Bewerben bei Begabtenförderungswerken - FAQ
Was du für die Bewerbung bei Studienstiftung & Co. wissen musst
Welches Stipendium passt zu mir? Wie bereite ich mich auf ein Auswahlgespräch vor? Welcher Dresscode gilt dort? Was gilt als "ehrenamtliches Engagement"? Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Bewerbung bei Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung & Co. findest du hier.
Seite 1-5: Bewerben bei Begabtenförderungswerken im Fokus
Seite 1: Begabtenförderung im Überblick
Seite 2: Fragen zum Auswahlverfahren
Seite 3: Interviews mit FES & KAS
Seite 4: Interviews mit sdw & Studienstiftung
Seite 5: Selbstbewerbung bei der Studienstiftung
Seite 6-10: Häufige Fragen zum Bewerben bei Begabtenförderungswerken
Seite 6: Häufige allgemeine Fragen zu den Stiftungen
Seite 7: Bedingungen: Wen fördern die Stiftungen?
Seite 8: Finanzielles: Wieviel Geld bekommst du wann?
Seite 9: Welche Unterlagen für welche Stiftung?
Seite 10: Auswahltag und Assessment-Center
Welche Stiftung passt zu mir?
Die zwölf Begabtenförderungswerke lassen sich grob in drei Typen einteilen: Zu den parteinahen Stiftungen zählen die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU), die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD), die Hanns-Seidel-Stiftung (CSU), die Rosa-Luxemburg-Stiftung (Linkspartei), die Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP) und die Heinrich-Böll-Stiftung (Die Grünen). Zu den kirchlichen Stiftungen zählen das Cusanuswerk (katholisch, das Evangelische Studienwerk Villigst und die Ernst-Ludwig-Ehrlich-Stiftung (jüdisch). Gewerkschaftsnah ist die Hans-Böckler-Stiftung. Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft wurde auf Initiative der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände gegründet und betrachtet sich wie die Studienstiftung des deutschen Volkes als unabhängig.
Muss ich Parteimitglied sein für die Bewerbung bei einer parteinahen Stiftung oder habe ich damit Vorteile?
Um dich bei einer parteinahen Stiftung zu bewerben, musst du nicht Mitglied der Partei sein. Ein gewisses Interesse und Identifikation mit einigen der Leitlinien der Partei solltest du jedoch mitbringen. Dasselbe gilt für die anderen Stiftungen: Engagierst du dich in einer kirchlichen Institution, lohnt sich die Bewerbung bei einem kirchlichen Förderwerk.
Muss ich evangelisch / katholisch / jüdisch sein, um mich beim Cusanuswerk / dem Evangelischen Studienwerk Villigst / der Ernst-Ludwig-Ehrlich-Stiftung zu bewerben?
Cusanuswerk und Ludwig-Ehrlich-Stiftung: ja.
Villigst: begründete Ausnahmen werden auch gefördert. Allerdings ist es wesentlich einfacher, zum Auswahlgespräch eingeladen zu werden, wenn du evangelisch getauft wurdest. Falls nicht, musst du dir eine gute Begründung ausdenken. Wirst du dann eingeladen, kannst du davon ausgehen, dass die Begründung so akzeptiert wurde. Bei allen konfessionellen Stiftungen musst ist die Konfession aber kein Freifahrtschein. Du musst in der Bewerbung gut darlegen, dass du dich mit den Fragen des Glaubens auseinandergesetzt hast: Was heißt es für dich, Christ zu sein? etc.
Du musst in jedem Fall damit rechnen, dass beim Auswahltag Fragen zum christlichen Verständnis kommen, beispielsweise, warum du dich gerade bei dieser Stiftung beworben hast und nicht bei irgendeiner anderen. Kommt diese Frage, ist es immer gut, von christlichen Werten zu sprechen. Was die im Einzelnen für Dich sind, musst Du aber selbst wissen und glaubhaft darlegen und nicht nur floskelhaft behaupten. Eine typische Floskel ist zum Beispiel der Hinweis auf die christlichen Werte bei der Frage nach dem, was das Christentum ausmacht; oder die Antwort, dass den Papst sowieso niemand ernst nimmt, im Fall der Frage, ob und wie man sich mit päpstlichen Verlautbarungen und Stellungnahmen zum Zeitgeschehen auseinandersetzt (z.B. die "Regensburger Rede"). Für mehr Beispiele siehe auch "Wie religiös muss ich sein für die Kirchenstiftungen?" (nur für e-fellows.net-Stipendiaten).
Kann ich mich selbst um ein Stipendium bewerben oder muss ich dafür vorgeschlagen werden?
Mittlerweile kann man sich bei fast allen Begabtenförderungswerken selbst bewerben. Bis Frühjahr 2010 musste man für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes vorgeschlagen werden. Neben der Selbstbewerbung gibt es dort auch weiterhin die Möglichkeit, vorgeschlagen zu werden. Für die Studienförderung der Hans-Böckler-Stiftung muss man weiterhin vorgeschlagen werden. Bewerber der Hans-Böckler-Aktion Bildung (richtet sich an Abiturienten und Fachoberschüler) sowie Bewerber für die Promotionsförderung können sich allerdings direkt bei der Stiftung bewerben.
Wer kann mich für ein Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung vorschlagen?
- die Hauptvorstände der im DGB vereinigten Gewerkschaften
- der Bundesvorstand des DGB
- die abführungsverpflichteten Zuwender der Stiftung
- die Mitglieder des Kuratoriums der Stiftung
- Personen, die nicht Mitglied einer Gewerkschaft sind, können von den Stipendiatengruppen vorgeschlagen werden
Wer kann mich für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes vorschlagen?
- Oberstudiendirektoren und Schulleiter
- Hochschullehrer europäischer Universitäten
- Prüfungsämter deutscher Universitäten
- Hochschullehrer, Rektoren und Präsidenten von Fachhochschulen
- die Leitung staatlicher deutscher Kunsthochschulen
- die Leitung staatlicher deutscher Musikhochschulen
- Betreuer von Promotionsvorhaben
Wie funktioniert die Selbstbewerbung bei der Studienstiftung des deutschen Volkes?
Die Selbstbewerbung läuft bei der Studienstiftung des deutschen Volkes etwas anders ab als bei den anderen Begabtenförderungswerken. Hier qualifizierst du dich nicht mit Zeugnissen, einem Motivationsschreiben oder anderen Nachweisen über deine bisherigen Leistungen für die Teilnahme an einem Assessment-Center, sondern über einen sogenannten "Begabungstest". Die Testbesten werden dann zur Auswahltagung eingeladen. Siehe auch Beispielaufgaben und Tipps zur Vorbereitung auf den Begabungstest.
Wie gut müssen meine Noten für die Bewerbung um ein Stipendium sein?
Die Begabtenförderungswerke erwarten von ihren Bewerbern eine Mischung aus guten Noten und ehrenamtlichem Engagement: Wer einen sehr guten Notendurchschnitt hat und sich überhaupt nicht engagiert, hat genauso wenig Chancen wie jemand, der sehr engagiert ist, aber durchweg schlechte Noten schreibt. Wie ein "guter Notendurchschnitt" genau definiert ist, hängt vom jeweiligen Förderwerk und deinem Studienfach ab. Studierst du beispielsweise Jura, gehörst du in der Regel schon mit einem "vollbefriedigend" zu den besten deines Jahrgangs, während du in anderen Fächern deutlich bessere Noten schreiben musst. Viele Stiftungen geben an, dass ihre Stipendiaten zu den besten zehn Prozent ihres Studienfaches gehören müssen. Andere erwarten, dass du dich im Vergleich zu deinen Kommilitonen im oberen Drittel befindest. Eine 1 vor dem Komma im Abitur ist in der Regel hilfreich, eine 2,x aber kein Ausschlusskriterium, wenn das Engagement stimmt und deine Studienleistungen besser sind.
Ich studiere an einer Fachhochschule – kann ich mich um ein Stipendium bewerben?
Studierende an Fachhochschulen werden von den Begabtenförderungswerken genauso gefördert wie Studierende an Universitäten. Viele Stiftungen ermutigen FH-Studenten sogar zur Bewerbung, da sie sich im Vergleich zu den Uni-Studenten viel seltener bewerben. Auf Seite zwei findest du mehr Informationen dazu, Studenten von welchem Typ Hochschule sich wo bewerben können.
Werden Bewerber bestimmter Studiengänge bevorzugt?
Nein, die Begabtenförderungswerke fördern grundsätzlich alle Fachrichtungen. Der Eindruck, dass bestimmte Studiengänge bevorzugt gefördert werden, kann manchmal dadurch entstehen, dass bestimmte Fächer von besonders vielen Leuten studiert werden. Dazu zählen unter anderem Medizin, BWL/VWL oder Jura. Bevorzugt behandelt werden Bewerber dieser Fächer jedoch nicht. Studenten aus MINT-Fächeren werden in den letzten Jahren besonders umworben, beim Bewerbungsprozess aber nicht bevorzugt.
Für die Bewerbung um ein Stipendium brauche ich ein fachliches Gutachten. Wen kann ich darum bitten?
Bewirbst du dich direkt nach dem Abitur oder während des ersten Semesters, kannst du einen ehemaligen Lehrer um ein Gutachten bitten. Am besten fragst du jemanden, der dich schon länger kennt (Klassenlehrer, Stufenleiter) oder jemanden, bei dem du mehrere Fächer hattest.
Ab dem zweiten Semester solltest du Gutachten von Hochschullehrern bei der Stiftung einreichen. Gerade in Massenstudiengängen ist es nicht leicht, an ein Gutachten zu kommen, da die Professoren dich aus den Vorlesungen meist nicht persönlich kennen. Hier musst du meist etwas Mut aufbringen und die betreffende Person am besten direkt in ihrer Sprechstunde um ein Gutachten bitten. Wenn du beim betreffenden Professor gerade eine gute Klausur geschrieben hast, ist der Zeitpunkt natürlich besonders günstig. Ansonsten kannst du einen kurzen Lebenslauf von max. einer Seite mit den wichtigsten Eckdaten und Noten zusammenstellen, damit der Professor sich ein besseres Bild von dir machen kann (Tipps, wenn du dein Gutachten selbst schreiben musst).
Darf ich mich bei mehreren Begabtenförderungswerken gleichzeitig bewerben?
Grundsätzlich kannst du dich bei mehreren Begabtenförderungswerken bewerben. Viele Förderwerke fragen im Bewerbungsbogen allerdings ab, ob man sich parallel bei einer anderen Stiftung bewirbt. Insbesondere bei den parteinahen Förderwerken sollte man sich jedoch vorher gut überlegen, mit welcher politischen Richtung man sich identifiziert. Wer sich gleichzeitig bei der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) und der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) bewirbt, macht in der Regel keinen glaubwürdigen Eindruck.
Kann ich von mehreren Stiftungen parallel gefördert werden?
Wer von zwei Stiftungen gleichzeitig gefördert wird, erhält die finanzielle Unterstützung (Stipendium, Büchergeld, Reisekostenzuschüsse etc.) grundsätzlich nur von einer Stiftung. Beide Stiftungen müssen über die doppelte Förderung informiert und damit einverstanden sein. Möglich sind, wenn überhaupt, folgende Kombinationen: politisch + konfessionell oder unabhängig (Studienstiftung und sdw) oder konfessionell + unabhängig. Das gilt aber nicht für jede Stiftung. Die Studienstiftung befürwortet beispielsweise die Förderung durch eine zweite Stiftung. Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) erlaubt die Parallelförderung durch die Studienstiftung. Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft und die Friedrich-Ebert-Stiftung (sdw) lehnen hingegen Bewerber ab, die bereits durch eine andere Stiftung gefördert werden. Allerdings ermöglicht die sdw ihren Stipendiaten zum Beispiel, sich für spezielle Stipendienprogramme anderer Förderwerke zu bewerben (z.B. die journalistische Nachwuchsförderung der KAS).
Die Förderung durch andere, nicht staatliche Stipendien wie das e-fellows.net-Stipendium kollidiert mit keinem der Begabtenförderungswerke. Auch die Parallelförderung durch die Bayerische EliteAkademie ist kein Problem, es sich hierbei reinweg um ein ideelles und nicht um ein finanzielles Stipendium handelt.
Kann ich mich erneut bei einer Stiftung bewerben, wenn ich bei der ersten Bewerbung abgelehnt wurde?
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Cusanuswerk
Eine erneute Bewerbung ist möglich.
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Ernst-Ludwig-Ehrlich-Studienwerk e.V.
Eine erneute Bewerbung ist möglich.
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Evangelisches Studienwerk Villigst e.V.
Wer für die Studienförderung abgelehnt wird, kann sich ein Jahr später erneut bewerben. Eine erneute Bewerbung für die Promotionsförderung ist in der Regel nicht möglich.
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Friedrich-Ebert-Stiftung
Wer abgelehnt wird, kann sich nicht noch einmal für das gleiche Programm bewerben. Wird man jedoch zum Beispiel für die Studentenförderung abgelehnt, ist eine spätere Bewerbung für die Promotionsförderung möglich.
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Friedrich-Naumann-Stiftung
Eine erneute Bewerbung ist möglich. Die Bewerber werden darum gebeten, im Anschreiben darauf hinzuweisen, dass es sich um eine Wiederbewerbung handelt.
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Hanns-Seidel-Stiftung
Das Bewerbungsverfahren geht über zwei Runden. Wer in der ersten Runde abgelehnt wird, kann sich erneut bewerben. Bewerber, die in der zweiten Runde abgelehnt werden, können sich nicht erneut bewerben.
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Hans-Böckler-Stiftung
Nach einer Ablehnung ist eine erneute Bewerbung nicht möglich. Es gibt jedoch die Möglichkeit der Rückstellung, d.h. der Bewerber wird aufgefordert, sich nach einem Jahr erneut zu bewerben, da sein Lebenslauf bereits positive Tendenzen aufweist, die für ein Stipendium aber noch nicht ausreichend sind.
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Heinrich-Böll-Stiftung
Das Bewerbungsverfahren geht über drei Runden. Wer nach der ersten oder zweiten Runde abgelehnt wird, kann sich erneut bewerben. Bewerber, die nach der dritten Runde abgelehnt wurden, können sich nicht erneut bewerben.
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Konrad-Adenauer-Stiftung
Das Verfahren entspricht dem der Hans-Böckler-Stiftung.
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Rosa-Luxemburg-Stiftung
Interessenten können sich insgesamt zwei Mal bewerben.
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Stiftung der Deutschen Wirtschaft
Eine erneute Bewerbung ist nicht möglich.
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Studienstiftung des deutschen Volkes
Wer beim Auswahlverfahren für Abiturienten abgelehnt wurde, kann später im Auswahlverfahren für Studierende trotzdem noch von einem Professor vorgeschlagen werden.
Kann ich mich um ein Stipendium bewerben, wenn ich an einer ausländischen Hochschule promoviere?
Viele Begabtenförderungswerke fördern in begründeten Fällen die Promotion an einer ausländischen Universität innerhalb der EU. Einige Stiftungen haben eigene Stipendiatengruppen im Ausland. Eine Promotion an diesen Hochschulstandorten ist unproblematisch. Dissertationsprojekte an Universitäten außerhalb der EU fördern die Stiftungen in der Regel nicht.
Geht ein Stipendium für Studenten automatisch in ein Promotionsstipendium über?
Nein, aus einem Studienstipendium wird nicht automatisch ein Promotionsstipendium. Bei vielen Förderwerken muss man sich nach Ende des Studienstipendiums neu um ein Promotionsstipendium bewerben und das Auswahlverfahren erneut durchlaufen (u.a. Evangelisches Studienwerk Villigst, Konrad-Adenauer-Stiftung). Wer als Stipendiat während seines Studiums einen guten und engagierten Eindruck bei der Stiftung hinterlassen hat, hat aber häufig Vorteile gegenüber externen Bewerbern. Bei anderen Förderwerken gibt es verkürzte Auswahlverfahren für Bewerber, die bereits ein Studienstipendium hatten (u.a. sdw). Häufig gelten für diese Bewerber auch andere Bewerbungsfristen als für diejenigen, die bislang nicht Stipendiaten der betreffenden Stiftung waren.
Was zählt als "soziales, politisches oder ehrenamtliches Engagement"?
Ehrenamtliches Engagement gehört bei allen Begabtenförderungswerken zu den besonders wichtigen Auswahlkriterien. Dazu gehören alle Aktivitäten, in denen du in deiner Freizeit Verantwortung, Aufgaben und/oder Ämter übernimmst, für die du keine finanzielle Entschädigung erhältst. Die Aufgaben können ganz unterschiedlich aussehen: Die Leitung von Kinder- oder Jugendgruppen gehört genauso dazu wie die Mitarbeit in Uni-Gremien, ehrenamtliche Nachhilfe für Kinder aus sozial schwachen Familien oder die Mitarbeit in einer Partei. Bloße Mitgliedschaft in einem Verein oder einer Partei allerdings nicht. Mehr zu "Was zählt als Engagement?"
Worin besteht die "ideelle Förderung"?
Die Stipendien der Begabtenförderungswerke bestehen aus einem finanziellen Betrag (einkommensunabhängiges Büchergeld plus einem einkommensabhängigen Betrag) und aus der ideellen Förderung. Diese beinhaltet in der Regel verschiedene Seminare, Akademien und Kolloquien zu den unterschiedlichsten Themen. Bei einigen Stiftungen müssen die Stipendiaten an einer gewissen Anzahl von Veranstaltungen pro Semester teilnehmen. Bei anderen Förderwerken ist die Teilnahme freiwillig.
Darüber hinaus gibt es in jeder Stiftung Vertrauenspersonen, an die sich die Stipendiaten wenden können, um mit ihnen den persönlichen Studienverlauf, die Auswahl von Praktika, ihr gesellschaftliches Engagement oder den Berufseinstieg zu diskutieren. Häufig sind die Vertrauenspersonen Hochschulprofessoren. Je nach Stiftung stehen den Stipendiaten (zusätzlich) Ansprechpartner aus der Kirche, Parteien oder der Wirtschaft zur Seite. Einige Begabtenförderungswerke bieten Mentorenprogramme an, in denen häufig Alumni der jeweiligen Stiftung oder andere Personen mit Berufserfahrung als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
Was ist ein Semesterbericht?
Bei den meisten Stiftungen müssen die Stipendiaten einmal pro Semester einen Bericht verfassen, den sie dann bei ihrem Vertrauensdozenten und/oder der Geschäftsstelle einreichen. Die Förderwerke erwarten, dass die Stipendiaten in ihrem Bericht auf folgende Aspekte eingehen:
- Studienverlauf im aktuellen Semester (besuchte Kurse, Prüfungen)
- Entwicklung des gesellschaftlichen Engagements (in welchen Gruppen und Projekten hast du mitgearbeitet?)
- Sonstiges: Hast du einen neuen Hiwi-Job? Bist du einem Chor beigetreten?
- Ausblick: Was nimmst du dir für das kommende Semester vor?
Wie alt darf ich für die Bewerbung um ein Stipendium maximal sein?
Bei den meisten Förderwerken dürfen Bewerber maximal 30 Jahre alt sein. Häufig angerechnet werden können abgeleistete freiwillige ökologische oder soziale Jahre, Ausfallzeiten aufgrund chronischer Krankheit, Wehr- oder Ersatzdienst, anerkannte Elternzeiten oder eine Lehre bzw. Ausbildung. Hierfür sind Nachweise erforderlich. Die Altershöchstgrenze erhöht sich dann um den entsprechenden Zeitraum. Wer sich um ein Promotionsstipendium der Hans-Böckler-Stiftung bewirbt, darf maximal 39 Jahre alt sein.
Wo finde ich andere Stipendien?
In über mehr als 700 Stipendien deines finden kannst du in der Stipendien-Datenbank von e-fellows.net.
Weitere Ressourcen zu Stipendien
- Stipendien-Datenbank mit über 700 Stipendien
- Gruppe "Auswahlverfahren bei Begabtenförderungswerken" mit zahlreichen Beispielfragen und Erfahrungen anderer Teilnehmer
- Community-Fragen & Antworten zum Thema "Stipendium"
- Expertenforum "Dein Weg zum Stipendium" mit zahlreichen Fragen an und Antworten von Vertretern und Stipendiaten von Begabtenförderungswerken und dem "Deutschland-Stipendium"
- Community-Gruppen der Begabtenförderungswerke
- Rubrik "Stipendium" im e-fellows.net wiki mit 94 Stipendien inklusive Erfahrungsberichten zu Auswahlverfahren
- Das e-fellows.net-Stipendium
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