Nachhaltigkeit
Alternatives MBA-Ranking wird wichtiger
Hektisch basteln etliche Business Schools im Zuge der Krise an Ethikkursen für ihre MBA-Programme. Ob das die richtige Antwort auf die massive Kritik an ihrer Ausbildung ist, darf zumindest bezweifelt werden.
Für Bewerber, die wirklich wissen wollen, wie die Schulen ethische, soziale und Umweltthemen in den MBA integrieren und ihre Studenten auf diese Herausforderungen in der Wirtschaft vorbereiten, lohnt sich daher ein Blick in das alternative MBA-Ranking des Aspen Institute.
In der Beyond-Grey-Pinstripes-Studie fragen Aspen-Experten alle zwei Jahre, wie grün und sozial MBA-Programme sind. "Das Ranking gewinnt an Bedeutung", sagt Dezsö Horváth, Dekan der Schulich School of Business der kanadischen York University, die seit Jahren teilnimmt und es in diesem Jahr auf Platz eins geschafft hat.
Immer mehr Schulen legen dem Aspen Institute dar, wie Ethik oder Nachhaltigkeit in Lehre und Forschung einfließen. Waren es 2005 noch 94 Schulen, stellten sich zwei Jahre später 111 und aktuell 149 Schulen der Aspen-Jury. "Auch die Studenten üben Druck auf ihre Business School aus, am Ranking teilzunehmen", sagt Justin Goldbach vom Aspen Institute.
Gerade nach den Erschütterungen infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise sieht Horváth auch bei Studenten eine Veränderung. Sich im Studium nur mit Finanzen oder Rechnungswesen auseinanderzusetzen, reiche vielen nicht mehr. Das setze sich im Job fort. "MBA-Absolventen wollen nicht einfach nur Angestellte sein, sondern Partner im Unternehmen", sagt Horváth.
Im Aspen-Ranking finden sich etliche Schulen, die hierzulande wenig bekannt sind oder in anderen Rankings nicht auf den vorderen Plätzen landen. Und viele kanadische Schulen sind dabei. Horváth spricht vom "Canadian way of MBA". Kanadische Anbieter hätten das Thema Ethik schon viel früher in die Programme aufgenommen.
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