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Anerkennung auch für Querdenker

Quelle: Pixabay, PourquoiPas

Warum Chefs viel mehr loben sollten: Echte Wertschätzung bringt Innovationskraft hervor.

Nur selten gibt es Lob vom Vorgesetzten. Wer nicht gerade in herausragenden Projekten arbeitet, sondern schlicht seinen Job macht, der kennt das. Viele Beschäftigte geben in Umfragen an, dass sie seit Jahren nicht von ihrem Chef für ihre Arbeit gelobt wurden. Das ist bitter. Und hat langfristige Folgen: Die einen erwarten schon gar keine Wertschätzung mehr und haben sich damit abgefunden, dass der Job einfach nur Broterwerb ist. Sie halten ihre Leistung zurück. Das heißt aber auch: Sie engagieren sich in der Regel nicht mehr dafür, das Unternehmen, ein Produkt oder einen Arbeitsablauf zu verbessern. Und die Zahl der Unzufriedenen steigt stetig. Zuletzt stellte eine Studie der Initiative Gesundheit und Arbeit (IGA) fest, dass mindestens jeder fünfte Beschäftigte innerlich bereits gekündigt hat.

Die anderen ziehen aus dem fehlenden Lob ihre Konsequenzen: Diese Mitarbeiter suchen sich entweder einen anderen Job oder sie machen nur noch Dienst nach Vorschrift und suchen ihre Verwirklichung außerhalb der Arbeit. Auch hier entgeht dem Unternehmen jede Menge Potenzial.

Nicht zu loben hat damit eine fast zerstörerische Kraft. Und es ist dumm: Loben ist nicht nur die beste Motivation, sondern auch die kostengünstigste.

Dabei macht Lob Mitarbeiter erwiesenermaßen kreativ, loyal und leistungsbereit. Immer wieder stellen Studien fest: Kaum etwas spornt Beschäftigte so an (und verbessert das Wohlbefinden am Arbeitsplatz und damit auch nachhaltig das Betriebsklima) wie Wertschätzung seitens der Führungskräfte für alle Mitglieder eines Teams. Trotzdem verzichten die meisten Chefs darauf. Befragungen unter Personalverantwortlichen zeigen die Gründe: Oft sind die Führungskräfte selbst überlastet. Oft fehlen ihnen wichtige soziale Kompetenzen – und nicht selten liegt es auch an der Einstellung zum Team. Eine Führungskraft, die ihre Mitarbeiter nicht wirklich schätzt, wird auch seltener loben. Wieder andere finden Lob schlicht überflüssig und führen nach dem Motto "Nicht gemeckert ist gelobt genug".

Auch Querdenker wollen Wertschätzung

Kürzlich zeigte eine Studie der Universität Hongkong, dass Lob selbst dann wichtig ist, wenn Mitarbeiter sich gar nicht regelkonform verhalten. In ihrer Untersuchung wollten die Forscher herausfinden, was die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens am meisten erhöht und stellten fest: Lob für die Angepassten – und mehr Lob für die Unangepassten. Das klingt überraschend, da in der Regel regelkonformes Verhalten wertgeschätzt wird. Den höheren Output an Innovationskraft und Kreativität haben jedoch die Regelbrecher, die sich als Querdenker betätigen, Kritik üben, Eigeninitiative zeigen und kreative Lösungen für bestimmte Aufgabe finden.

Problematisch ist, dass gerade im Mittelmanagement viele Führungskräfte gelernt haben, Querdenker eher zu bestrafen statt zu belohnen. Ein einmal bekannter Lösungsansatz oder Workflow wird dann als einzig richtiger angesehen. Ein Verstoß wird als Aufbegehren gegen die Unternehmenskultur angesehen. Das ist vor allem ein gängiges Führungsverhalten in Unternehmen, in denen Innovationen über Hierarchien gesteuert werden, die also stark patriarchal geprägt sind. Mitarbeiter, die kritische Fragen stellen und andere  Lösungen ausprobieren wollen, gelten in solchen Unternehmen eher als lästige Querulanten. Doch so werden kreative Ideen verhindert, das Unternehmen beschneidet sich selbst.

Besser ist es, auch Querdenker, die vermeintlich zunächst neue Probleme schaffen, für ihren Einsatz wertzuschätzen. Und diejenigen, die angepasst konsequent Leistungen zeigen, sowieso.

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

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