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Anleitung für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch

Chef reicht die Hand

Quelle: freeimages.com, FOTOCROMO

Viele Jobanwärter machen im Bewerbungsgespräch grundlegende Fehler, weil sie die Konventionen nicht kennen. Worauf es ankommt, um im Interview zu punkten und wie man Fehler vermeidet.

Bei einem Bewerbungsgespräch gilt es, eine Vielzahl von Verhaltensregeln zu beachten. Einige davon sind auf den ersten Blick so unscheinbar, sodass sie vielen Jobanwärtern gar nicht bewusst sind. Selbst wer pünktlich und gut vorbereitet ist, angemessen gekleidet und seine Nervosität im Griff hat, kann leicht in Fettnäpfchen treten. Die Bewerbungstrainerin Ursel Stief verrät, worauf es zu achten gilt, um die Herausforderung spielend zu meistern.

1. Namen und Titel nicht vergessen!

Jeder hört seinen eigenen Namen gern, da ist auch das Gegenüber beim Bewerbungsgespräch keine Ausnahme. Das Gegenüber mit seinem Namen anzusprechen zeigt Achtung, Respekt und Aufmerksamkeit. Umso wichtiger ist es daher, dass beim Bewerbungsgespräch der Name des zukünftigen Chefs im Gedächtnis hängen geblieben ist. Denn zu einer guten Vorbereitung gehört nicht nur zu wissen, welche Produkte und Dienstleistungen das Unternehmen anbietet und wie viele Mitarbeiter dort arbeiten, sondern auch, mit wem gesprochen wird und welche Position der Gesprächspartner im Unternehmen inne hat.
 
"Dazu gehört auch, dass man den Titel des Anderen kennt. Mancher legt großen Wert darauf, beispielsweise mit 'Herr Doktor' angesprochen zu werden. Das muss man respektieren. Versäumt der Bewerber das, kann dies schon die Entscheidung gegen die eigene Person sein", sagt Stief. Der Coach übt mit seinen Klienten die Jobinterviewsituation, um diese intensiv auf das Gespräch vorzubereiten. Dabei geht es jedoch nicht um eintrainiertes Verhalten, sondern darum, dass sich der Jobanwärter sicher fühlt. Wer sicher auftritt, hat auch eine positive Ausstrahlung – und wirkt sympathisch.
 
Wenig sympathisch dagegen ist es, jemanden mit einem falschen Namen anzusprechen, weil er nicht verstanden wurde. Das passiert vielen Bewerbern gerade dann, wenn das Interview mit mehreren Personen stattfindet und bei der Begrüßung ein Name nicht richtig verstanden wurde. Daher gilt, ist man sich eines Namens nicht sicher: Immer nachfragen! Wer nachfragt zeigt auch: Ich bin interessiert.

2. Die Distanz wahren!

Eine gewisse Distanz beim Vorstellungsgespräch sollte immer beachtet werden – immerhin ist man zu Gast und sitzt einem Fremden gegenüber. Distanz zeugt da von Respekt. "Wer sich gleich wie zu Hause fühlt und Jacke und Tasche gedankenlos auf Stuhl und Tisch ablegt, kann unangenehm auffallen", sagt Stief. "Hier sollte der Kandidat ruhig nach der Garderobe fragen."
 
Auch bevor Stift mitsamt Notizblock auf den Tisch gelegt wird, sollte kurz nachgefragt werden. Natürlich wird kein Personalchef dem Bewerber verweigern, sich Notizen zu machen – schließlich zeigt der Interviewte damit sein aufrichtiges Interesse an dem Job und Unternehmen. Dennoch ist es eine Geste des Respekts gegenüber dem Gastgeber, die es zu beachten und einzuhalten gilt. "Es ist auch wichtig darauf zu achten, welcher Stuhl angeboten wird. Wird kein Sitzplatz zugeteilt, ist es ratsam, auch hier kurz nachzufragen", rät die Bewerbungstrainerin. Wenn das Gespräch in einem kleinen, engen Raum stattfindet, sollte der Bewerber versuchen, die Intimsphäre zu wahren und mindestens einen Meter Abstand zum Gesprächspartner einhalten.
 
Wer jedoch zu distanziert auftritt, tappt ebenfalls in ein Fettnäpfchen. Eher introvertierte Menschen neigen bei Nervosität dazu, sich noch ruhiger und abwartender zu verhalten. Das könnte als Desinteresse oder unangebrachte Schüchternheit verstanden werden. Ein gesundes Mittelmaß an Einhaltung der Konventionen, aufgewecktem Interesse und Offenheit ist also gar nicht so einfach zu finden.

3. Immer darauf achten: Höflich bleiben!

Zur gebührenden Höflichkeit gehört das Aufstehen bei der Begrüßung. "Besonders Frauen denken an diese Höflichkeitsfloskel oft nicht", hat Stief beobachtet. Zur Höflichkeit gehört auch, sich noch einmal bei der Begrüßung mit Vor- und Zunamen vorzustellen – auch wenn den Gesprächspartnern diese Daten natürlich bekannt sein dürften.
 
Entgegen einiger Meinungen ist es kein Zeichen von Unhöflichkeit, wenn man angebotene Getränke beim Bewerbungsgespräch ausschlägt. Stief sieht hier unter Umständen sogar einen möglichen Vorteil für den Bewerber: "Ist man beim Bewerbungsgespräch sowieso schon nervös und hält dann auch noch mit zittrigen Händen eine Kaffeetasse, kann das nach hinten losgehen. Der Personalchef wird einem daraus bestimmt keinen Strick drehen, aber für das eigene Selbstbewusstsein ist dieses, für andere offensichtliche Zeichen von Unsicherheit bestimmt alles andere als förderlich", sagt die Trainerin.
 
Irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem der Bewerber gefragt wird, ob er selbst noch Fragen hat. Diese Chance sollte man ergreifen – aber bitte mit konkreten, inhaltlichen und relevanten Fragen. Die Aufforderung sollte nicht als Einladung verstanden werden, alles noch mal loszuwerden, was man schon immer wissen wollte. Auch Fragen wie: "Wie hoch wäre mein Gehalt, wie viel Urlaub bekomme ich?" zeugen eher von Schmerzfreiheit statt von Taktgefühl. Diese Fragen werden bitte erst nach einer Zusage geklärt.
 
Das Ende des Jobinterviews ist ebenfalls voller Fallstricke. Auch bei der Verabschiedung sollte auf die Gepflogenheiten geachtet werden: Dem Gegenüber zu danken, aufzustehen und die Hand zu geben – und dabei in das Gesicht des Anderen zu schauen, gehört dazu. Als erstes danach zu fragen, wann die Entscheidung fällt dagegen nicht. Hier gehen die Meinungen auseinander: Eigentlich ist es Sache des Arbeitgebers dem Bewerber mitzuteilen, wann mit einer Entscheidung zu rechnen wäre. Tut er dies nicht, darf nachgefragt werden – aber höflich.
 
Wer sich souverän mit einem Dankeschön und Lächeln verabschiedet, hat schon mal einiges richtig gemacht. Wenn es dennoch eine Absage gibt, sollte man aber nicht verzweifeln. Ausschlaggebend für die Stellenbesetzung sind viele Faktoren. Und Übung macht ja bekanntlich den Meister.

 © ZEIT ONLINE ( Zur Original-Version des Artikels)

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