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Mit Feingefühl und Eleganz aufs Business-Parkett

Karriere-Knigge (Quelle: fotolia, Autor: FotolEdhar)

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Beim guten alten Freiherrn von Knigge drehte sich bei Weitem nicht alles um Handkuss und Hofknicks - schließlich hat Benehmen und Höflichkeit nicht nur etwas mit Ritualen zu tun, sondern zeigt auch den Respekt für dein Gegenüber.

Die essenzielle Empfehlung des Freiherrn war, im Umgang mit anderen Menschen "eine gewisse Geschmeidigkeit, Nachgiebigkeit, zu rechter Zeit Verleugnung und Heiterkeit des immer gleich gestimmten Gemüts" an den Tag zu legen. Das ist auch heute noch gültig.

Die Kunst, sich bemerkbar, geltend, geachtet zu machen, ohne beneidet zu werden; sich nach den Temperamenten, Einsichten und Neigungen der Menschen zu richten, ohne falsch zu sein; sich ungezwungen in den Ton jeder Gesellschaft stimmen zu können, ohne weder Eigentümlichkeit des Charakters zu verlieren, noch sich zu niedriger Schmeichelei herabzulassen.

Freiherr von Knigge

Manieren im 21. Jahrhundert

Ohne Stil zum Erfolg? Davon kann auch heute keine Rede sein. Im Gegenteil, Etikette und Benimmregeln gewinnen wieder an Bedeutung. Eine Studie der Universität Darmstadt kam sogar zu dem Ergebnis, dass sicheres Auftreten, Haltung und natürliche Souveränität im Job wichtiger sind als deine Fachkenntnis und alle Zeugnisse. Das fängt schon im Bewerbungsgespräch an: Wer zu steif oder zu locker wirkt, wer seinem Gegenüber das Wort abschneidet oder mit der Kleidung völlig daneben liegt, hat schlechte Karten. Und im Assessment-Center zählen das Warm-up am Vorabend und das Mittagessen genauso viel wie die Fallstudie oder die Gruppenübung. Ist die Bewerbung erfolgreich, dann sind die ersten 100 Tage im Job die wichtigsten. Mit Höflichkeit und Rücksichtnahme kannst du bei Kollegen, Mitarbeitern und Chefs punkten.

Auf rutschigem Parkett

Jeder kennt die Situation aus Sketchen und so mancher aus eigener Erfahrung: Den Tritt mitten hinein in das berühmte Fettnäpfchen. Um diesen verhängnisvollen Fehltritt zu vermeiden, brauchst du eine "gesellschaftliche Grundsicherheit". Das heißt, du musst zwar nicht immer alle Regeln perfekt beherrschen und darfst durchaus kleinere Fehler machen - solltest dich aber in allen Lebenslagen gut zurechtfinden. Neben einer Art Knigge-"Grundwissen" helfen dir dabei:

Selbstbewusstsein

Zehn Prozent deines beruflichen Erfolges hängen von deiner Leistung ab, dreißig Prozent von Image und Stil und sechzig Prozent davon, dass und wie du gesehen wirst. Zeit, sich Gedanken darüber zu machen: Wie kannst du das Bild, das andere von dir haben, positiv beeinflussen? Zuallererst brauchst du Selbsterkenntnis. Wer die eigenen Stärken kennt, kann diese ausbauen und - noch wichtiger - an den Schwächen arbeiten. Hilfreich ist es, wenn du Freunde und Familienangehörige fragst, wie du in bestimmten Situationen wirkst und was du besser - oder einfach anders - machen könntest.

Natürlichkeit

Wie intensiv du dich auch um die richtige Haltung und Form bemühst, eines solltest du nicht vergessen: Deine natürliche Art zu behalten. Bei Etikette und Benimm geht es nicht darum, dich selbst zu verbiegen oder verbiegen zu lassen. Sobald du zum Beispiel jemand anderen in Kleidung, Tonfall, Gestik oder Ausdrucksweise kopierst, merkt deine Umwelt das. Authentizität ist der Dreh- und Angelpunkt. Höflichkeit hat nichts mit künstlichem oder gar unterwürfigem Verhalten zu tun.

Humor

Auch im Business-Alltag ist Humor unverzichtbar. Mit einem gut platzierten Scherz kannst du eine erste weniger formelle Verbindung mit deinen Kollegen aufnehmen und auch kritische Situationen auffangen. Setze auf Leichtigkeit statt auf Verbissenheit, denn Ellbogen-Menschen gibt es schon genügend. Auch wenn du dich über Kollegen, Mitarbeiter oder den Chef ärgerst, hilft dir Humor - manchmal reicht zum Beispiel schon der Gedanke an einen Cartoon à la Dilbert und seine skurrilen Erlebnisse am Arbeitsplatz, um die Dinge lockerer zu sehen.

Firmenpolitik

Der offizielle Teil deiner Arbeit ist die Tätigkeit, für die du bezahlt wirst. Der inoffizielle Teil ist alles, was du beachten musst, um deine Arbeit tun zu dürfen. Mit anderen Worten: die Firmenpolitik und die so genannte Corporate Identity. Hier werden ganz bestimmte Erwartungen an die Mitarbeiter gestellt. Das Management kommuniziert allerdings meist indirekt, was es vom Personal verlangt - ist jedoch umso verstimmter, wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden. Das fordert dir ein Höchstmaß an Einfühlungsvermögen, Integrationsfähigkeit und Gewandtheit ab. Du befindest dich quasi auf einem Geschicklichkeits-Parcours. Bedenke aber, dass du dich an den Menschen in deiner Umgebung orientieren kannst und frage notfalls ganz offen nach, wenn du in einer bestimmten Situation Angst vor einem Fehler hast. Und je öfter du den Benimm- Parcours absolviert hast, desto sicherer fühlst du dich.

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Was bedeutet eigentlich Business casual? Wie viel Schmuck ist im Job erlaubt? Im Dresscode-Spezial verraten wir es dir.

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