Partner von:

Richtig gekleidet für Gericht und Mandant

Jura Robe Richter (© toga lontana - fotolia.com)

© toga lontana - fotolia.com

Kleider machen bekanntlich Leute. Gerade für Anwälte und Juristen ist Stilsicherheit fast so wichtig wie fachliche Kompetenz. Ob du in braunen Schuhen die Kanzlei betreten darfst und andere Dresscode-Fragen.

Wie dein perfektes Juristen-Outfit aussieht, hängt vor allem davon ab, wo und mit wem du zusammenarbeitest. Mandanten bezahlen in der Regel viel Geld, wenn sie die Hilfe ihres Anwalts in Anspruch nehmen. Kurzum: Wer sich Rat und Tat teuer bezahlen lässt, sollte selbst nicht billig aussehen. 

Je kleiner die Kanzlei, desto zwangloser die Kleidung

Kleinere Kanzleien haben weniger Mandantenbesuche, die meist auch vorher geplant sind. Sobald ein Kundentermin ansteht, ist das Business-Outfit Pflicht. Für den Notfall eines spontanen Mandantenbesuchs sollte ein komplettes Outfit im Büro hängen.

Dem gegenüber stehen die konservativeren Modestandards in der Großkanzlei. Gerade dort sind die Mandanten oft Unternehmensvertreter, die selbst in gutem Zwirn auftreten. Und Vorstandsmitglieder und Politiker müssen sich mit ihren Anwälten schließlich zeigen können.  

Männer-Outfit in der Großkanzlei: Klassisch von Kopf bis Fuß

Wie zieht man sich als Anwalt in einer Großkanzlei an?

  • Das Hemd ist am besten weiß oder hellblau mit Haifisch- oder Kentkragen. Rosa Hemden sind zu vermeiden und an gemusterte Hemden sollten sich nur die ganz stilsicheren Herren wagen. Selbst in der größten Sommerhitze ist ein kurzärmeliges Hemd ein No-Go.
  • Das helle Hemd steht im Kontrast zum dunklen Anzug. Dieser ist vor allem eins: zeitlos und schlicht. Er sollte kein oder nur ein dezentes Muster wie zum Beispiel Nadelstreifen haben. Ob Dreiteiler oder Zweiteiler, ob Doppelschlitz am Jackett oder nur ein Schlitz, ob zwei Knöpfe oder drei: Das sind Geschmacksfragen. In besonders etablierten Kanzleien darfst du kein Beige oder Braun als Anzugsfarbe wählen, da dunkle Farben hier gesetzt sind. 
  • Die Krawatte reicht bis zur Gürtelschnalle, hat keine auffälligen Farben oder Comic-Muster und ist aus Seide. Den Knoten solltest du straff und eher zu klein als zu groß binden.
  • Ein Gürtel ist ein Muss.
  • Die schwarzen Socken müssen lang genug sein, um auch im Sitzen kein Bein zu zeigen.
  • Deine blank geputzten Schuhe passen zum Gürtel. Das Braune-Schuhe-Tabu ("no brown after six") gilt in einigen Kanzleien inzwischen als veraltet. Hauptsache du kombinierst keine braunen Schuhe zum schwarzen Anzug. Am ersten Arbeitstag geht man in schwarzen Schuhen aber nach wie vor das kleinste Risiko ein.

Wer sich im Rahmen der Möglichkeiten modisch abheben möchte, kann dafür Accessoires nutzen: Die Umschlagmanschette mit geschmackvollen, nicht protzigen Manschettenknöpfen ist nach wie vor beliebt. Bei festlichen Anlässen wie dem Partners' Lunch kannst du ein Einstecktuch als Akzent einsetzen. Es passt nicht zur Krawatte, sondern zur Hemdfarbe. Oder es ist schlicht weiß.

Frauen-Outfit in der Großkanzlei: Mehr Freiheiten

In der Kanzlei haben Juristinnen mehr Möglichkeiten, sich modisch auszuleben als die Herren. Aber auch hier kommt es vor allem darauf an, Seriosität und Kompetenz auszustrahlen. Ob frau sich für einen Rock oder eine Hose entscheidet, bleibt jedenfalls ihr überlassen.

Ähnlich wie bei den Anzügen für Herren ist auch für Frauen die Farbauswahl in konservativeren Kanzleien auf das Farbspektrum zwischen Grau und Dunkelblau begrenzt. Gerade für Berufsanfängerinnen sind drei bis vier Hosenanzüge beziehungsweise Kostüme mit verschiedenfarbigen Blusen ein guter Anfang, um das klassische Büro-Outfit abwechslungsreicher zu gestalten. Statt der Bluse sind auch ein feines Oberteil oder im Winter ein Rollkragen geeignete Varianten. 

Wenn du dich wohler im Kostüm fühlst, solltest du nicht auf Nylonstrumpfhose bzw. -strümpfe zu den Pumps verzichten. "Zwei Finger breit" gilt als Faustregel für die perfekte Absatzhöhe. Deine Schuhe sollten zudem schlicht und geschlossen sein. Schlichtes Design ist übrigens auch bei der Schmuckauswahl gefragt.

Dresscode für Richter und Staatsanwälte

Entspannter ist die Kleiderauswahl für Richter und Staatsanwälte, denn seit 2009 gibt es keine Krawattenpflicht mehr, und ohnehin verdeckt die Robe viel vom Outfit. Traditionell tragen Männer eine weiße Krawatte oder einen weißen Querbinder und Frauen einen weißen Schal. Das Design der Robe ist übrigens abhängig von den Vorgaben der einzelnen Bundesländer.

Drei Tipps zum Schluss
  1. Fragen lohnt sich: am besten Kollegen und vor dem Casual Friday. Casual meint in Deutschland meistens "Smart Casual", also Stoffhose und unifarbenes, langärmliges Hemd plus Sakko für die Männer; die Krawatte entfällt. Das Smart-Casual-Outfit der Damen besteht aus Stoffhose oder Rock plus Bluse. In einigen Kanzleien sind jedoch auch Kapuzenpullover und Sneaker mögliche Kleidungsstücke für den Freitag im Büro.
  2. Mit Farben und Schnitten kannst du experimentieren. Ein besonders ausgefallenes Kleidungsstück kann, richtig in Szene gesetzt, sehr modisch aussehen. Ausprobieren solltest du das allerdings nicht gerade beim Bewerbungsgespräch. Hier gilt nach wie vor der klassische Dresscode für Vorstellungsgespräche.
  3. Als Jurist kann man eigentlich nie zu gut angezogen sein. Gehe im Zweifelsfall lieber das Risiko ein, als Praktikant bei einem gemeinsamen Termin besser gekleidet zu sein als der Anwalt.
nach oben
Kommentare (7)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

  1. Anonym

    Ich verstehe die Kritik nicht.

    Der Artikel ist in Ordnung. Könnte detaillierter sein, aber die Basics sind drin. Entspricht alles meiner Erfahrung aus mehreren Großkanzleien.

  2. Anonym

    Beschäftigt Euch mit interessanten Fragen

    Was für ein unsinniger Beitrag. Wie kommt e-fellows dazu, einen derartigen Beitrag als Aufmacher für den Newsletter zu nutzen. Es gibt wirklich wichtigere Themen als die Farbe der Schuhe. Und spätestens nach dem ersten Tag in der Kanzlei, sieht man, wie die anderen angezogen sind. Da bedarf es nun wirklich keiner Ausführungen zu der Frage, wie das Einstecktuch beim Partners (woher das Deppenapostroph?) Lunch getragen wird. Ich (Anwalt) werde übrigens für meine Beratungsleistung und nicht für mein Aussehen bezahlt. Meine Kolleginnen nicht für ihre zwei Finger hohen Schuhabsätze. Get real, nehmt den Beitrag von der Seite, er ist peinlich!

  3. Anonym

    Danke für euer Feedback

    Vielen Dank für eure fachkundiges Feedback. Ich habe einige eurer Anregungen nachträglich verwertet und den Artikel überarbeitet.

  4. Anonym

    Unbrauchbar

    Diese "Tipps" sind völlig unbrauchbar. Dass der Verfasser davon ausgeht, eine Aktiengesellschaft verfüge über einen Geschäftsführer, spricht schon für dessen mangelndes Knowhow. Wieso jetzt braune Schuhe ein Tabu sein sollten, bleibt in dem ganzen Artikel offen. Überall fehlen Belege. Vorurteile und Stereotypen sind das einzige, was diesem Artikel zu Grunde liegt. Leider mal wieder Zeit verschwendet.

  5. Anonym

    Als ob Frauen immer in kleinen Kanzlei und Männer immer in der Großkanzlei landen

    Abgesehen davon, dass der Beitrag sehr pauschal und nicht mehr ganz zeitgemäß ist, finde ich es bemerkenswert, dass die Verfasserin davon auszugehen scheint, dass der Dresscode in der Großkanzlei nur für Männer relevant sei, wohingehen Frauen allenfalls in kleineren Kanzleien oder im öffentlichen Dienst landen. Da sollte sich vielleicht mal jemand die Personalstatistiken von Großkanzleien etwas näher anschauen.

  6. Anonym

    Vorurteile

    Auch ich muss sagen, dass dieser Artikel die Wirklichkeit nicht wiederspiegelt. Die Autorin hat sich wohl eher von altbekannten Vorurteilen leiten lassen. Ich habe schon mehrere Großkanzleien von innen kennengelernt, in denen der Dresscode nicht so streng ist - wo z.B. kaum jemand an einem normalen Arbeitstag eine Krawatte trägt. Auch habe ich schon Casual Fridays erlebt wo tatsächlich auch Anwälte aller Ebenen, einschließlich Partner, in Sneaker, Pulli und Jeans kommen. Die Gefahr, dass ein Großkanzleimandant unangekündigt im Büro erscheint ist nahezu null. Die rufen einfach an - zum Besuch fehlt die Zeit. Gerade in kleinen Kanzleien, die normale Bürger betreuen, ist es hingegen so, dass jederzeit ein Mandant vor der Tür stehen kann. Dort sollte die Kleidung also immer ein gewisses Mindestmaß an Formalität wahren.

  7. Anonym

    Zu pauschal

    Der Artikel ist schon sehr pauschalisiert. Schon die Einleitung "nie mit braunen Schuhen", die dann später wieder teilweise revidiert wird. Außerdem ist es gerade so, dass viele große, gerade amerikanische Kanzleien vom Dresscode her deutlich entspannter sind (am Casual Friday darf es dann durchaus auch ein gepflegter, körpernaher Hoodie sein) als so manche deutsche Boutique. Und wenn der Praktikant mit einem dreiknöpfigen Nagelstreifen-Dreiteiler erscheint neben einem "normal" angezogenen Partner, dann wirkt das auf mich schon sehr abstrus.

Das könnte dich auch interessieren