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26 Stunden pro Woche - ackern Studenten weniger als gedacht?

Lesen Studieren Buch Studentin (Quelle: freeimages.com, lusi)

Quelle: freeimages.com, lusi

Viel Inhalt in wenigen Semestern: Die Studenten von heute müssen richtig malochen - so die landläufige Meinung. Einer neuen Studie zufolge wenden deutsche Studenten nur 26 Stunden pro Woche für die Uni auf. Das ist nicht nur überraschend, sondern steht auch in Widerspruch zu bisherigen Studien.

Erst die Umstellung auf das Bachelor-Master-System, die das Studium deutlich straffer und stressiger machte, und dann auch noch die Studiengebühren, die nur mit Nebenjobs zu stemmen sind und damit die Stress-Schraube weiter anziehen: Studenten heutzutage arbeiten hart und viel - oder? Das Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung (ZHW) in Hamburg hat 400 Studenten ihren Arbeitsaufwand für das Studium errechnen lassen und lässt die Mär vom Bummelstudenten neu aufleben.

Nur 26 Wochenstunden fürs Studium

Die befragten Studenten sollten ihren Tagesablauf protokollieren, um den Arbeitsaufwand möglichst genau bestimmen zu können. Das Ergebnis: Der Durchschnittsstudent wendet nur 26 Stunden pro Woche für sein Studium auf. Dabei galt es bisher als Allgemeinwissen, dass ein Studium heutzutage eine hohe Belastung bedeutet. Andere Untersuchungen hatten das zudem bestätigt. Laut der aktuellen Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks verwenden Studenten im Schnitt 37 Stunden pro Woche fürs Studium und zusätzliche sechs Stunden für den Nebenjob. Wie lassen sich diese großen Unterschiede erklären?

Gefühlter und echter Arbeitsaufwand

Ein Grund liegt wahrscheinlich in der Erhebung der Daten: Während in den bisherigen Studien die Studierenden den Arbeitsaufwand nur schätzen sollten, mussten in der ZHW-Studie die Probanden genau protokollieren, wann sie fürs Studium arbeiteten und wann nicht. Offensichtlich ist der gefühlte Aufwand höher als der tatsächliche. Gegen die Aussagekraft der Untersuchung spricht allerdings die relativ geringe Zahl der Probanden: Nur 400 Studenten protokollierten ihren Tagesablauf. Für die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks wurden dagegen 16.370 Studenten befragt. Das Ergebnis könnte außerdem dadurch verzerrt sein, dass an solchen Studien hauptsächlich Studenten teilnehmen, die eben für solche Studien Zeit haben.

Nur reine Lernzeit wurde berechnet

Sind Studenten nun also hoch belastet oder nur wenig belastbar? Man sollte bedenken, dass die ZHW-Studie nur die Zeit misst, die für Lernen und In-der-Uni-sitzen draufgeht. Alles, was an Organisationsaufwand rund ums Lernen zeitlich zu Buche schlägt, fällt durch das Raster. Das könnte erklären, warum gefühlter und tatsächlicher Aufwand so weit auseinanderliegen. Denn auch der "Studierenden-Survey", eine Studie, die von der AG Hochschulforschung an der Universität Konstanz durchgeführt wird, bestätigt, dass sich deutsche Studenten stark belastet fühlen: Die Hälfte macht sich demnach Sorgen, dem Studiums-Stress nicht gewachsen zu sein.

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Kommentar (1)

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  1. Maria

    Es hängt davon ab..

    Es hängt doch davon ab, welche Studente man für eine Stichprobe nimmt. Wie soll es mit 26 Stunden gehen, wenn nur die Präsenzzeit bei uns z.B. bei 27 Stunden liegt. Und die, die bestehen wollen müssen auch zu Hause lernen. Wenn man aber als Norm die studunten nimmt, die 8-9 Semester statt 6 Regelsemester studieren, dann sind die vorgestellten Ergebnisse natürlich representativ.

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