Einstiegsgehälter
Wie viel bin ich wert?
Nach der Uni ist vor dem Berufseinstieg. Aber was ist ein Studium wert? Wie wichtig ist mir mein Gehalt? Und wie viel Gehalt brauche ich überhaupt zum Leben? Damit die Gehaltspassage im Einstellungsgespräch nicht zur Stammeleinlage wird, solltest du dich vorher ausführlich informieren und recherchieren, welche Gehälter in der jeweiligen Branche und Funktion üblich sind.
Natürlich ist es beim ersten Mal besonders schwer einzuschätzen, was man wert ist. Verlangt man zu viel, katapultiert man sich selbst ins Aus, besonders, wenn die Arbeitsmarktlage nicht die beste ist. Nennt man einen zu niedrigen Betrag, verkauft man sich unter Wert. Falsche Bescheidenheit führt dazu, dass dein Chef dich unterschätzt. Außerdem wirkt zu wenig Gehalt demotivierend und du bist wahrscheinlich im neuen Job schon bald gefrustet. Ferner droht die Gefahr, auf dem niedrigen Einstiegseinkommen sitzen zu bleiben. Denn es ist sehr schwer, bei späteren Nachverhandlungen große Sprünge zu machen.
Wie wichtig ist dir dein Gehalt?
Was ist dir wichtiger: gute Bezahlung oder Spaß an der Arbeit? Viele Absolventen legen mehr Wert auf Freude an der Arbeit, Work-Life-Balance und die "richtige" Stelle als auf eine hohe Bezahlung. Langfristig möchten sie allerdings schon ein Gehalt, das sie für die lange Ausbildungszeit entschädigt - das Studium soll sich ja schließlich auszahlen. Beim Einstiegsgehalt kann man also noch Abstriche machen, mit der Berufserfahrung soll das Gehalt aber steigen, auch im Bezug auf Familienplanung, wachsende Ausgaben und Ansprüche.
Antworten von zwei Absolventen auf die Frage, wie wichtig ihnen ihr Gehalt ist:
e-fellow Petra (25), beendete ihr Studium zum Kulturwirt an der Universität Passau im April 2007. Nach dem Studium wollte sie gerne im Bereich Kongress- oder Messemanagement arbeiten.
"Für mich ist Work-Life-Balance ein nicht zu vernachlässigender Faktor bei der Jobsuche. Da die eigene Vorsorge aber ein gutes Gehalt erfordert, bin ich bereit, flexibel zu reagieren, wenn es um die Vereinbarung von Beruf und Freizeit geht."
e-fellow Jan (25), studierte bis Juli 2007 Soziologie an der Universität Bielefeld. Danach hatte er verschiedene Perspektiven. Eine Möglichkeit wäre zu promovieren. Er könnte sich aber auch vorstellen im Politik-Consulting oder der Beratungsbranche tätig zu sein.
"Für den Einstieg ist mir mein Gehalt nicht unbedingt sehr wichtig, perspektivisch allerdings schon relativ."
Seite 2: Das Einstiegsgehalt ist nicht alles! Welche Anreizsysteme dich in den Unternehmen erwarten und was bei Gehaltsverhandlungen zu beachten ist, erklären Nils Pleier und Rolf Pfeiffer. >>
Seite 3: Was bist du den Unternehmen wert? Die "Hausnummern" sind von Branche zu Branche unterschiedlich. Wo was gezahlt wird, kannst du hier nachlesen. >>
Wo informierst du dich?
Petra: Ich führe Gespräche mit Freunden und recherchiere im Internet (e-fellows.net, monster.de et cetera) sowie in Zeitschriften wie dem Magazin karriere.
Jan: Ich informiere mich in den Medien und über Gespräche mit Freunden.
Was das Gehalt bestimmt:
- Qualifikationen des Bewerbers
- stellenrelevante Praktika, Fremdsprachen
- Verhältnis von Angebot und Nachfrage
- Branche, Region, Firmengröße, Tarifvertrag
- Stellenprofil und Aufgaben (Verantwortungsumfang, notwendige Qualifikationen für die Position)
- Soft Skills / Persönlichkeit des Bewerbers (passt der Bewerber ins Team)
Und was möchten Sie bei uns verdienen?
Oft musst du schon in der schriftlichen Bewerbung eine konkrete Gehaltsvorstellung angeben. Informiere dich daher vorher genau über deinen Marktwert. Denn wenn dich dein potenzieller Chef im Vorstellungsgespräch nach deinem Gehaltswunsch fragt, geht es nicht nur ums Geld: Du kannst damit zeigen, dass du über die üblichen Gehälter Bescheid weißt und die Position richtig einschätzt. Es ist immer sinnvoll, sich an Tarifverträgen und Umfrageergebnissen in den Medien zu orientieren. Dadurch kannst du auf jeden Fall verhindern, völlig daneben zu liegen. Auch, an den Gehaltswünschen der Kommilitonen kannst du dich orientieren. Darüber hinaus gibt es viele Leistungen wie etwa Erfolgsbeteiligungen. Die können ohnehin nicht genau beziffert werden, so dass sich das Gehaltsfenster während der Verhandlungen noch vergrößern lässt.
Was machst du, wenn schon bei der Stellenausschreibung eine Gehaltsvorstellung gefordert wird?
Jan: Ich fände es schwierig, konkrete Gehaltsvorstellungen anzugeben.
Petra: Ich informiere mich und entscheide je nach Standort (Stadt-Land, Bundesland), Branche, Größe des Unternehmens, wie weit ich von meiner Ausgangsvorstellung abweiche.
Recherche-Links
Hier ein paar Links, die die Recherche im Netz erleichtern:
- www.jobpilot.de mit kostenpflichtigem Gehalts-Check
- Gehaltsanalyse bei Focus Personalmarkt
- Brutto-Netto-Gehaltsrechner bei sueddeutsche.de
- Kostenpflichtige Gehaltsanalyse: www.personalmarkt.de
- Was kriege ich netto raus? Einen Rechner hierzu und noch weitere Rechner für die Steuererklärung bietet steuernetz.de (vom Verlag für deutsche Steuerberater). www.steuernetz.de/content/rechner
- Der Hochschulanzeiger der FAZ nimmt Gehalts-Checks im Internet kritisch unter die Lupe und liefert weitere Links: www.hochschulanzeiger.de
- Staufenbiel-Unternehmensdatenbank
- VDI Einstiegsgehälter für Ingenieure
- Gehaltsstudie von alma mater kostenlos für registrierte Nutzer
- Einstiegsgehälter für Absolventen 2007 Eine Analyse der IG Metall für die Bereiche Automobil, Elektro, IT, Maschinenbau, Stahl und Telekommunikation
Kennst du noch andere gute Links? Dann schreib eine Mail an feedback@e-fellows.net.
Wie schätzt du dich selbst ein?
Jan: Ich schätze mich als überdurchschnittlich qualifiziert durch mein Studium (mit guten und sehr guten Noten), Auslandsaufenthalte im Studium, zwei Auslandspraktika, drei Fremdsprachen und nicht zuletzt mehrere Stipendien ein. Was das an Gehalt bedeutet ist mir in Zahlen nicht ganz klar, allerdings halte ich weniger als 30.000 Euro Jahresgehalt nicht für unbedingt erstrebenswert.
Petra: Ich denke, dass ich einen überdurchschnittlich guten Studienabschluss haben werde, so dass zumindest meine Noten kein Grund sein dürften, meine Gehaltsvorstellungen von ungefähr 35.000 Euro nach unten zu korrigieren.
Employer Branding 2008: Wunschgehalt
Die Studie "Employer-Branding 2008" ist ein Kooperationsprojekt von TNS Infratest, e-fellows.net, der Wochenzeitung DIE ZEIT und des Lehrstuhls für Marketingmanagement der Handelhochschule Leipzig. Sie analysiert die Wahrnehmung ausgewählter Arbeitgebermarken durch High Potentials. Über 2.000 e-fellows gaben ihr Urteil ab über die attraktivsten Branchen, Positionen und Arbeitgeber. Die Studie "Employer Branding 2008" fasst die Ergebnisse zusammen.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick findest du in einer Zusammenfassung.
Eine Frage aus der Studie, die hier besonders interessiert, ist folgende:
"Stelle dir vor, du bekommst nach Abschluss deines Studiums ein Angebot von deinem Wunscharbeitgeber. Welches Bruttojahreseinkommen (Euro) würdest du mindestens erwarten?"

