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Inkognito zum neuen Job?

Fragezeichen

Quelle: Freeimages.com, beni_bb

Frauen, Migranten und ältere Arbeitnehmer haben es bei Bewerbungen nachweislich schwerer. Können Lebensläufe ohne Foto, Namen und Alter Diskriminierungen mindern? Auf jeden Fall, meint die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und startet ein Pilotprojekt mit fünf Unternehmen.

L'Oréal und Procter & Gamble sind bereits mit im Boot, die anderen drei Unternehmen will Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, im August vorstellen. Studien hätten gezeigt, dass Menschen, die Mehrfachdiskriminierungen ausgesetzt sind, es besonders schwer haben, erklärt Lüders: Der junge Bewerber beispielsweise, der aus einer Migrantenfamilie stammt und eine dunkle Hautfarbe hat. Oder die türkische Frau mit Kopftuch.

Bestes Argument: Die Qualifikation

Der Ursprungsgedanke einer Bewerbung ist, dass der Arbeitgeber sich ein möglichst umfassendes Bild des Kandidaten machen soll. Dem widerspricht die anonymisierte Bewerbung. Doch die Befürworter der Antidiskriminierungsstelle argumentieren, dass das Unternehmen den Bewerber schließlich beim Vorstellungsgespräch richtig kennenlerne. Und bei einer anonymisierten Bewerbung könnten sich sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer sicher sein, dass die Einladung zum persönlichen Gespräch nur aufgrund der fachlichen Qualifikation des Bewerbers zustande kam.

Anonyme Bewerbung – absolute Gerechtigkeit?

Doch reichen anonyme Lebensläufe aus, um Diskriminierungen zu vermeiden? Wer hindert einen Personaler daran, dem Bewerber mit der dunklen Hautfarbe nach dem Vorstellungsgespräch eine Absage zu erteilen? Christine Lüders von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes argumentiert, dass Personaler auch Bewerber mit Migrationshintergrund mit anderen Augen betrachten, wenn der Kandidat bereits mit seinem Lebenslauf überzeugt habe. Ein vollständiger Schutz vor Diskriminierung sei das natürlich nicht, aber die erste große Hürde sei mit der Einladung zum Gespräch schon mal geschafft.

Anonyme, s'il vous plaît

In den USA sind Bewerbungen ohne Angabe persönlicher Daten längst Gang und Gäbe. Auch bei unseren französischen Nachbarn breitet sich die "Bewerbung inkognito" langsam aus: Seit Ende letzten Jahres fordern 50 französische Unternehmen anonymisierte Bewerbungen an. Hartnäckig unterstützt wird das Projekt dabei sogar von Präsident Nicolas Sarkozy. In einigen Branchen ist Anonymität im Bewerbungsprozess auch hierzulande keine neue Erfindung: Orchestermusiker spielen beispielsweise häufig hinter Leinwänden vor, damit die Entscheidung für oder gegen sie nicht aufgrund von Äußerlichkeiten fällt.

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