Barbara Gillmann

Die Unternehmen steigern ihre Angebote um fast 50 Prozent

Kombi-Studium stark gefragt

Das duale Studium entwickelt sich zur boomenden Nische der akademischen Ausbildung in Deutschland. Die Zahl der Angebote der Unternehmen für eine solche Kombination aus Ausbildung in Hochschule und Betrieb ist allein 2011 um 46 Prozent auf mehr als 40.000 gestiegen. Das meldete das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Die Zahl der Studiengänge stieg um ein Fünftel.

"Die Zahlen zeigen, wie stark die Konkurrenz um die Top-Talente zugenommen hat", sagte BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. "Unternehmen, die solche attraktiven Ausbildungsangebote machen, haben einen deutlichen Wettbewerbsvorteil."

Diskussionen zum dualen Studium

Mehr als 60.000 Studenten

Beim dualen Studium schließen Studenten einen Vertrag mit einem Unternehmen und werden abwechselnd an der Hochschule und im Betrieb ausgebildet. In der Regel müssen sie keine Studiengebühren zahlen und erhalten überdies eine Vergütung. Auf diese Weise versuchen Firmen Nachwuchskräfte an sich zu binden.

Die Zahl der Studenten, die doppelgleisig fahren, ist mittlerweile auf 61.000 gestiegen, ergab eine Auswertung der Datenbank "Ausbildung-Plus" des BIBB. Das wären rund vier Prozent aller Studenten in Deutschland. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch noch deutlich höher sein, schätzt das BIBB. Denn dessen Datenbank basiert auf freiwilligen Meldungen der Hochschulen und Unternehmen, eine amtliche Vollerhebung gibt es nicht. Der Trend jedoch zeigt steil nach oben.

Entwicklung des dualen Studiums in Deutschland [Quelle: Handelsblatt]

Kein Zufall ist, dass sich die Angebote der Unternehmen neben Wirtschaftswissenschaften vor allem auf Ingenieure und Informatiker konzentrieren. Hier besteht die größte Konkurrenz um den knappen Fachkräftenachwuchs. Das breiteste Angebot findet sich an den Fachhochschulen, gefolgt von den dualen Hochschulen. An Universitäten hingegen gilt das Kombi-Studium noch als exotische Ausnahme.

Schwerpunkt im Südwesten

Heimatland des dualen Studiums ist Baden-Württemberg, das die duale Hochschule unlängst auch formell in den Rang einer Hochschule erhoben hat. Im Südwesten gibt es insgesamt 236 duale Studiengänge; Nordrhein-Westfalen folgt mit knapp 200. Kräftig aufgeholt hat Bayern: Der Freistaat steigerte sein Angebot von 2010 auf 2011 um 88 Prozent auf nun 126 Angebote. Im Mittelfeld liegen Sachsen, Niedersachen und Hessen, in den übrigen Ländern spielt das duale Studium fast keine Rolle.

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