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Konstruktiv Streiten

Konstruktiv streiten (Quelle: fotolia, Autor: GIZGRAPHICS)

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Bei einem guten Konfliktmanagement legen die Mitglieder eines Teams Schwierigkeiten durch Verhandlungen statt durch Aggressionen bei. Sie verhandeln dabei nicht über Gefühle und Macht, sondern über Sachfragen. Das klingt einfach, ist in der Praxis aber oft schwierig.

Als "einfach unmöglich" empfinden wir häufig unsere lieben Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzten. Nur geht es denen genau so mit uns. Es wäre vergebliche Liebesmüh, sie umerziehen zu wollen. Der Autor und Managementtrainer Stefan Czypionka sieht das so: "Jeder hat ein langes, anstrengendes Leben gelebt, um endlich so unmöglich zu werden, wie er ist. Akzeptieren Sie das!" Daher heißt die Devise: Nimm die Menschen in deiner Umgebung so wie sie sind. Baue zu möglichst vielen Mitarbeitern, Kollegen und Vorgesetzten ein positives Verhältnis auf. Verbiegen sollst du dich dabei allerdings nicht.

Richtige Streitkultur

Vernünftiges Konfliktverhalten ist im Grunde nur in einem richtigen Umfeld möglich. Als Berufsanfänger wirst du kaum etwas gegen die verkorkste Streitkultur eines Unternehmen ausrichten können - selbst wenn du ein wahrer Akrobat des Konfliktmanagements bist. Daher solltest du schon im Bewerbungsgespräch nach dem Umgang mit Konflikten fragen. Mache das aber auf jeden Fall indirekt und erkundige dich zum Beispiel nach Fortbildungen und Seminaren zum Thema. Frage zudem nach dem Stellenwert der Teamarbeit in der Firma. Wenn man dir konkret antwortet, weißt du, dass sich das Unternehmen schon Gedanken darüber gemacht hat. Merkst du dagegen, dass sich dein Gesprächspartner noch nie damit beschäftigt hat, ist da auch nicht viel vorhanden. Und in einer Firma, deren Vertreter auf die Frage nach Teamarbeit sauer reagieren, solltest du gar nicht erst anfangen.

Konflikte vermeiden

  • Karrieren laufen nicht nur über die fachliche Schiene: Verhalte dich diplomatisch und höre zu, wenn dir ein Kollege etwas über sein Lieblingsthema erzählt - auch wenn es dich nicht sehr interessiert. Er wird dann eher bereit sein, sich auch einmal für deine Anliegen zu interessieren.
  • In großen Unternehmen: Sei nett zu internen Dienstleistern (technischer Support, Warenausgabe) und den Mitarbeitern von Sekretariat und Empfang. Orientiere dich nie nur nach oben, sondern auch nach unten. Ein gutes Beziehungsmanagement in beide Richtungen ist sehr wichtig - und die Sekretärin weiß oft mehr über das Unternehmen als das Management selbst.
  • Denke nicht, überall immer helfen oder einspringen zu müssen. Lerne, Nein zu sagen.
  • Lehne dich am Anfang mit Vorschlägen und Kritik nicht zu weit aus dem Fenster. Beobachte und analysiere erst einmal das Umfeld.
  • Stelle andererseits nicht das eigene Licht unter den Scheffel. Sonst bekommst du nur uninteressante Aufgaben.
  • Wenn du Konsequenzen ziehen und kündigen willst, tue das frühzeitig. Sitze nicht erst ein Jahr ab.
  • Beteilige dich nie an unfairen Lästereien über andere Kollegen. Erstens ist so etwas unkollegial und zweitens kannst du nie wissen, ob diese Kollegen nicht auch dasselbe mit dir machen.
  • Rede niemals schlecht nach außen über deine eigene Abteilung. Es sei denn, es handelt sich um ernsthafte und konstruktive Kritik.

Verhalten bei Konflikten

  • Wenn es Konflikte gibt, dann ist es wichtig, sich gleich und vollständig damit zu beschäftigen.
  • Sprich Konflikte an und werde konkret. Rede nicht um den heißen Brei herum.
  • Auch wenn es schwerfällt: Respektiere deinen Gesprächspartner und lasse ihn ausreden. Beachte stets elementare Höflichkeitsregeln.
  • Reagiere in der Konfliktsituation nicht emotional, sondern möglichst sachlich. Ist das nicht sofort machbar, verschiebe die Aussprache um eine Stunde oder auf den nächsten Tag.
  • Thematisiere den Konflikt aber immer zeitnah zum Anlass. Signalisiere deiner Umgebung, dass du das Problem erkannt hast und dich darum kümmerst.
  • Reagiere offen. Beende deine Sätze im Geiste nicht mit einem Punkt oder Rufzeichen, sondern mit einem Komma. Formuliere Fragen. Dein Gegenüber soll an das von dir Gesagte anknüpfen können.
  • Ich-Botschaften sind eine gute Strategie, um bei deinem Gesprächspartner ein Abwehrverhalten zu vermeiden. Zudem vermitteln sie Selbstbewusstsein. Sage also zum Beispiel: "Der Fehler ist passiert. Das bestreite ich nicht, aber ich hatte nicht die notwendigen Informationen."
  • Vermeide so genannte Gesprächskiller wie "wir aus dem Marketing sind immer die Dummen". Sie lassen keinen Raum, das Gespräch fortzusetzen.
  • Vermeide Belehrungen: Sätze wie "Bleiben Sie doch ruhig!" rufen oft erst recht eine emotionale Reaktion hervor, weil deinem Gegenüber die Belehrung und sein Gefühlsausbruch peinlich sind.
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