streifen oder ein Unterkaro sind hier für Anzüge und Kostüme eine schöne Möglichkeit. Außerdem können zwei (abgestimmte) Farben kombiniert werden: Krawatte, Halstuch oder Einstecktuch setzen neben Hemd oder Bluse einen zweiten Farbakzent. Generell ist die Farbpalette beim Business-Casual-Outfit vielseitiger. Neben Pastelltönen sind auch gedeckte Farben mit weniger Weißanteil dresscode-konform – also zum Beispiel ein Beerenton oder ein kräftigeres Blau. Bei Hemden oder Blusen in grellem Rot wäre ich vorsichtig. Und je auffälliger die Farbe, desto mehr modisches Geschick braucht es, um ein harmonisches Gesamterscheinungsbild herzustellen.

Frau kann zusätzlich mit einer frühlingshaft-bunten, wenn auch nicht grellbunten Handtasche und/oder entsprechenden Schuhen einen saisonalen Akzent setzen. Accessoires in Altrosa, Taupe oder einem hellen Steingrau komplettieren ein frühlingshaftes Business-Casual-Outfit, ohne zu sehr aufzufallen. Wichtig ist in jedem Fall (und zu jeder Jahreszeit), dass Schuhe und Taschen hochwertig und – gerade im Fall von Leder – gepflegt sind: Das gilt umso mehr, je auffälliger sie daherkommen. Bei Pumps oder Ballerinas in grellem Rot oder Pink mahne ich wie beim roten Hemd zur Vorsicht im Geschäftsumfeld.

Ist im Frühling auch eine Chino-Hose fürs Business-Casual-Outfit erlaubt?

In Branchen mit formalem Business-Dresscode wäre die Chino-Hose allenfalls etwas für den Casual Friday – wobei der ja auch in immer mehr Unternehmen wieder abgeschafft wird, da Mitarbeiter ihn zu locker interpretiert haben. Die Kombi aus Jeans/Denim-Rock, T-Shirt und Sakko schießt nämlich definitiv übers Ziel hinaus. Eine elegante Hose aus Stoff wie die Chino hingegen ist am Casual Friday oder für einen Business-Casual-Dresscode in Ordnung: Außerdem ist sie an wärmeren Tagen viel angenehmer zu tragen als die klassische Anzughose. Chino in einem schönen Beige, einem dezenten Olive, einem Hellgrau oder – wenn man sich traut – Hellblau sehen zudem auch noch sehr nach Frühjahrsmode aus. Getragen wird die Chino übrigens mit einem andersfarbigen, gerne auch dezent gemusterten Sakko.

T-Shirts unter dem Sakko haben Sie für Männer im Business-(Casual)-Dresscode ausgeschlossen. Wie sieht es bei Frauen aus?

Kurzärmelige Shirts fallen streng genommen immer dann raus, wenn ein Sakko oder Blazer im Spiel ist: Konkret bedeutet das, dass ein Shirt für ihn wie für sie im Business-(Casual)-Umfeld eigentlich nicht infrage kommt. Warum das so ist? Ein Gedanke dahinter ist, dass der Arm unter Sakko oder Blazer erstens aus hygienischen Gründen immer bedeckt sein sollte: Ein auf nackter Haut getragenes/r Sakko/Blazer müsste gerade im Sommer sehr viel öfter gereinigt werden, als das aufgrund der Verarbeitung und der Materialien möglich ist. Außerdem wirken die Ärmel von Blazer oder Sakko zu lang, wenn die Manschetten der Bluse oder des Hemdes nicht zu sehen sind. Neben der Hygiene spielen also auch die klassischen Proportionen eine Rolle. Übrigens scheidet aus diesen Gründen bei der Frühjahrsmode im Büro auch das kurzärmelige Hemd aus, und zwar ganz egal, wie heiß es ist.

Seit einigen Jahren werden Herrenhosen enger und kürzer, wenn die Tage länger und wärmer werden: "Pinroll" oder "Flanking" heißt dieser Trend der entblößten Knöchel, der selbst die Anzugmode erfasst hat. Ist ein sichtbarer Knöchel im Frühling business-(casual-)angemessen? 

Nein, leider gar nicht. Nackte Männerbeine haben bei einem Business-(Casual-)Dresscode nichts verloren, mag der Schnitt auch noch so modern sein. Wer auf enge, kürzere Hosen nicht verzichten will, müsste also in jedem Fall einen Kniestrumpf tragen – was dann wohl aber wieder nicht trendkonform wäre. Selbiges gilt für die Kombi aus Bootsschuh und hochgekrempelter Chino: Auch sie ist aufgrund des nackten Beins nicht für einen Casual Friday geeignet.

nach oben

Du willst noch mehr über den Beruf Berater wissen? Unser Ratgeber "Perspektive Unternehmensberatung" informiert ausführlich über die Branche und gibt Tipps für deinen Einstieg ins Consulting.

Verwandte Artikel

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Comments (0)

You don't have access to post comment.

Das könnte dich auch interessieren