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Anfangen: So gelingt der Start

Mann schreibt auf Papier [Quelle: Unsplash.com, Helloquence]

Quelle: Unsplash.com, Helloquence

Deine Bewerbung war erfolgreich. Glückwunsch! Hier erfährst du, worauf du bei Vertragsabschluss und Probezeit achten musst. Außerdem geht es um die ersten Wochen im Beruf. Was sollte bis wann passieren? Jetzt stürmt vieles auf dich ein. Wenn du zweifelst, ob du das alles schaffst, denk doch mal an die Bewerbungszeit zurück. Du hast dich gegen andere durchgesetzt und das Unternehmen von dir überzeugt. Dass du hier bist, beweist: Die trauen dir das zu. Und das solltest du auch.

1. Was gehört in einen Arbeitsvertrag?

Deine Aufgaben, die Stunden pro Woche sowie Gehalt, Sonderzahlungen und Urlaub sollten drinstehen. Außerdem wichtig: dass der Arbeitsort genannt wird. Sonst kann der Arbeitgeber dich bei Umstrukturierungen einfach von einer Stadt in die andere versetzen. Wenn du dir unsicher bist, ob etwas Wichtiges fehlt, schau in das sogenannte Nachweisgesetz. Dort hat der Gesetzgeber aufgelistet, was unbedingt in einen Arbeitsvertrag hineingehört.

2. Und was sollte dort besser nicht stehen?

"Manche Arbeitgeber schreiben Sätze wie "Alle Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten" in den Vertrag. Solche Regelungen sind unwirksam. Egal, was dazu im Vertrag steht, die Bezahlung für Überstunden, die der Chef ausdrücklich von einem verlangt hat, kann man rückwirkend einklagen. Arbeitet man allerdings freiwillig mehr, um etwa eine Deadline einzuhalten, geht das in der Regel nicht. Unzulässig ist es zum Beispiel auch, wenn der Arbeitgeber im Vertrag festhält, dass man später nicht nahtlos zum direkten Konkurrenten wechseln darf. Das geht nur, wenn dafür eine sogenannte Karenzentschädigung vereinbart wird. Man muss aber keine Angst haben, dass der ganze Vertrag hinfällig ist, wenn er unwirksame Klauseln enthält. Die gelten dann nicht, der restliche Vertrag schon."

Simon Wionski, 34, ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Bremen.

3. Sind Befristungen okay?

Der Arbeitgeber darf einen Vertrag auf bis zu zwei Jahre befristen. Er darf einen Vertrag auch dreimal verlängern, solange er dabei den Zeitraum von insgesamt zwei Jahren nicht überschreitet. Der Arbeitgeber kann also zum Beispiel zuerst einen Jahresvertrag ausstellen und anschließend zwei Verträge über je ein halbes Jahr. Anders ist es, wenn ein sogenannter Sachgrund vorliegt. Das gilt zum Beispiel, wenn du jemanden während der Elternzeit vertrittst. Dann darf die Befristung zwei Jahre überschreiten. Auch in bestimmten Branchen gelten Ausnahmen, zum Beispiel für das wissenschaftliche Personal an Universitäten oder bei Ärzten in der Ausbildung. Start-ups können sogar in den ersten vier Jahren nach ihrer Gründung eine Stelle ohne Sachgrund befristen. Dahinter steckt der Gedanke, dass sie am Anfang noch nicht abschätzen können, wie sich das Unternehmen entwickelt und wie viel Personal sie brauchen.

4. Gelten auch mündliche Absprachen?

Ja, und zwar genauso wie der schriftliche Vertrag. Allerdings kann es schwierig sein, sie nachzuweisen. Lass dir daher besser alles Wichtige schriftlich geben. Mündliches verstehst du besser als Absichtserklärung und nicht als Zusage.

5. Was ist die Probezeit, und welche Regeln gelten?

Probezeit heißen die Monate zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses. In dieser Zeit dürfen Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit einer Frist von zwei Wochen und ohne Angabe von Gründen kündigen, sofern im Tarifvertrag nichts anderes vereinbart wurde. Bei Angestellten darf die Probezeit maximal sechs Monate dauern. Das gilt sogar, falls man innerhalb dieser Zeit länger ausgefallen ist, weil man krank war. Bei Beamten zur Probe und beamtenähnlichen Verhältnissen gelten in der Regel längere Zeiträume.

Bei manchen Verträgen ist die Probezeit drei Monate oder sogar nur sechs Wochen lang. Das bedeutet aber nur, dass sich die Kündigungsfrist nach dieser Zeit verlängert. Trotzdem kann man noch bis zum ersten Tag des siebten Beschäftigungsmonats kündigen, ohne dafür Gründe anzugeben.

6. Was passiert am ersten Tag im Job?

Am besten fragst du vorher, wann und wo du dich einfinden sollst. Meist führt dich der Chef oder ein Mentor durch die Abteilung, und du stellst dich kurz vor. Sei auch darauf gefasst, dass dich jemand in ein Meeting mitnimmt und du dort aufgefordert wirst, einige Sätze über dich zu sagen. Auch wenn du hochmotiviert bist und am liebsten gleich loslegen möchtest: Mach dir bewusst, dass es für alle anderen im Unternehmen ein ganz normaler Arbeitstag ist. Deshalb solltest du Verständnis haben, wenn die Kollegen beschäftigt und vielleicht auch einmal kurz angebunden sind. Darüber hinaus wirst du dich am ersten Tag vor allem mit wenig spannenden administrativen Aufgaben beschäftigen: zum Beispiel den eigenen Arbeitsplatz einrichten, Passwörter festlegen und den Dienstausweis abholen.

7. Wie laufen die ersten Wochen im Beruf?

Vor dem Start: "Am besten erledigt man jetzt private Termine wie Umzug oder Arztbesuche, damit man später den Kopf frei hat."

Die erste Woche: "In dieser Zeit lernt man, sich im Unternehmen und am Arbeitsplatz zurechtzufinden – wie heißen die Kollegen, wo liegen die Templates für Präsentationen, und wo finden die Meetings statt? In einem Notizbuch kann man sich das Wichtigste aufschreiben, etwa Kollegennamen, aber auch, was einem verbesserungswürdig oder unlogisch erscheint und wie es einem gerade geht. Denn in der ersten Zeit gilt: Man sollte sich mit Kritik zurückhalten und abwarten. Später können solche Notizen sehr hilfreich sein. Falls das Unternehmen keinen Paten stellt, kann man sich selbst an einen erfahrenen Kollegen wenden. Auch Sekretariate sind eine super Anlaufstelle für Fragen."

Nach vier bis sechs Wochen: "Jetzt sollte man sich nicht nur fachlich einbringen, sondern auch die Art des Umgangs miteinander aufmerksam beobachten. Welche Maßstäbe setzt das Unternehmen zum Beispiel, wenn es um die Weitergabe von Informationen geht? Ist es okay, der Nachbarabteilung Details aus dem aktuellen Projekt zu erzählen, oder möchte der Chef das nicht? Ein Blick ins Notizbuch hilft gegen das Gefühl, dass einem alles über den Kopf wächst, denn man erkennt, was man schon alles gelernt hat."

Nach drei Monaten: "Inzwischen kennt man die Standardprozesse und kann die ersten größeren Arbeiten eigenständig erledigen. Die anderen sollten jetzt den Eindruck haben, dass man ein vollwertiges Teammitglied geworden ist, auf das sie zählen können. Das ist sehr wichtig, denn wenn jemand in der Probezeit scheitert, dann meist nicht an fachlichen Problemen, sondern weil er sich nicht integriert hat."

Doris Brenner, 56, berät Arbeitnehmer und Unternehmen. Sie hat das Buch "Karrierestart nach dem Studium" (Haufe Verlag) geschrieben.

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