Bewerbungsgespräche
Mach dich fit fürs Überzeugen
Endlich liegt er im Briefkasten: Der Umschlag, den du seit Wochen erwartest. Absender: Das Unternehmen, bei dem du arbeiten möchtest. Eine Einladung zum Bewer- bungsgespräch? Klasse! Deine fachlichen Kompetenzen haben den Personalchef also neugierig gemacht. Doch passt du wirklich ins Unternehmen? Davon sollst du ihn im Bewerbungsgespräch über- zeugen. Die beste Strategie: vor dem Gespräch für knackige Antworten und ein gutes Erscheinungsbild sorgen.
Schritt 1: Informiere dich!
Häufig stellen die Personalverantwortlichen Fragen, für deren Beantwortung du über das Unternehmen gut Bescheid wissen musst. Damit wollen sie herausfinden, ob du dich gut vorbe-
reitet und mit der Firma beschäftigt hast. Auch wenn du schon das eine oder andere weißt, solltest du dich vor dem Bewer-
bungsgespräch nochmals intensiv mit dem Profil deines Wunscharbeitgebers auseinandersetzen.
"Auf jeden Fall muss der Bewerber mit allgemeinem Wissen über das Unternehmen und die Branche ausgestattet sein. Aber auch Kenntnisse über den Bereich, für den man sich beworben hat, sind wichtig."
(Britta Wilstacke, KPMG, Human Resources)
Im Folgenden sind Fragen aufgelistet, die zu Unternehmen und Jobangebot gestellt werden könnten. Am besten überlegst du dir schon mal die Antworten:
- Welchen Eindruck vermittelt Ihnen unser Unternehmen?
- Wie stellen Sie sich Ihre Tätigkeit bei uns vor? (Lies hierzu unbedingt die Stellenanzeige noch einmal genau durch!)
- Wie gut kennen Sie unsere Dienstleistungen und Produkte?
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Kennen Sie andere Unternehmen aus unserer Branche?
Alles gewusst? Wenn nicht, solltest du dich nochmals auf Informationssuche begeben. Es gibt eine Reihe von Quellen, mit denen du dein Wissen zum Unternehmen erweitern kannst:
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Internet: Auf den Webseiten der Unternehmen findest du meist zu folgenden Schwerpunkten wertvolle Informationen: Standorte, Mitarbeiter, Leistungen, Kunden und Produkte. Manchmal findest du auf der Homepage sogar Geschäfts-
berichte und Unternehmensbroschüren zum Download. - Pressestelle: Ruf einfach an und frag nach Infomaterial.
- Wenn du Bekannte, Verwandte oder Freunde aus deinem Wunschunternehmen oder der entsprechenden Branche hast, kannst du dir viele Insider-Infos beschaffen.
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e-fellows.net: Informationen über unsere Partnerfirmen findest du auch bei uns in der Rubrik "Partner".
Schritt 2: Und was möchtest du wissen?
Mit der Recherche zum Unternehmen bist du fertig. Während du dich mit deinem Wunscharbeitgeber beschäftigt hast, sind jedoch noch Fragen offen geblieben. Die solltest du dir notieren und im Vorstellungsgespräch anbringen. Das hat zwei Vorteile für dich: Einerseits zeigen dir gezielte Fragen zur Tätigkeit, ob der Job und seine Arbeitsaufgaben auch wirklich deinen Vor-
stellungen entsprechen. Andererseits wollen die Personalverant-
wortlichen selbst von dir wissen, welche Fragen du hast. Wenn du spontan antwortest, zeigst du Interesse und gute Vorberei-
tung.
Schritt 3: Zeige deine Motivation!
Auch an deiner Bewerbungs- und Leistungsmotivation ist das Unternehmen interessiert. Mit anderen Worten: Die Personal-
verantwortlichen wollen wissen, warum und wie stark du am Job interessiert bist, und ob du mit viel Engagement deine Arbeits-
aufgaben erledigen wirst. Auch hierzu gibt es Fragen, mit denen sie das herausfinden wollen. Mache dir deshalb über Folgen-
des Gedanken:
- Warum hast du dich beim Unternehmen XY beworben?
- Was reizt dich an dem Jobangebot?
- Was willst du in fünf oder zehn Jahren erreicht haben? Was sind deine Ziele?
Bei den letzten beiden Fragen solltest du nicht zu hoch- aber auch nicht zu tiefstapeln. Überlege dir realistische Ziele.
Inhalt
Seite 1: Wer im Bewerbungsgespräch überzeugen will, muss sich gut vorbereiten. Wir zeigen dir die wichtigsten Schritte. >>
Seite 2: Was erwartet dich im Bewerbungsgespräch? Wie solltest du dich verhalten, um Sympathie zu schaffen? Welche Fragen sind für dich und die Interviewer tabu? >>
Seite 3: e-fellows berichten, was ihnen bei Bewerbungs-
gesprächen die meiste Panik bereitet, wie sie sich vorbe-
reiten und welche Fragen ihnen gestellt wurden. >>
Schritt 4: Analysiere dich selbst!
"Ich stelle häufig Fragen zur Beurteilung der eigenen Persön-
lichkeit. Besonders seine Stärken und Schwächen sollte der Bewerber kennen", sagt Britta Wilstacke, Mitarbeiterin des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG. Wenn du dich bisher damit noch nicht auseinandergesetzt hast, ist das kein Problem. Denn deine Stärken und Schwächen kannst du ganz einfach herauszufinden: Schaue dir deinen Lebenslauf an und überlege, welche deiner Eigenschaften zum guten Gelingen von Aufgaben beigetragen haben und welche für dich eher nachteilig waren. Von deinen Stärken solltest du im Bewer-
bungsgespräch diejenigen nennen, die für die Tätigkeit relevant sind. Um sie glaubwürdig zu kommunizieren, solltest du sie stets mit Beispielen belegen. Du kannst ausgezeichnet im Team arbeiten? Dann nenne ein erfolgreiches Projekt, in dem du mit mehreren Leuten zusammen etwas auf die Beine gestellt hast. Bezüglich der Schwächen solltest du beachten:
- Nobody is perfect: Behaupte nicht, du hättest keine Schwächen. Das wirkt unglaubwürdig und überheblich.
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Relativierung: Du kannst deine Schwächen entschärfen, in dem du Formulierungen wie "früher", "gelegentlich" oder "manchmal" benutzt. Wenn du etwas gegen deine Schwächen unternimmst, solltest du das auch erwähnen.
Schritt 5: Reflektiere deinen Lebenslauf!
Auch mit deinem Lebenslauf solltest du dich intensiv ausein-
andersetzen. Damit vermeidest du bei Fragen zu deinem Werdegang peinliche Wissenslücken. Gute Kenntnisse deines Lebenslaufs helfen dir auch, wenn du etwas über dich erzählen sollst. Du kannst auf Stationen deines Lebens eingehen, durch die du dich für deinen Wunschjob qualifiziert hast. Damit rührst du die Werbetrommel und zeigst: Ich bin genau der richtige Bewerber für die Stelle.
Schritt 6: Mach' dich schick!
Du solltest nicht riskieren, den Personalchef mit deiner Kleidung zu schocken. Dein Äußeres vermittelt den ersten Eindruck - und der muss stimmen. Frag Freunde aus der Branche, für die du dich bewirbst, welches Outfit Pluspunkte bringt. Ein Blick auf die Homepage des entsprechenden Unternehmens kann dir auch einen Eindruck von dessen Stil vermitteln. Solltest du keine Infos finden, nicht verzweifeln:
"Grundsätzlich macht der Bewerber nichts falsch, wenn er sich für den Business Style entscheidet."
(Sabine Meyer, T-Mobile, Personal-
marketing)
Business Style...
...bei Frauen
- Kostüm (der Rock sollte nicht zu kurz sein!) oder Hosenanzug in einer dezenten Farbe
- passende Feinstrumpfhose
- Pumps mit nicht zu hohen Absätzen
...bei Männern
- Anzug in grau, anthrazit oder dunkelblau
- passendes Hemd
- Krawatte (ohne Micky Mäuse, Garfields oder Snoopies!)
-
dunkle Socken
