Was verdiene ich als Ingenieur?

Ingenieur Plan Bosch Zeichnung (Quelle: freeimages.com, lusi)

Quelle: freeimages.com, lusi

Dass Ingenieure begehrte Fachkräfte sind und daher selten am Hungertuch nagen müssen, ist bekannt. Dennoch gibt es je nach Branche, Region oder Betriebsgröße erhebliche Unterschiede. Der Teufel steckt also im Detail: Verdienst du mehr als Bauingenieur oder als Elektroingenieur? Bist du in München besser bezahlt als in Hamburg? Und wie groß ist der Gehaltsunterschied zwischen West und Ost?

Unter www.lohnspiegel.de können Arbeitnehmer anonym Auskunft geben über ihr Einkommen und ihre Arbeitsbedingungen. Das Projekt wird vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-Böckler-Stiftung betreut. Die jüngste Auswertung für Ingenieure liefert interessante Ergebnisse:

Was verdient ein Ingenieur im Schnitt?

Mit durchschnittlichen 4.380 Euro pro Monat zählen Ingenieure eindeutig zu den Besserverdienern. In den einzelnen Ingenieurberufen variiert das Einkommen jedoch stark: Das Einstiegsgehalt als Wirtschaftsingenieur in der Logistik ist also nicht ohne Weiteres mit dem Einstiegsgehalt im Maschinenbau zu vergleichen. Ein Elektronik- und Fernmeldeingenieur bekommt mit 4.800 Euro im Monat am meisten, ein Bauingenieur mit 3.700 Euro am wenigsten.

Welche Branche zahlt am besten?

Auch je nach Branche sind die Gehälter sehr verschieden: Die Telekommunikationsbranche zahlt rund 5.000 Euro im Monat, Ingenieure im Maschinenbau bekommen 4.500 Euro, im Baugewerbe musst du dich mit 3.600 Euro zufrieden geben.

Bekomme ich in Großbetrieben mehr?

Auch die Betriebsgröße beeinflusst das Gehalt. In Kleinbetrieben mit unter 100 Mitarbeitern erhältst du im Schnitt 3.700. In Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern darfst du auf 4.900 Euro pro Monat hoffen.

Gibt es regionale Unterschiede?

Zunächst einmal fallen die Gehälter in West- und Ostdeutschland unterschiedlich hoch aus: Durchschnittlich 23 Prozent weniger stehen im Osten auf der Gehaltsabrechnung. Weitere Unterschiede zeigen sich beim Vergleich von Großstädten: Wer in Frankfurt am Main arbeitet, bekommt mit 4.800 Euro am meisten, in Köln oder Berlin gibt es rund 700 Euro weniger im Monat.

Welche Faktoren beeinflussen noch das Gehalt?

  • Tarifbindung: Wenn du als Ingenieur in einem tarifgebundenen Betrieb unterkommst, kannst du mit 21 Prozent mehr Gehalt rechnen.
  • Geschlecht: Der Frauenanteil ist bei Ingenieuren mit nur 12 Prozent sehr gering. Wie in den meisten anderen Branchen fällt auch hier das Gehalt für die weiblichen Kollegen knapper aus: 17 Prozent weniger verdienen Frauen im Schnitt.
  • Ausbildung: Die ewige Frage "Uni oder FH?" spielt auch hier eine Rolle: Uni-Absolventen verdienen 6 Prozent mehr als FHler. Ingenieure mit Promotion stehen finanziell noch besser da: Mit 19 Prozent mehr Gehalt schlägt sich der Doktortitel auf dem Gehaltszettel nieder.
  • Berufserfahrung: Wer null bis fünf Jahre Erfahrung vorzuweisen hat, erhält durchschnittlich 3.600 im Monat. Wer über seit über 20 Jahren Ingenieur ist, knackt die 5.000er-Marke.
  • Position: Wenn du es als Ingenieur in eine Vorgesetztenposition (Gruppen-, Abteilungs-, Hauptabteilungsleiter) schaffst, kannst du dich über 18 Prozent mehr Geld freuen. Als Hauptabteilungsleiter bekommst du sogar rund 2.000 Euro mehr pro Monat als ohne Vorgesetztenposition.
  • Sonderzahlungen: Dein Monatsgehalt ist nicht alles. Mehr als die Hälfte der Ingenieure erhält Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. 32 Prozent bekommen eine Gewinnbeteiligung. Wenn dein Betrieb tarifgebunden ist, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, Weinachtsgeld zu bekommen, sogar auf 70 Prozent.
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