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Gut angezogen bei Wind und Wetter

Frau im Winter [Quelle: unsplash.com, Paul Green]

Quelle: unsplash.com, Paul Green

Was sind die Modetrends für den Business-Look im Herbst/Winter 2016 und wie verleihst du deinem Outfit Individualität? Hier findest du Tipps von einer Spezialistin für Imagemarketing. Und: Die Stil-Expertinnen im Expertenforum haben den "Dresscode" für dich dekodiert.

Frau Pötsch, welche Grundausstattung braucht man im Geschäftsalltag? Und wo bekomme ich diese zu einem angemessenen Preis?

Das ist eine spannende Frage, die sich leider so allgemein nicht beantworten lässt. Jede Branche hat unterschiedliche Anforderungen, genau wie jeder Mensch eine andere Figur hat und daher eine andere Marke mit einem anderen Schnitt braucht.

Im klassischen Berater- und Finanzbusiness sollte der Herr zwei hochwertige und gut sitzende Anzüge besitzen, fünf Hemden, zwei Paar gute Lederschuhe und einen Ledergürtel mit der richtigen Länge. Dazu zwei Krawatten. Das ist ausreichend für eine erste Grundausstattung. Die Damen haben hier etwas mehr Spielraum: Mit einem Hosenanzug oder einem Kostüm, einem Kleid oder schönen Hosen mit passendem Blazer, drei Blusen und zwei bis drei edlen Oberteilen, drei Paar Schuhen und ein paar hochwertigen Accessoires sind sie gut gerüstet.

"Zara" bietet für Berufseinsteiger eine gute Grundausstattung. Frauen werden außerdem bei "Comma", "More & More" oder "Hallhuber" fündig. Wer geplant einkauft, kommt für die Grundausstattung mit unter 1.000 Euro aus. Etwas mehr Geld solltest du in den Schuhkauf stecken: Hier lohnt sich eine Investition von 100-300 Euro, damit der Schuh nicht nur hochwertig aussieht, sondern auch möglichst lange hält.

Wer im sogenannten "Modern Business" unterwegs ist – also als Architekt, Ingenieur oder ITler arbeitet –, braucht meist nur einen guten Anzug mit Krawatte und zwei Hemden beziehungsweise ein Kostüm mit zwei Blusen für Tage mit Kundenverkehr. Ansonsten sehen auch schöne Baumwollhosen, dunkelblaue Jeans mit Hemd und Sakko gut aus. Damen sind mit Hosen aus Baumwolle, Rock und Kleid mit Blazer oder edler Strickjacke angemessen gekleidet.

Wer im kreativen Bereich unterwegs ist, hat es am leichtesten: Hier können viele Outfits aus der Freizeit einfach in die Business-Kleidung integriert werden.

Wie kann ich mich von "der grauen Masse" abheben, ohne den Dresscode im Büro zu sprengen?

Auch innerhalb des Business-Dresscodes gibt es Spielräume, die man ausnutzen kann, um den eigenen Stil zum Ausdruck zu bringen. Accessoires und kleine Eyecatcher – das kann auch eine auffällige Brille sein – verleihen dem Business-Dress Persönlichkeit. Etwas auffälligere Schuhe oder ein Schmuckstück bei den Damen sowie ein schönes Einstecktuch bei den Herren oder Metallknöpfe an den Sakkos können Kleidung aufwerten, ohne zu aufdringlich oder deplatziert zu wirken. Natürlich gilt auch bei den Accessoires, wie beim Dresscode an sich: Weniger ist mehr. Beschränk dich auf ein besonderes Schmuckstück oder einen Farbakzent und kombinier nicht wild durcheinander.

Was sind die Modetrends für Damen und Herren im Herbst/Winter und wie lassen diese sich auch in den Büro-Dresscode integrieren?

Wem nach etwas Farbe für den Business-Look ist, der hat diese Saison Glück. Viele der Farbtrends lassen sich auch im Büro gut tragen. Aubergine und Pflaume sind Trendfarben, die sich gut für Kostüm und Kleid machen. Auch Schokobraun steht diesen Winter hoch im Kurs. Vor allem bei braunen Haaren wirken Sakkos, Pullover oder Strickjacken in Brauntönen sehr edel. Auch für die Accessoire-Auswahl sind Erdtöne eine perfekte Wahl: Schuhe, Gürtel und Taschen in diesen Farben ergänzen nicht nur den Business-Look optimal, sondern liegen auch im Trend.

Wer Schwarz-Weiß gut tragen kann, ist in dieser Saison ebenfalls gut aufgehoben. Doch ist diese Musterung schon etwas auffälliger und eher für besondere Gelegenheiten passend. Der starke Kontrast lässt sich etwas abschwächen, indem man Dunkelblau oder Anthrazit statt Schwarz als Kombinationsfarbe zu Weiß wählt.

Blumenmuster und Tüll sind Trends, die jede Saison wiederkommen – im Business aber schwierig sind. Blümchen wirken schnell kindlich und mädchenhaft. Frauen, die sich damit eindecken, wird schnell ihre Kompetenz abgesprochen. Auf Kleider und Blusen mit großflächigem Blümchenmuster sollte also lieber verzichtet werden. Ein Tuch oder Schal mit Muster ist dagegen kein Problem und lockert einen strengen Look etwas auf.

Wie erzeuge ich einen guten ersten Eindruck?

55 Prozent des ersten Eindrucks entstehen durch Kleidung, Frisur, Make-up und den Duft, 38 Prozent durch Stimme, Mimik und Gestik und nur 7 Prozent durch den Inhalt des Gesprächs.

Kleidung ist auch immer Kommunikation: Dein Kleidungsstil sendet Signale an deine Mitmenschen. Im Anzug wirkst du seriöser als in der Jeans, mit gut sitzender Kleidung wirkst du gleich kompetenter als im Schlabber-Outfit.

Doch gehört zur Kommunikation natürlich noch viel mehr als Kleidung, zum Beispiel auch eine sichere Körpersprache und die Kenntnis von Kommunikationsgrundlagen und Umgangsformen im Business. Viele Berufsanfänger versuchen allerdings ihre Unsicherheit und Unerfahrenheit durch sehr forsches Handeln zu überspielen: Das wirkt oft ungewollt arrogant und abschreckend auf das Gegenüber. Ein freundliches Lächeln ist hier um einiges sympathischer als ein übertrieben bestimmtes Auftreten. Ein Knigge-Seminar oder Kommunikations-Workshop können dabei helfen, mehr Sicherheit in die Business-Kommunikation zu bringen. Gegen mangelndes Selbstbewusstsein kommen Kleidung und Umgangsformen alleine nicht an, hier musst du lernen, an deiner Marke "Ich" zu arbeiten: Mach dir genau bewusst, wo deine Stärken und Schwächen liegen, und handle entsprechend.

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