Telekom plant 3.500 Neueinstellungen
"Co-Investor" von Bildung
Wirtschaftskrise hin oder her - die Telekom will 2010 bis zu 3.500 Nachwuchskräfte einstellen. Der Schwerpunkt liegt auf Eigengewächsen, zum Beispiel Absolventen dualer Studiengänge. Nebenbei hat das Unternehmen das Thema Bologna für sich entdeckt.
Die Telekom will ihr "Biotop für Talente vergrößern". Personalvorstand Thomas Sattelberger greift zu einer Metapher aus der Biologie, wenn er von den geplanten Neueinstellungen 2010 spricht. Bis zu 3.500 sollen es sein, davon rund 1.400 Hochschulabsolventen und Experten mit Berufserfahrung. Trotz Wirtschaftskrise. Denn Fachkräftemangel, demographischen und technologischen Wandel gebe es schließlich trotzdem.
Als "Start up!" Vorstandsluft schnuppern
Ein jüngerer Konzern mit frischem Know-how - so könnte man die Personalplanung der Telekom kurz zusammenfassen. Gesucht werden Software-Entwickler, Betriebswirte, Produktmanager, Business-Analysten, IT-Architekten und Profis für den Kundenservice. Dazu kommen bis zu 50 Nachwuchskräfte aus dem Programm "Start up!". Dafür sucht die Telekom "hoch ambitionierte Absolventen mit beeindruckender Persönlichkeit und Drang zur Veränderung" - zum Beispiel für den Vorstandsbereich T-Systems. 15 Monate dauert das Programm, in denen die Teilnehmer Projekte mitgestalten und unternehmerische Verantwortung übernehmen - mehrere Monate lang im Ausland. In selbst wählbaren Seminaren, Workshops und Netzwerkveranstaltungen bilden sie sich weiter, ein Mentor aus dem Top-Management unterstützt sie.

Video der Telekom zum Nachwuchsprogramm "Start up!"
Schwerpunkt auf Eigengewächsen
2.100 Jobs will die Telekom an interne Nachwuchskräfte vergeben. Sattelberger nennt die Förderung von "hausgemachten" Talenten ein "Schlüsselthema für die Zukunftsfähigkeit" des Unternehmens. Deshalb setzt die Telekom auf duale Studiengänge und bietet dieses Jahr 400 Studienplätze in elf Fächern an - eine Verdoppelung gegenüber 2008. Rund 3.300 Ausbildungsplätze in elf Berufen ergänzen das Angebot - vom Industriekaufmann über den Kaufmann im Dialogmarketing, die Systemkauffrau bis hin zum Fachinformatiker.
Zurück in die Uni
Und was hat Bologna mit der Telekom zu tun? Das Unternehmen hat die Hochschulreform aufgegriffen und Ende 2009 das Programm "Bologna@Telekom" gestartet. Es richtet sich an ausgewählte Mitarbeiter, die sich in berufsbegleitenden Bachelor- und Master-Studiengängen weiterbilden können. Das Angebot soll noch in diesem Jahr knapp 300 Studienplätze in 18 Studiengängen an fünf Hochschulen umfassen, darunter die konzerneigene Hochschule für Telekommunikation in Leipzig. Sattelberger ist überzeugt davon, dass Unternehmen sich "beim Thema Bildung handfest einbringen und inhaltlich Einfluss nehmen" müssten. Die Telekom werde durch ihr Engagement immer mehr zum "Co-Investor" von Bildung.
