MINT-Fachkräftemangel auf 10-Jahres-Hoch
Die Wirtschaft schreit nach MINT
"Ingenieure und Techniker vermisst! Bitte im MINT-Bereich abgeben", rufen deutsche Unternehmen. Denn sie suchen händeringend nach neuen Fachkräften. Frauen und ausländische Absolventen sollen künftig mehr Unterstützung bekommen.
Schon lange mangelt es an Absolventen aus den sogenannten MINT-Fächern, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Doch nun klafft laut einer Pressemitteilung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) die MINT-Lücke so weit wie seit zehn Jahren nicht mehr.
150.000 Mitarbeiter gesucht
Insgesamt fehlen rund 150.000 Fachkräfte mit einer entsprechenden Qualifikation. "Insbesondere Ingenieure werden händeringend von den Unternehmen gesucht", sagt Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom und Vorsitzender der Initiative "MINT Zukunft schaffen".
Milliardenschwere Verluste
Die deutsche Wirtschaft boomt zwar, doch ohne entsprechendes Personal wird das eher zum Problem. Durch den Fachkräftemangel könnten Aufträge nicht angenommen werden, Projekte würden daher verzögert, so Sattelberger: "Die Folgen sind Wertschöpfungsverluste in Milliardenhöhe." Der Fachkräftemangel sei ein Hauptrisiko für die wirtschaftliche Entwicklung.
Mehr Frauen für MINT
Was tun gegen den Abwärtstrend? Die Unternehmen setzten auf Bildung und Marketing. Schon bei den ganz Kleinen soll damit angefangen werden. Sattelberger will die MINT-Bildung in Kitas, Schulen und Hochschulen ausbauen. Außerdem muss es gelingen, "mehr junge Frauen für ein MINT-Studium zu gewinnen".
Aufenthalt für ausländische MINT-Absolventen?
Auch ausländische MINT-Absolventen, die an einer deutschen Hochschule studiert haben, wollen die Unternehmen in Zukunft stärker an sich binden. Um den Start zu vereinfachen, sollten sie "dauerhaft bleiben dürfen, wenn sie hier einen Arbeitsplatz gefunden haben", betont Sattelberger.
