Motivation
10 Tipps für mehr Motivation im Studium
Die Hausarbeit schiebst du schon seit Monaten vor dir her? Für die wichtige und bald anstehende Klausur hast du immer noch nicht gelernt? Die Vorlesung schwänzt du nicht das erste Mal und deine Abschlussarbeit hättest du schon längst in Angriff nehmen müssen? Bei vielen Studenten tauchen die ersten Motivationsprobleme auf, sobald die anfängliche Begeisterung bei Studienbeginn nüchterner Realität weicht.
Man stellt fest, dass nicht alle Kurse den eigenen Interessen entsprechen, dass manche Kommilitonen trotz weniger Aufwand viel besser sind und dass man Teile des Stoffs trotz mehrfachen Wiederholens einfach nicht versteht. Diese Zweifel und die damit verbundene Unlust am Lernen können immer wieder auftreten. Gute Vorsätze geraten in Vergessenheit, der Gang zur Uni wird zur lästigen Pflicht, die Noten werden schlechter.
Motivation ist der Antrieb zu handeln
Um motiviert zu sein, muss man zunächst verstehen, was Motivation ist. Allgemein ist Motivation alles, was einen Menschen dazu bringt, zu handeln. Sie entsteht aus einer Kombination verschiedener Faktoren. Schon Aristoteles unterschied zwischen intrinsischen und extrinsischen Motivatoren, die einen unterschiedlich starken Einfluss haben. Extrinsische Faktoren sind zum Beispiel die Aussicht auf Geld, Ansehen und Lob oder eine gute Note, aber auch die Angst, zu versagen. Sie wirken weniger entscheidend und langfristig als intrinsische Motivatoren. Zur Letzteren zählt beispielsweise die Freude an der Arbeit oder die Neugier auf Wissen.
Hier wird bereits deutlich, dass die Konzentration auf die Abschlussnote nur unzureichend motivieren kann, wenn man keine Freude am Lernen und dem Gelernten hat. Aus diesem Grund sind die Erfolgserlebnisse nach Motivationsseminaren auch oft nur von kurzer Dauer: Sie wirken als extrinsische Motivation, ändern aber die grundlegende Einstellung der Teilnehmer nicht. Schon nach kurzer Zeit ist der von außen kommende Antrieb wieder verschwunden. Motivation muss von innen kommen!
Motivation ist Energie, die dir hilft, deine Ziele zu erreichen. Sie verleiht Kraft und Auftrieb. Um motiviert und voller Tatendrang an die Arbeit gehen zu können, ist es wichtig, die eigenen Stärken und Schwächen kennen zu lernen und sich realistische Ziele zu setzen. Häufig sind die eigenen Ansprüche oder die, die das Umfeld an einen stellt, viel zu hoch. Vertrauen in das eigene Handeln und gutes Feedback fördern die Motivation. Ebenso nehmen individuelle Bedürfnisse wie Tatkraft, persönliche Ziele, Erfolgsaussichten und Beschaffenheit der anstehenden Aufgaben sowie weitere Motivatoren wie Wettbewerbsdenken, Selbstentfaltung oder Neugier entscheidend Einfluss auf die Motivation.
"Wer sich zu viel vornimmt, erzeugt am Ende nur Frust" (Markus Deimann, Motivationsforscher)
Im Vorhinein ist es wichtig, seine Vorsätze und Pläne für das neue Semester klug und realistisch zu formulieren. Das heißt: sie müssen den eigenen Fähigkeiten entsprechen und erreichbar sein. Übertriebene Vorhaben, wie etwa so viele Credit Points wie möglich zu erreichen, sorgen am Ende des Semesters für Stress und Frustration. Eine ehrliche Antwort auf die Frage, wie viel Workload man innerhalb eines Semesters schaffen kann – ohne Freizeit, Freunde und Job zu sehr zu vernachlässigen – sollte sich jeder Student stellen.
Entscheide dich lieber für eine geringere Anzahl an Kursen und stecke deine volle Konzentration hinein, als viele Vorlesungen zu besuchen und den Überblick zuverlieren. Das ist besser für Noten und Nerven. Je genauer das Ziel formuliert ist, desto deutlicher zeichnen sich die Schritte ab, die zum Erreichen dieses Zieles notwendig sind. Große und langfristige Vorhaben lassen sich besser bewältigen, wenn du sie in Unterziele unterteilst. Widerkehrende Erfolgserlebnisse sind garantiert.
Wer jedoch nur lernt, weil er muss, wird die Arbeit und das Lernen immer als lästige Beschäftigung ansehen und im schlechtesten Fall vor sich herschieben. Eine bewusste Entscheidung für die anfallenden Aufgaben verringert das unangenehme Gefühl des Müssens. Entscheide dich für das "Ich will"! Das ist der erste und richtige Schritt, auch während des Semesters stets motiviert zu sein und die anfallenden Aufgaben fristgerecht und erfolgreich zu erledigen. Motivation ist eine Frage der richtigen Einstellung. An fehlender Motivation kannst nur du selbst etwas ändern. Motivier dich selbst, sonst tut es keiner!
1. Ziele konkret formulieren!
Das Semester ist oft schneller vorbei, als man denkt. Daher ist es wichtig, sich von Beginn an zu überlegen, welche Ziele man für die kommende Vorlesungszeit hat. Es hilft, deine Vorsätze so konkret zu formulieren, dass sie sich mit der Zeit automatisieren. So kannst du dir bestimmte Tage und Uhrzeiten in der Woche reservieren, zu denen du dich ‚verpflichtest‘, dich an deinen Schreibtisch zu setzen. Schreib dir dies auf einen Zettel und hänge ihn gut sichtbar auf. Mit der Zeit denkst du nicht mehr darüber nach, was du tun kannst, sondern fängst automatisch mit der Arbeit an. Konkrete Ziele haben den Vorteil, dass du sie steigern kannst, wenn du dir mehr zutraust. Vorsätze wie "ich möchte im nächsten Semester bessere Noten schreiben" können sehr demotivierend sein und das Gegenteil bewirken.
2. Zeitpuffer planen!
Das Aufschieben von Arbeiten oder Anmeldungen zur Prüfungen, die so genannte Procrastination, ist vor allem unter Studenten weit verbreitet. Beginnt man erst kurz vor Fristende mit dem Lernen oder Schreiben, sind Panik und Stress vorprogrammiert. In vielen Fällen geht das schief und unzufrieden stellende Ergebnisse sind die Folge. Plane dir Zeitpuffer ein, um solche Last-Minute-Aktionen zu vermeiden. Erlaube dir lieber ein bis zwei Wochen mehr Zeit einzuplanen, anstatt alles auf den bekannten letzten Drücker zu machen. Das Pensum sollte realistisch sein. Du kannst es jeder Zeit erhöhen und auch kleine Erfolgserlebnisse steigern die Motivation.
3. Positiven Druck aufbauen!
Viele Studenten laufen nur unter Druck zu Höchstleistungen auf. Dieser Druck muss aber nicht negativ konnotiert sein und Zeitdruck bedeuten. Den für viele nötigen Druck kann man sich auch über sein soziales Umfeld aufbauen. Informiere Freunde und Kommilitonen über Termine, die du einhalten sowie Aufgaben, die du erledigen musst. Sie werden dich motivieren oder Fragen stellen, wenn du deine Fristen nicht einhältst.
4. Immer up-to-date bleiben
Versuche schon während des Semesters mit dem Stoff Schritt zu halten und immer auf dem neuesten Stand zu sein. Dies ist viel motivierender, als erst gegen Ende des Semesters zu beginnen, den ganzen Stoff zu lernen und Verpasstes aufzuholen. Das kostet Zeit und sorgt nur für unnötigen Druck. Versuche dir zum Beispiel die Mitschrift der Vorlesung am selben Tag noch einmal anzuschauen.
5. Verschaffe dir einen Überblick!
Viele Themengebiete sind sehr komplex und oft fehlt der Überblick über den Stoff. Bevor du an irgendeiner beliebigen Stelle anfängst zu lernen, lohnt es sich, das Thema und deine Unterlagen grob zu überfliegen und dann Stück für Stück ins Detail zu gehen. So verschaffst du dir einen Überblick und weißt, was dich erwartet.
6. Gruppendynamik nutzen
Wenn du ein Typ bist, der in Gruppen lernen kann und davon profitiert, solltest du dies nutzen. Im Austausch über bestimmte Gegenstände hilft es oft, anderen den Gegenstand zu erläutern oder ihn sich mit anderen Worten erklären zu lassen. Probleme werden so im Team diskutiert, reflektiert und gelöst. Gegenseitige Motivation, emotionale Unterstützung und verbindliche Absprachen helfen allen Mitgliedern der Lerngruppe. Regelmäßige Treffen schaffen auch Regelmäßigkeit des Lernens. Das Wort Gruppenzwang bekommt hier eine positive Bedeutung. Jedoch gibt es auch viele Studenten, die sich allein, am heimischen Schreibtisch besser konzentrieren können.
7. Nicht ablenken lassen!
Die Gedanken stimmen, das Gefühl ist da, die wichtigsten Motivatoren sind vorhanden – und trotzdem funktioniert das Lernen nicht. Der Psychologe und Arbeitswissenschaftler Frederick Herzberg unterschied von den Motivatoren die "Hygienefaktoren" oder Demotivatoren. Sie sind es, die bei der Arbeit Unzufriedenheit verhindern. Sie tragen also nicht aktiv zur Motivation bei. Wenn sie aber nicht stimmig sind, dann können sie massiv demotivieren.Wenn man zu Hause lernt, sind das Fernsehen, das Internet oder das auf einmal so dringende Putzen willkommene Ablenkungen vom Lernen. Gute Vorsätze helfen! Nimm dir vor, zwei Stunden konzentriert und intensiv zu arbeiten und das Handy oder die Musik auszuschalten, um jede Ablenkung zu ignorieren. Nach der festgelegten Zeit hast du dir die Pause verdient und kannst neue Energie tanken. Motivation braucht Raum. Zu den Hygienefaktoren zählen außerdem ein ruhiger Arbeitsplatz, ein gut schreibender Stift, ein bequemer Stuhl und Ähnliches.
8. Belohn dich für deine Arbeit!
Belohnungen sind sehr wirksam. Erfolge sind verdient und sollten gefeiert werden. Stürze dich nicht von einer in die nächste Lernphase, ohne dir einen Moment Zeit zu gönnen. Eigenlob und Belohnungen haben einen großen Wert für deine Motivation und sind in stressigen Lernphasen ein Licht am Ende des Tunnels
9. Schaffe dir einen Ausgleich!
Schon der römische Dichter Juvenal wusste, dass nur in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist leben kann ("Mens sana in corpore sano"). Ausgleich ist wichtig, um auch mal abschalten zu können. Am besten eignet sich Sport. Vor allem Ausdauersportarten wie Joggen oder Schwimmen machen den Kopf frei und verleihen dir neue Kraft für neue Aufgaben. Auch der soziale Kontakt mit Freunden oder der Familie ist wichtig, um motiviert zur Tat schreiten zu können. Nicht zu vergessen: genügend Schlaf. Besonders wichtig wird der Ausgleich in Prüfungs- und Lernphasen. Teile dir deine Zeit gut ein und erlaube dir Pausen vom Lernen.
10. Niemand ist perfekt!
Lerne, deine Schwächen zu nutzen! Leute, die sehr stur sind, verrennen sich oft in eine Aufgabe. Sturheit kann dir aber auch helfen, eine Aufgabe oder Sache, die wirklich wichtig ist, zu Ende zu führen, auch wenn es mühselig ist. Es ist schwierig immer und in hohem Maße motiviert zu sein. Jeder hat mal Durchhänger und Tage, an denen die Konzentration nachlässt. Suche dir Unterstützung und Hilfe bei Kommilitonen, schaffe dir ein stabiles Umfeld und zieh‘ dein Studium durch!
Vorübergehender Mangel an Motivation im anstrengenden und langen Studium ist völlig normal. Diese Phasen gehen meistens vorbei. Wenn dies nicht der Fall ist und du über lange Zeit hinweg unmotiviert bist, solltest du die Gründe und Ursachen dafür suchen. Bist du überfordert? Zweifelst du an der Wahl deines Studiums? Um einen Weg aus der Krise zu finden, kannst du dich zum Beispiel an eine Beratungsstelle an deiner Uni wenden, um mithilfe von zuständigen Psychologen die für dich beste Lösung zu finden.
Dieser Artikel wurde e-fellows.net von Autor und Blogger Thomas Wusatiuk zur Verfügung gestellt.
