von Janet Lakatos

Networking

Das "Who is Who" der Netzwerke

Es gibt unterschiedliche Netzwerke: regionale und überregionale, geschlossene und offene sowie formelle und informelle. Manche Netzwerke folgen der Devise "offen für alle", andere suchen sich ihre Mitglieder sehr genau aus.

Prominentes Beispiel für ein geschlossenes Netzwerk ist der Adel – einzig Geburt oder Heirat entscheiden, wer dazu gehört und wer nicht. Nicht ganz so restriktiv, aber dennoch exklusiv sind Netzwerke wie der Lions- oder Rotary Club. Nur wer das nötige Kleingeld und soziales Engagement nachweisen kann, kommt für eine Aufnahme in Frage. Ähnlich funktionieren auch der Übersee-Club in Hamburg, der Herrenclub in München oder der Berlin Capital Club - hier treffen sich branchenübergreifend die Top-Manager großer Unternehmen.

Für jeden etwas
Offene Netzwerke haben hingegen keine hohen Aufnahmehürden und entsprechend viele Mitglieder. Zu dieser Netzwerkart zählen die politischen Parteien und viele Stiftungen. Eine spezielle Form der offenen Netzwerke sind Berufsverbände: Nur wenn meine berufliche Tätigkeit dem Netzwerk entspricht, kommt eine Aufnahme in Frage. Frauennetzwerke sind ebenfalls nur bedingt als offen zu bezeichnen - ein Mann wird bei den "Webgrrls" keinen Zugang finden.

Deutschlandweit und doch lokal
Viele Berufsverbände gliedern sich in lokale Gruppen, die einem überregionalen Dachverband angehören, beispielsweise der Deutsche Journalisten-Verband: Er unterhält 16 Landesverbände. Diese lokale Anbindung ermöglicht es, vor Ort Vorträge, Weiterbildungen oder Netzwerk-Treffen anzubieten. So können sich die Mitglieder persönlich kennen lernen und sind über ihre Region informiert. Auch der Deutsche Manager-Verband setzt auf diese Mischung aus großem Netzwerk und Regionalvertretungen und bietet regelmäßig "ManagerEvents, KreativEvents und ManagerFundays" an, um Kontakt und Vertrauen zwischen den Mitgliedern zu fördern.

Gleich und gleich gesellt sich gern
Eine weitere Netzwerk-Form sind die formellen Netzwerke, dazu zählen zum Beispiel Vereine – Deutschland hat davon rund eine halbe Millionen. Formelle Netzwerke besitzen eine feste Satzung und Struktur und die Mitglieder treffen sich regelmäßig. Informelle Netzwerke weisen solch feste Komponenten nicht auf. Es handelt sich um inoffizielle Treffen, die sowohl freundschaftlich als auch geschäftlich gefärbt sind. Beliebt sind informelle Netzwerke, wenn es um sportliche Aktivitäten geht. Ein Beispiel: Der "Similaun-Kreis" um Reinhold Messner, dem Topmanager wie Linde-Chef Wolfgang Reitzle, Jürgen Schrempp, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von DaimlerChrysler oder Post-Chef Klaus Zumwinkel angehören - erst bergsteigen, dann Geschäfte machen.

Selektion
Der Zugang zu Netzwerken kann von vielen Faktoren abhängen: Geschlecht, Beruf, Einkommen, Engagement oder Hobbys. Bei offenen Netzwerken ist prinzipiell jeder zugelassen. Anders verhält es sich mit privaten Business-Veranstaltungen – entweder ich erhalte eine Einladung oder nicht.

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Je höher in der Pyramide, desto schwieriger ist es, hinein zu kommen. (Quelle: Monika Scheddin, Erfolgsstrategie Networking, Nürnberg 2005.)


Welches Netzwerk ist das richtige für mich?
Nicht jedes Netzwerk steht einem offen – aber auch nicht jedes Netzwerk passt zu den persönlichen Plänen. Daher gilt es, sich Gedanken zu machen, wo finanzielles und zeitliches Engagement lohnt und sich vorab zu fragen, welche Ziele ich über das Netzwerk erreichen möchte: Es macht einen Unterschied, ob ich nur die Branchenzeitschrift zu günstigen Konditionen haben möchte oder aktiv Kontakte zu Menschen im gleichen Arbeitsfeld suche. Einige Netzwerke bieten Fremden sogar die Möglichkeit, vorab Netzwerk-Luft zu schnuppern, beispielsweise einen Vortrag zu besuchen.

Einige Netzwerke im Überblick:
Studentisch:


Netzwerk-Etikette
Gewusst, wie gilt auch beim Business-Networking. Vorrangiges Prinzip: Geben und Nehmen. Das bedeutet jedoch nicht, kleinlich eine Liste über Soll und Haben zu führen. Jede Hilfeleistung ist freiwillig und sollte gerne getätigt werden. Networking kann schon bei ganz kleinen Dingen anfangen: Lese ich einen Artikel und weiß, dass er einen Netzwerk-Kollegen interessieren würde, bringe ich den Ausschnitt beim nächsten Treffen einfach mit oder leite ihn per E-Mail weiter. Doch nicht nur was ich leiste, zählt beim Netzwerken – auch das Wie spielt eine Rolle. So ist gekonnter Smalltalk auch beim Netzwerken hilfreich. Besonders auf Netzwerk-Treffen ist vieles einfacher, wenn man die Kunst des charmanten Plauderns beherrscht. Habe ich Kontakte geknüpft, sollte ich sie pflegen - sonst war die Mühe nachher umsonst. Dabei gilt: Je wichtiger der Kontakt, desto mehr Aufmerksamkeit sollte ich ihm schenken.

Verhaltensregeln für gutes Networking:

  • Geben und Nehmen
  • Interessen anderer mitdenken
  • Menschen in Kontakt bringen
  • Auf andere zugehen
  • Kontakte pflegen

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