Motivationsschreiben Stipendium
Persönlichkeits-Check - Das Motivationsschreiben
Das Stipendium willst du unbedingt. Aber wie machst du das der Stiftung klar? Die Seminare sind spannend, du freust dich auf viele neue Leute und findest nebenbei auch die finanzielle Unterstützung ganz attraktiv. Aber schreiben das die anderen nicht auch? Und darf man im Motivationsschreiben eigentlich über Geld sprechen?
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Bei der Bewerbung um einen Job ist es häufig noch freiwillig, bei Stipendien kommst du meist nicht drumherum: Ein Motivationsschreiben gehört hier zum Standard. Im Gegensatz zum ausformulierten Lebenslauf hast du im Motivationsschreiben die Chance, auf einer Seite noch einmal genau auf das einzugehen, was dich auszeichnet und wieso du besonders gut zur Stiftung passt.
Die Stiftung: Warum ausgerechnet hier?
Zu Beginn solltest du zwei oder drei Merkmale der Stiftung nennen, die ausschlaggebend für deine Bewerbung sind. Warum soll es gerade dieses Förderwerk sein? Bewirbst du dich bei der Friedrich-Ebert-Stiftung oder der Konrad-Adenauer-Stiftung, ist es vielleicht die politische Ausrichtung, die dich besonders anspricht und die du mit entsprechendem Engagement belegen kannst. Am Cusanuswerk oder bei Villigst interessiert dich der religiöse Hintergrund, oder überzeugt dich die Unabhängigkeit – wie bei der Studienstiftung? Langes Geschwafel oder ein Abriss der Stiftungsgeschichte sind unangebracht. Besser an kommen Argumente, die du auf persönlichen Erfahrungen aus deinem Leben aufbaust.
Beispiel: An Stiftung X gefällt dir besonders ihr Schwerpunkt auf Chancengleichheit. Denn als Kind einer Arbeiterfamilie hast du selbst erlebt, wie schwer es ist, den Vorsprung einzuholen, den Kinder aus dem Bildungsbürgertum in Häusern mit Büchern und Musikinstrumenten haben und siehst daher in der Bildungsgerechtigkeit ein persönliches Anliegen.
Dein Engagement, dein Hobby, dein Auslandssemester
Weiter geht's mit dir persönlich: Was zeichnet dich aus? Hast du ein spannendes soziales Projekt betreut, ein interessantes Hobby, engagierst du dich in der Fachschaft, in der Kirche oder in einer Partei? Engagement für andere gehört zu den Top-Auswahlkriterien aller Begabtenförderungswerke. Auf diesen Aspekt solltest du also unbedingt eingehen. Und auch im nächsten Absatz ist Platz für Dinge, die dir wichtig sind, die dich voran gebracht haben oder dich auszeichnen: Hast du ein Praktikum gemacht und daraufhin eine Berufsentscheidung getroffen? Gab es ein soziales Jahr oder ein Auslandssemester, das dich besonders geprägt hat?
Formalia
- max. Länge: eine Seite
- Schriftgröße 12
- Klare inhaltliche Gliederung durch Absätze
- Verwende für Vergangenes das Präteritum und das Plusquamperfekt
- Schreibe in der Ich-Form
Und dein Beitrag?
Auch wenn du der Stiftung natürlich keine materiellen Dinge zurückgibst, solltest du im Motivationsschreiben erläutern, wie du dich ins Stiftungsleben einbringen kannst. Ist das Begabtenförderungswerk in Regionalgruppen unterteilt, könntest du zum Beispiel einen Vorschlag für eine gemeinsame Veranstaltung machen. Kennst du dich mit klassischer Musik aus, könntest du gemeinsame Opernbesuche vorschlagen. Vorher erläuterst du die Hintergründe der Oper oder erzählst etwas über den Komponisten. Studierst du Medizin, kannst du für die anderen Stipendiaten einen Erste-Hilfe-Kurs anbieten. Lass deiner Kreativität hier einfach freien Lauf!
Die Zukunft: Welcher Job darf's denn sein?
Je mehr Semester du bereits absolviert hast, desto konkreter solltest du wissen, was du mit deiner Zukunft anfangen willst. Denn Zielstrebigkeit gehört ebenso zu den wichtigen Kriterien der Begabtenförderungswerke. Gerade bei interdisziplinären Studiengängen musst du die Stiftung davon überzeugen, dass du nicht ins Blaue hinein studierst. Aber auch als angehender Jurist oder Ingenieur hast du verschiedene Möglichkeiten und solltest eine Vorstellung davon haben, was du werden möchtest. Stehst du noch am Anfang des Studiums, solltest du erläutern, welche Pläne du für die nächsten Semester hast (Auslandsstudium, Praktika etc.).
Gliederungsvorschlag
- Einstieg: Was interessiert dich an der Stiftung?
- Was zeichnet dich aus? (Hobbys, Engagement, Auslandsaufenthalt)
- Welche (beruflichen) Pläne hast du?
- Wie willst du dich ins Stiftungsleben einbringen?
- Fazit: Kurze Zusammenfassung
Tabuthema Geld
Das Thema Geld ist im Motivationsschreiben und auch im weiteren Bewerbungsprozess übrigens nicht zu empfehlen. Auch wenn du die finanzielle Unterstützung wirklich benötigst, wird dich keine Stiftung allein deswegen aufnehmen. Überzeugen musst du mit deinen fachlichen Qualifikationen und mit deiner Persönlichkeit. Zum Abschluss des Motivationsschreibens solltest du noch einmal kurz die ausschlaggebenden Gründe für deine Bewerbung zusammenfassen.
Kleine Stiftungen: Passt ihr zusammen?
Natürlich vergeben neben den elf großen Begabtenförderungswerken zahlreiche kleine Stiftungen verschiedene Stipendien. Nähere Infos dazu findest du in der e-fellows.net-Stipendien-Datenbank. Auch hier musst du mit der Bewerbung häufig ein Motivationsschreiben einreichen. Viele dieser Stiftungen bieten kein so umfangreiches Seminarprogramm an wie die Begabtenförderungswerke. Ein Absatz darüber, wie du dich einbringen kannst, fällt daher häufig weg. Stattdessen kannst du dich zum Beispiel stärker auf die Vereinbarkeit von deinen Plänen mit den Zielen der Stiftung konzentrieren und diesen Aspekt detaillierter ausformulieren.
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