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Du bist (nicht?) ersetzbar

Roboter, Digitalisierung, Industrie 4.0 [Quelle: pixabay.com]

Quelle: pixabay.com

Die Digitalisierung: Schreckgespenst oder reale Bedrohung für Millionen? Die Wissenschaft traut sich immer konkretere Antworten auf diese Frage zu – und immer spezifischere. Wie es um genau deinen (angestrebten) Beruf bestellt ist, verrät jetzt ein neues, hochindividualisierbares Tool.

Fällt in Zukunft nahezu die Hälfte aller Jobs weg? Oder doch "nur" 15 Prozent? Es ist nicht leicht, den Überblick zu behalten über all die Arbeitsmarktvorhersagen, die durch die Lande geistern. Woher kommen diese Zahlen? Welche davon treffen überhaupt auf den deutschen Arbeitsmarkt zu? Und wie ist es um einzelne Berufe bestellt – um deinen zum Beispiel? e-fellows.net fasst den aktuellen Stand für dich zusammen.

Die düstere Prognose aus Oxford

In den kommenden zwei Jahrzehnten könnten bis zu 42 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland von Programmen oder Maschinen ersetzt werden – das steht zumindest zu befürchten, wenn man die Erkenntnisse einer vielbeachteten Studie der Oxford Martin School auf den deutschen Arbeitsmarkt überträgt. In "The future of employment. How susceptible are jobs to computerisation?" aus dem Jahr 2013 untersuchten Dr. Carl Frey und Michael Osborne die Automatisierungswahrscheinlichkeit von Berufen auf dem US-amerikanischen Arbeitsmarkt. Ihr beunruhigendes Ergebnis für die Vereinigten Staaten: ein möglicher Wegfall von bis zu 47 Prozent aller Jobs. Wie gelangten die beiden Wissenschaftler zu diesem Ergebnis?

Frey und Osborne untersuchten zunächst das Verhältnis automatisierbarer und nicht-automatisierbarer Einzelaufgaben in Berufen. Um zu prüfen, welche "Tasks" Maschinen übernehmen können und welche nicht, unterteilten sie die Aufgaben in analytische, manuelle und interaktive Nicht-Routine-Tasks einerseits sowie kognitive und manuelle Routine-Tasks andererseits. Letztere bewerteten sie anschließend als in hohem Maße automatisierbar – und Berufe, die hauptsächlich mit solchen Aufgaben beschäftigt sind, als hoch gefährdet. 

Andere Prämissen – anderes Ergebnis

Doch kann man die Ergebnisse dieser Studie ohne Weiteres auf Deutschland übertragen? Nein, besagt ein Forschungsbericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von 2015. Denn die Struktur des deutschen Arbeitsmarkts unterscheidet sich wesentlich von der des amerikanischen. Geht man von den tatsächlichen deutschen Arbeitsmarktdaten aus, anstatt nur die US-amerikanischen zu adaptieren, dann ist es um unsere Zukunft weit weniger düster bestellt, als es Frey und Osborne vorhersagen. Nur etwa 15 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Stellen in Deutschland weisen demnach ein sehr hohes Substituierbarkeitspotenzial auf.

Was diese Zahl in Deutschland plausibler macht?

  • Alle Daten über die Tätigkeitsfelder einzelner Berufsgruppen stammen aus der Expertendatenbank BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit – sprich direkt aus dem deutschen Arbeitsmarkt.
  • Angenommen wird, dass nicht komplette Berufe von Computern/computergesteuerten Maschinen ersetzt werden, sondern nur einzelne Tätigkeiten.
  • Die Forschungsergebnisse prognostizieren keine Substituierbarkeitswahrscheinlichkeit in der Zukunft, sondern geben lediglich das aktuelle Substituierbarkeitspotenzial an. Sie beschreiben also, bis zu welchem Grad Aufgaben bereits heute automatisiert werden könnten.

Wie stark bis du betroffen?

Für die ARD-Themenwoche "Zukunft der Arbeit" haben die ARD und Radio Bremen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und der Bundesagentur für Arbeit die Web-Seite "Job-Futuromat" entwickelt. Hier kannst du aus 3.950 Berufen deinen eigenen auswählen und dir den Grad seiner Automatisierbarkeit anzeigen lassen. Dieses Ergebnis kannst du weiter individualisieren, indem du angibst, wie häufig du bestimmte Tätigkeiten in deinem Beruf ausübst.

Neugierig?

Den Grad der Automatisierbarkeit berechnet der Futuromat, indem er die Anzahl der automatisierbaren Tätigkeiten in einem Beruf durch die Gesamtzahl aller Tätigkeiten dividiert und mit 100 multipliziert. Welche Tätigkeiten für einen Beruf relevant sind, haben Experten auf Basis der Informationen im BERUFENET herausgearbeitet; die Daten zu den Substituierbarkeitspotenzialen dieser Tätigkeiten stellte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zur Verfügung.

Doch aufgepasst: Der Name "Futuromat" ist insofern missverständlich, als der angegebene Automatisierbarkeitsgrad lediglich abbildet, wie viele Tätigkeiten schon heute von Maschinen oder Computern übernommen werden könnten. Die Ergebnisse sind also nur eine Momentaufnahme – Berufsbilder aber verändern sich. Aus diesem Grund kann der "Futuromat" nicht mit Sicherheit Berufe auszeichnen, die in Zukunft nicht oder nur wenig vom digitalen Wandel betroffen sein werden. Stattdessen beschränkt sich seine Prognosekraft – wie auch die der Studie von Frey und Osborne – auf die Aussage, dass ein heute in Großteilen automatisierbarer Beruf in Zukunft gefährdet ist, wenn erstens dieses Automatisierungspotenzial auch tatsächlich eingelöst wird und zweitens der Beruf sich ab dem Zeitpunkt der Berechnung nicht mehr verändert.

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