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Erfolgreich im neuen Job

Erfolg haben (Autor: fiore26, Quelle: Fotolia.com)

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Eine neue Stelle ist immer eine Herausforderung. Karriereexpertin Simone Janson erklärt, worauf es in der Anfangszeit ankommt und wie man die ersten 100 Tage meistert.

Bewerbung geschrieben, Vorstellungsgespräch geschafft, den Vertrag für den neuen Job unterzeichnet. Jetzt kommen die ersten 100 Tage. Man ist mal wieder "der Neue" in der Firma und muss sich erst einmal beweisen.

Sowohl für Berufsanfänger, als auch für Jobwechsler ist ein wertvoller Tipp, erst einmal zu beobachten. Denn jedes Unternehmen hat eigene Strukturen. "Es hat nicht immer derjenige das Sagen, der auf den ersten Blick zu entscheiden scheint", sagt die Karriereexpertin und Bloggerin Simone Janson. Das spezielle Machtgeflecht der Firma muss analysiert werden, so kann der Neue vermeiden, ungewollt in Schwierigkeiten zu geraten.

Und auch wenn sich im Büro alle duzen und sogar der Chef auf das Sie verzichtet – die Hierarchien und Machstrukturen bleiben. "Sie sind nur weniger offensichtlich", sagt Janson, "der Chef ist trotzdem nicht der Kumpel." Durch einen lockeren Umgangston könne das leicht in Vergessenheit geraten. Auch die Rolle von Sekretärinnen, dem Technik-Team und dem Kantinenpersonal sollte nicht unterschätzt werden. Wer diese Kollegen von oben herab behandle, hat später bisweilen ein Problem, wenn der Rechner streikt oder eine Geschäftsreise gebucht werden muss.

Anfangs ist Zurückhaltung wichtig

Besonders Führungskräften empfiehlt Janson sich zunächst einen Überblick zu verschaffen und nicht gleich alle neuen Ideen umsetzen zu wollen. Denn dafür müsse man die Arbeitsabläufe in der Firma kennen. "Es ist sinnvoll, ohne Chefallüren von Grund auf zu gucken, wie der Laden läuft", sagt sie und erzählt von einer Kaufhaus-Managerin, die sich anfangs für ein paar Tage an die Kasse gesetzt hatte. Auf diese Weise lernte sie nicht nur den Betrieb und die Mitarbeiter kennen, sondern sammelte auch Bonuspunkte in der Belegschaft.

Aber nicht nur Führungskräfte sollten sich zurückhalten, dieser Rat gilt auch für Einsteiger. "Ich mache die Erfahrung, dass gerade viele Berufsanfänger sich überschätzen", sagt Janson. Der frisch gebackene Absolvent mag zwar voll neuer Ideen stecken – die Kollegen, die schon lange im Unternehmen arbeiten zu belehren, sei aber eine schlechte Idee. "Das sind Leute, die machen seit Jahren ihren Job auf eine bestimmte Art und Weise. Da kann man nicht einfach sagen: Macht das jetzt anders." Auch wenn die Verbesserungsvorschläge gut gemeint sind, in der Regel führt das dazu, dass der Neue als Besserwisser abgestempelt wird. Wer neu ist, müsse erst zeigen, was er könne und leistungsbereit sein.

Und was ist, wenn das freundliche Betriebslima nur oberflächlich gut ist? Janson warnt davor, sich in Lästereien und Konflikte hereinziehen zu lassen. Es wird wohl nicht zu vermeiden sein, irgendwann eine Position zu beziehen – trotzdem ist auch hier Zurückhaltung die beste Überlebenstaktik. Auch wer sich in der Anfangszeit negativ über den Chef äußert, setzt sich unnötig einem Risiko aus. Im schlimmsten Fall bekommt er das mit und kündigt. Während der Probezeit braucht er dafür keine Gründe anzugeben, die Kündigungsfrist beträgt in dieser Zeit laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) zwei Wochen. "Am besten ist bei lästernden Kollegen unter einem Vorwand zu gehen oder elegant das Thema zu wechseln", sagt Janson.

Auch positive Vergleiche mit der alte Stelle schaden

Doch nicht nur das Herziehen über die jetzige Stelle kann negative Folgen haben. Wer schlecht über den alten Job spreche, gerate schnell in Gefahr als illoyal zu gelten, sagt Janson. Auch allzu häufige, wenn auch positive Vergleiche mit der früheren Stelle sollten Jobwechsler vermeiden. Denn dann stelle sich die Frage, wieso der Betreffende den Arbeitgeber überhaupt gewechselt habe. Und auch die eigene Unzufriedenheit steigt. Denn wer ständig wehmütig an seinen alten Job zurückdenkt, vielleicht weil dieser wegrationalisiert wurde oder das Unternehmen Pleite ging, fokussiert sich selbst auf den Verlust. Dann gerät das Positive an der neuen Arbeitssituation aus den Augen. So kann man im neuen Unternehmen nicht glücklich werden. 

Und wie geht man richtig mit Fehlern um? Grundsätzlich sei das nicht schlimm. Denn jeder muss erst einmal eingearbeitet werden. Allerdings sollte man nicht versuchen, Fehler zu vertuschen. Janson empfiehlt, dem Vorgesetzen zu erklären, was passiert ist und idealerweise gleich aufzuzeigen, wie man das Problem lösen kann.

Facebookfreundschaft mit dem Chef

Häufig sind die ersten Wochen in einem neuen Job anstrengend und herausfordernd. Und sie dauern lange. Die meisten Beschäftigten wollen sich beweisen und engagieren sich stark. Aber auch dauern manche Tätigkeiten noch etwas länger, weil noch die Routine fehlt und man in der Regel die Arbeitsabläufe auch noch nicht verinnerlicht hat. Für viele gehören Überstunden darum zur Anfangszeit in einem neuen Unternehmen dazu. Aber das heißt nicht, dass man sich ausbeuten lassen muss.

Und entgegen der allgemein verbreiteten Meinung stehen auch Mitarbeitern in der Probezeit freie Tage zu. Sie haben jeden Monat das Recht auf ein Zwölftel ihres Jahresurlaubes.

Ist die Anfangszeit erfolgreich überstanden, trudeln vermutlich bald erste Facebook-Freundschaftsanfragen der Kollegen ein. Grundsätzlich sei es kein Problem mit dem Gegenüber aus dem Büro und sogar dem Chef in sozialen Netzwerken befreundet zu sein, sagt Janson. Wer berufliche Kontakte in seinem privaten Account habe, sollte allerdings vermeiden allzu private Dinge zu posten. "Es bietet sich auch an, die Kontakte in Freundeslisten zu organisieren", sagt die Karriereexpertin. Je nach Inhalt, kann der jeweilige Post dann für enge Freunde, Verwandte oder Kollegen freigegeben werden.

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

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