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Was passiert im Vorstellungsgespräch?

Bewerbungsgespräch [Quelle: Fotolia]

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Das kommt auf dich zu, und so blickst du durch.

Was passiert bei der Begrüßung?

Los geht es im Plauderton. Beliebte Themen sind deine Anreise, das Wetter und die Frage, ob du etwas trinken möchtest. Außerdem sagen die Personaler dir, wie das Gespräch abläuft und welche Kollegen noch dabei sein werden. Manche Leute behaupten, Unternehmen stellten bei dieser Gelegenheit Bewerber heimlich auf die Probe, studierten ihre Körpersprache und analysierten jede Antwort auf noch so banale Fragen. Aber keine Angst – mit dem Small Talk wollen die meisten Personaler einfach die Situation auflockern.

Du musst also weder brillante Antworten auf die Frage nach Wasser oder Kaffee geben, noch entscheidet die Stärke deines Händedrucks oder deine Beinhaltung über deine weitere Karriere. Es reicht, wenn du sympathisch wirkst: Steig auf den Small Talk ein, blick den Leuten ins Gesicht, und lächle ab und zu. Verhalt dich einfach interessiert und zugewandt, und strahl Optimismus aus: Deinen Ärger über den verspäteten Zug oder die detailreiche Schilderung deiner Odyssee durchs Industriegebiet Nord auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch hebst du dir besser für deine Freunde auf.

Was passiert bei der Selbstpräsentation?

Da ist sie: deine große Chance. Du darfst für dich werben, und alle hören zu. Bete jetzt nicht deinen Lebenslauf herunter, den kennen die Personaler sowieso schon. Lenk stattdessen die Aufmerksamkeit auf jene Stationen deines Werdeganges, die deine Eignung für den Job am besten belegen. Es kann zum Beispiel sinnvoll sein, auf die Erfahrung aus einem Praktikum detailliert einzugehen, ein anderes aber komplett unerwähnt zu lassen. Passt das Thema deiner Abschlussarbeit zur Stelle, berichtest du darüber. Passt es nicht, lässt du es bleiben. Für die Zuhörer soll es mit jedem deiner Sätze zwingender erscheinen, dir den Job zu geben. Also: Egal, ob es um dein Studium, deine Praktika, deine persönliche Entwicklung oder auch um Privates wie Reisen oder Hobbys geht – wähl das, was du berichtest, mit Bedacht und stets mit Blick auf die angestrebte Stelle aus. Verhalte dich nicht wie ein Chronist. Verhalte dich wie ein Regisseur, der aus dem Material, das dein Werdegang bietet, eine gute, genau auf das Publikum zugeschnittene Geschichte entwickelt (wahr muss sie natürlich sein). Weil die meisten Bewerber das nicht tun, bist du auf diese Weise klar im Vorteil.

Was passiert bei der Unternehmenspräsentation?

Nicht nur du willst bei dem Unternehmen einen guten Eindruck machen. Auch das Unternehmen will dich und die anderen Bewerber von sich überzeugen. Wie bei einem Date geht es letztlich darum, dass beide Seiten herausfinden, ob sie zusammenpassen. Ein Vorstellungsgespräch ist keine Prüfung, sondern ein gegenseitiges Kennenlernen auf Augenhöhe. Deswegen stellt sich in aller Regel auch das Unternehmen bei seinen Bewerbern vor. Bei der Unternehmenspräsentation erfährst du meist etwas über die Firma allgemein, aber auch über die Abteilung und die Stelle, um die es geht, sowie über die Aufgaben, die du dort erfüllen musst. Achte darauf, worauf dein Gesprächspartner stolz ist. Betont er, dass das Unternehmen inhabergeführt ist? Oder dass es die Marktführerschaft in einem Spezialsegment hat? Mach dir am besten Notizen, denn irgendwann wird die Frage nach deinen Fragen kommen. Dann wäre es peinlich, etwas wissen zu wollen, was schon längst beantwortet wurde. Umgekehrt wirkt es professionell und interessiert, wenn du mit deinen Fragen an die Präsentation anknüpfen kannst.

Was passiert in der Fragerunde?

Jetzt wird es ungemütlich, denn jetzt wird nachgehakt. Früher haben Personalverantwortliche gerne nach drei Stärken und drei Schwächen gefragt. Seit das in allen Bewerbungsratgebern steht, tut das kaum noch jemand. Nach wie vor geht es aber darum, etwas über deine Persönlichkeit herauszufinden und zu erfahren, wie du in bestimmten Situationen reagieren würdest. Personaler erkundigen sich zum Beispiel gerne nach Erfolgen und Niederlagen und danach, wie du Probleme löst. Oft möchten sie auch wissen, warum du dich auf die Stelle beworben hast. Schließlich wollen sie vermeiden, dass Bewerber mit falschen Erwartungen zu ihnen kommen und nach ein paar Monaten wieder abspringen, weil sie enttäuscht sind.

Sei also auf kritische Fragen zu deinem Lebenslauf und deiner Selbstpräsentation gefasst. Häufig wird auch nach den Zielen gefragt ("Wo möchten Sie in zwei, drei, fünf Jahren stehen?"). Diese Frage hat eine doppelte Funktion: Erstens geht es auch hier darum, Erwartungen abzugleichen. Zweitens deuten Personaler in deine Antwort hinein, wie ehrgeizig und planvoll du bist.

Was passiert zum Schluss?

In der Schlussphase bekommst du noch mal die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Achte darauf, dich nicht nach Dingen zu erkundigen, die schon erläutert wurden. Das erweckt den Eindruck, dass du nicht genau zugehört hast. Auf der anderen Seite kannst du mit klugen Fragen glänzen. Ein paar davon kannst du schon zu Hause vorbereiten.

Übertreib es aber nicht mit der Selbstdarstellung. Schließlich sind Fragen dazu da, Interessantes herauszufinden. Wo und mit wem du arbeiten würdest, was erste Projekte wären, all dies kannst du im Vorstellungsgespräch in Erfahrung bringen. Es wäre schade, darauf zu verzichten. Folg deiner Neugierde.

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

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