Direkteinstieg oder Trainee-Programm?
Gut vorbereitet für den Chefsessel
Marielle Cuevas von Bosch berichtet, warum sie sich für ein Trainee-Programm bei Bosch entschieden hat und was es ihr gebracht hat.
Marielle Cuevas (29) hat an der ITESM in Mexiko ihren Bachelor in BWL gemacht. In dieser Zeit ging sie für ein Semester an die WHU in Vallendar und hängte dann noch ein sechsmonatiges Praktikum im Einkauf an. Nach zwei Jahren Berufstätigkeit in Mexiko entschloss sie sich zu einen MBA an der Mannheim Business School und stieg anschließend im Junior Managers Program bei Bosch ein. Den e-fellows gibt sie Tipps für das Assessment-Center.
Sie hatten bereits Berufserfahrung gesammelt. Wieso haben Sie sich dennoch für das Junior Managers Program entschieden?
Zunächst war ich mir gar nicht sicher, ob ich ein Trainee-Programm absolvieren möchte. Die Mitarbeiter von Bosch, mit denen ich während der Bewerbungsphase gesprochen hatte, haben mir jedoch die Besonderheiten des Junior Managers Programs erklärt. Überzeugt hat mich schließlich, dass das Programm auf eine Führungsposition vorbereitet, man die dafür nötigen Fähigkeiten vermittelt bekommt und sich während der wechselnden Stationen einen guten Überblick über das Unternehmen sowie die verschiedenen Geschäfts- und Funktionsbereiche verschaffen kann.
Welche Stationen haben Sie durchlaufen und welche Aufgaben hatten Sie jeweils?
Meine ersten drei Stationen waren bei Bosch Sicherheitssysteme, wo ich sieben Monate im Einkauf gearbeitet habe. Ich habe dort die Einkaufsprozesse und –Struktur von Telex, einer von Bosch erworbenen Firma, analysiert, mit Bosch verglichen und einen Integrationsvorschlag gemacht. Außerdem habe ich die Aufgaben eines Facheinkäufers übernommen. Den gab es damals nämlich nicht. Danach war ich fünf Monate im Controlling und habe mich um die Wirtschaftsplanung gekümmert. Im Anschluss habe ich drei Monate in Marketing & Sales gearbeitet. Dort drehte sich in meinem Projekt alles um Cross-Selling und Preismanagement der Building Technology Sparte.
Waren Sie auch im Ausland?
Ja, nach diesen 15 Monaten in Deutschland bin ich für sechs Monate nach China gegangen, in die Einkaufszentrale von Bosch für Asien. Dort hatte ich zwei spannende Hauptprojekte: Im ersten Projekt ging um die Verlagerung des Global-Purchasing-Management-Teams und die Einkaufssysteme für "Leiteplatten" von Deutschland nach Hong Kong. Verlagert haben wir, weil mittlerweile 90 Prozent der Lieferanten in Asien sitzen, und das Einkauf- und Lieferantenmanagement so leichter fällt. Mein zweites Projekt war die Vorbereitung und Durchführung einer Projektmanagement-Schulung für unsere Einkaufskollegen in Shanghai, Hong Kong, Südkorea und Taiwan. Dabei haben mir meine Erfahrungen, die ich bei Bosch und in meinen früheren Job gesammelt hatte, sehr geholfen.
Sie sind nun seit Januar mit dem Junior Managers Program fertig. Was sind jetzt Ihre Aufgaben?
Seit Januar bin ich bei Bosch Sicherheitssysteme für den strategischen Einkauf von elektronischen Bauelementen zuständig. Außerdem kümmere ich mich um die weltweite Umsetzung von zentralen Richtlinien, wie Insolvenzmanagement und Lieferanten-Monitoring.
Haben Sie zum Abschluss Tipps für Bewerber?
Das Assessment-Center ist sehr wichtig. Bestandteile sind eine Einzelpräsentation und eine Gruppenübung. Es ist dabei entscheidend, Probleme von allen Seiten zu beleuchten und aus verschiedenen Perspektiven zu lösen. In der Gruppendiskussion sollte man sich einbringen und Lösungen vorschlagen. Bei der anschließenden Präsentation kann man punkten, indem man mit Bildern und mit Kreativität arbeitet. Weniger Text ist dabei oftmals mehr!
