Direkteinstieg oder Trainee-Programm?
Der Trainee - geliebt, verheizt, auf den Arm genommen?
Wer mit dem Bachelor sein Studium beendet, steigt meist als Trainee ein. Und verdient gutes Geld, wenn er seinen Abschluss beispielsweise in den Naturwissenschaften oder technischen Studienfächern gemacht hat. Warum sollten Absolventen dann nach einem Direkteinstieg streben? Vielleicht, weil sie keine "Edel-Praktikanten" sein wollen.
Seite 1: Der direkte Weg ins Management
Seite 2: Einstiegsgehälter und Risiken
Seite 3: Trainee im Interview
Tabelle: Trainee-Programme und Direkteinstieg
- Welche Traineeprogramme gibt es bei den Partnerunternehmen von e-fellows.net?
- Wo kannst du direkt einsteigen?
- Was sind die Voraussetzungen?
- Welche Studiengänge werden gesucht?
- Wo findest du mehr Informationen?
Antworten auf einen Blick in der Job-Einstieg-Tabelle (Excel).
Beim Einstiegsgehalt müssen Trainees im Vergleich zu Direkteinsteigern zunächst einmal Abstriche machen. Bei rund 39.000 Euro jährlich liegt das durchschnittliche Jahresbruttogehalt eines Trainees. (Stand: Februar 2009, Quelle: www.personalmarkt.de). Am wenigsten zahlen kleine Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern. Hier verdienen Trainees im Schnitt nur 30.100 Euro jährlich, während in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern im Schnitt 40.300 Euro drin sind.
Einstiegsgehälter: Wer bekommt was?
Je nach Branche können Trainees auch mehr verdienen: Die höchsten Gehälter werden in der Automobilindustrie (45.100 Euro Jahresgehalt) gezahlt. Aber auch Banken (41.700 Euro Jahresgehalt) und Pharmaunternehmen (40.600 Euro Jahresgehalt) zahlen überdurchschnittlich gut. Generell gut verdienen auch Ingenieure: Sie bekommen als Trainees im Schnitt 41.600Euro jährlich. Naturwissenschaftler und Informatiker kommen auf knapp 40.000 Euro jährlich, Wirtschaftswissenschaftler liegen bei rund 37.000 Euro im Jahr.
Trainee: viel Geld fürs Lernen
Das bedeutet, dass ein Trainee seinen Lebensunterhalt damit verdient, dass er einen Konzern von der Pike auf kennenlernen, in viele Geschäftsfelder hineinschnuppern und in Seminaren sein Wissen mehren darf. Das klingt entspannt: Erst wird man 12 bis 24 Monate fürs Lernen bezahlt - Auslandsaufenthalt oft inklusive - und dann winkt ein Job in der Abteilung, die einem am besten gefallen hat. Schön wär's.
Unsichere Zukunft für Trainees?
Das große "Aber" beim Trainee-Programm ist nämlich oft die Befristung des Vertrags. Das Unternehmen wird dich ausbilden, sofern es ein seriöses Programm ist, aber es wird dich auch auf Herz und Nieren prüfen. Solltest du in den zwei Jahren nicht den Erwartungen entsprechen, läuft der Vertrag einfach aus. Und du bist draußen.
Das Ende des Vertrags: eine Sollbruchstelle
Zwar gibt es auch unbefristete Trainee-Verträge, die automatisch nach Ablauf der Trainee-Zeit in eine Festanstellung übergehen, aber die sind rar. Natürlich will ein Unternehmen nicht viel Geld in die Ausbildung des Nachwuchses stecken, den es dann nach zwei Jahren wieder abschiebt. Trotzdem gilt: Das Ende des Trainee-Vertrags ist eine Sollbruchstelle. Das kann natürlich auch ein Vorteil für dich sein: Ist das Unternehmen doch nicht das richtige für dich, bist du frei, den Arbeitgeber zu wechseln.
Von Abteilung zu... oh, hier gibt es nur eine
Grundsätzlich ist die Trainee-Zeit darauf ausgelegt, einen möglichst umfassenden Überblick über alle Geschäftsfelder des Unternehmens zu verschaffen. Nur: Wenn das Unternehmen nur ein Geschäftsfeld hat? Wenn die Marketing-Abteilung aus nur einem Mitarbeiter besteht, der zugleich für Pressearbeit und Vertrieb zuständig ist? Hier gerät das Trainee-Programm rasch zum Praktikum, weil die festen Mitarbeiter ihre wichtigen Projekte nicht an den Anfänger abgeben wollen - und oft auch gar nicht genügend Projekte haben, um sie zu übertragen. Oder so überlastet sind, um den Trainee angemessen einzuarbeiten.
Auch im Kleinen lässt sich's lernen
Natürlich kann der Einsteiger auch hier fach- und branchenspezifische Kenntnisse erwerben. Aber ob er für das, was er in einem Viermannbetrieb lernen kann, wirklich 18 Monate veranschlagen muss, ist fraglich. Und ob das Networking - ebenfalls ein wichtiger Teil der Trainee-Zeit - wirklich etwas bringt, wenn man schon nach zwei Wochen die Urlaubsplanung der vier festen Mitarbeiter bis 2015 kennt, bleibt auch zu bezweifeln.
Schwarzmalerei ist nicht nötig
Was wirklich hinter einem Programm steckt, lässt sich nur durch Nachfragen herausfinden - außerdem solltest du zusehen, ob du mit jemandem reden kannst, der Trainee in dem Unternehmen deiner Wahl ist oder war. Vielleicht erzählt er dir nämlich von spannenden Auslandsstationen, Weiterbildungsseminaren und seinem direkten Weg zum Aufstieg.
Wo bleibt das Positive?
Davon gibt es eine Menge auf Seite 1 - und Tipps, worauf du bei der Wahl des Trainee-Programms achten solltest.
