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Jura - was ist das eigentlich?

Jura ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für die Rechtswissenschaft. Nach einer gängigen Definition ist die Rechtswissenschaft die Wissenschaft vom Recht und seiner Anwendung. Sie befasst sich mit juristischen Texten und rechtlichen Quellen. Wer im Jurastudium und später im Beruf als Rechtsanwalt, Staatsanwalt oder Richter erfolgreich sein möchte, muss sich ein breites Wissen in Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie, Rechtstheorie, Rechtspolitik und Rechtssoziologie aneignen.

Jura studieren

Gute Kontakte erleichtern dir den Einstieg in der Kanzlei oder im Staatsdienst. Beim Law Students’ Day von e-fellows.net triffst du Anwälte, die dir Tipps zu Praktika und Referendariat geben. Wenn dich die internationalen Mandate einer Wirtschaftskanzlei reizen, könnte dich die Veranstaltung Perspektive Wirtschaftskanzlei interessieren. An zwei Tagen triffst du 100 Partner und Associates und kannst sie in Einzelgesprächen überzeugen.

Ein Jura-Studium gilt als sehr gute Basis für die Karriere.  Mit "Perspektiven für Juristen" hat e-fellows.net ein Expertenbuch entwickelt, das dir bei der Berufswahl helfen soll. Darin werden verschiedene Branchen und Arbeitgeber vorgestellt. Erfahrungsberichte und Fallstudien geben einen Einblick in die Praxis. Außerdem bekommst du Tipps für die optimale Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch.

Die meisten Juristen schließen ihr Studium mit einem Staatsexamen ab. Nur dann kann man als Staatsanwalt, Richter oder Rechtsanwalt arbeiten. Seit der Bologna-Reform kann man in Jura aber auch einen Bachelor of Laws (LL.B.) machen. Er verbindet rechtswissenschaftliche Inhalte mit anderen, oft betriebswirtschaftlichen, Studieninhalten. Der Master of Laws (LL.M.) baut auf dem Bachelor auf. Dieser Abschluss wird auch von vielen Volljuristen als Zusatzqualifikation erworben – und in Großkanzleien gerne gesehen.

Kostenlose Datenbanken, Zeitungen und Zeitschriften, Events und Job-Angebote: Für Jura-Studenten lohnt es sich, sich für das e-fellows.net-Stipendium zu bewerben. Hier findest du unsere Angebote für Juristen im Überblick.

Juristen sind vielfältig einsetzbar. In unserer Jobbörse findest du Praktika und Job-Angebote für Juristen.

Jura-Studium - in zwei Schritten zum Volljurist

Um in Deutschland als Anwalt, Staatsanwalt oder Richter arbeiten zu dürfen, muss man eine zweistufige Ausbildung durchlaufen. Sie setzt sich zusammen aus dem Universitätsstudium der Rechtswissenschaft und einem Rechtsreferendariat.

Rechtsdogmatik bildet einen Schwerpunkt im Jura-Studium

Im Jura-Studium nimmt die Beschäftigung mit Rechtsnormen breiten Raum ein. Dabei sollen die Studenten lernen, juristische Texte systematisch zu analysieren, zu interpretieren und Lücken im Gesetzestext zu füllen. Diesen Teil der Rechtswissenschaft bezeichnet man als Rechtsdogmatik. Im Grundstudium steht die Exegese, also die Auslegung und Interpretation, des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Zivilprozessordnung (ZPO) im Vordergrund. Außerdem befasst man sich im rechtswissenschaftlichen Studium unter anderem mit dem Strafgesetzbuch, der Strafprozessordnung, dem Grundgesetz, dem Verwaltungsverfahrensgesetz und der Verwaltungsgerichtsordnung. Geprüft werden die Studenten in Abschlussklausuren und Hausarbeiten. Bei letzteren handelt es sich um mehr oder weniger umfangreiche schriftliche Arbeiten, in denen die Studenten eine Lösung für einen juristischen Sachverhalt präsentieren und dabei den Gutachtenstil einüben.

Zwischenprüfung nach den "kleinen Scheinen"

An die sogenannten "kleinen Scheine" der ersten Semester schließt eine Zwischenprüfung an. Sie dient dem Ziel, den Leistungstand der Studenten und ihre Eignung für das weitere Studium zu überprüfen. Das Scheitern in der Zwischenprüfung führt zur Exmatrikulation. Den Ablauf und die Bestandteile der Jura-Zwischenprüfung regeln die Universitäten selbst. An den meisten Universitäten hat sich die Sukzessivprüfung eingebürgert: Die Studenten schreiben keine separate Prüfung. Stattdessen ergeben die Klausuren  aus den Grundlagenkursen im Strafrecht, Zivilrecht und Öffentlichem Recht zusammengenommen die Zwischenprüfung. Neben dem Bestehen dieser Kurse  wird häufig auch eine bestimmte Anzahl an Scheinen in weiteren Grundlagenfächern verlangt.

Große Übungen

Die zweite Phase des Jura-Studiums besteht aus den "großen Übungen". Hier vertiefen die Studenten ihre Kenntnisse aus dem Grundstudium auf fortgeschrittenem Niveau. Eine Übung ist bestanden, wenn eine Klausur und eine Hausarbeit erfolgreich absolviert wurden. In der Regel werden über das Semester verteilt mehrere Klausuren angeboten. Besteht du gleich die erste, musst du die weiteren Klausuren nicht mitschreiben – zu Übungszwecken wird dies aber empfohlen. Üblicherweise verbringen die Studenten das letzte Jahr ihres Jura-Studiums mit der Vorbereitung auf das erste Staatsexamen und besuchen zu diesem Zweck meist ein Repetitorium.

Das richtige Repetitorium in Jura wählen

Repetitorien  bieten eine schnelle und intensive Wiederholung des Stoffes, der für das erste Staatsexamen relevant ist. Sie werden in verschiedenen Formen angeboten: Es gibt Repetitorien als Präsenzveranstaltungen und als Online-Kurse, zum Beispiel von Juracademy oder Lecturio. Präsenz-Repetitorien gibt es sowohl von Privatanbietern (Preis zwischen 100 und 200 Euro pro Monat) als auch kostenlos von Universitäten. Welches Repetitorium besser geeignet ist oder ob auf den Besuch eines Repetitoriums verzichtet wird, muss jeder Student für sich selbst entscheiden. In jedem Fall empfiehlt es sich aber, einen Lehrplan aufzustellen – Einser-Jurist Stefan erklärt, wie das geht.

Erstes Staatsexamen als Abschluss des Jura-Studiums

Die "erste juristische Prüfung" wird zwar gemeinhin als Staatsexamen bezeichnet, beinhaltet aber neben dem staatlichen Teil (70 Prozent der Note) auch einen universitären Teil (Schwerpunktbereich, 30 Prozent der Note).  Die Aufgaben im staatlichen Teil werden von den Justizprüfungsämtern der Bundesländer gestellt und bewertet. Der staatliche Teil beinhaltet fünf bis sieben schriftliche Klausuren zu den Rechtsgebieten Zivilrecht, Strafrecht und öffentliches Recht sowie eine mündliche Prüfung.

Studenten haben zwei Versuche, um das Staatsexamen zu bestehen. Zusätzlich gibt es den sogenannten Freischuss. Wer das Studium in der Regelstudienzeit (acht Semester) abschließt und direkt in die Prüfung geht, hat im Fall des Nicht-Bestehens noch zwei weitere Versuche. Besteht er auf Anhieb, hat er die Möglichkeit, in einem zweiten Ableisten der Prüfung seine Note zu verbessern.  Diese Möglichkeit gewähren manche Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg auch nach Bestehen des ersten regulären Versuchs.

Hier findest du eine nach Bundesländern gegliederte Übersicht über Anzahl der Klausuren, Gewichtung der Prüfungsteile und den Freischuss im ersten Staatsexamen.

Referendariat und zweites Staatsexamen

Nach dem ersten Staatsexamen folgt das Referendariat. Es dauert zwei Jahre und gliedert sich in die fünf Stationen: Zivilrechts-, Strafrechts-, Verwaltungs-, Anwalts- und Wahlstation. So soll sichergestellt werden, dass die Referendare Einblick in verschiedene Berufe gewinnen. In der Jobbörse von e-fellows.net finden Studenten Angebote von Unternehmen und Kanzleien, die Rechtsreferendare während der Anwalts- oder Wahlstation beschäftigen.

Daneben beinhaltet das Referendariat auch einen theoretischen Ausbildungsteil, der aus Kursen von Anwälten, Richtern, Staatsanwälten und Verwaltungsbeamten besteht. Während des Referendariats erhalten die Referendare eine Unterhaltsbeihilfe in Höhe von etwa 800 Euro netto.

Das sogenannte zweite Staatsexamen oder Assessorexamen schließt an das Referendariat an. Es besteht aus sieben bis elf Klausuren (abhängig vom Bundesland) und einer mündlichen Prüfung. Zusätzlich zum Stoff aus dem ersten Staatsexamen wird im zweiten Staatsexamen auch das Prozessrecht geprüft, die aktuelle Rechtsprechung tritt stärker in den Vordergrund. Die Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen müssen die Juristen parallel zum Referendariat absolvieren. Viele Referendare verkürzen daher ihre Anwaltsstation durch das sogenannte "Tauchen", um sich in Vollzeit auf die Klausuren vorzubereiten.

Wer das zweite Staatsexamen erfolgreich abgelegt hat, gilt als Volljurist und besitzt die Befähigung zum Richteramt. Diese ist in Deutschland auch Voraussetzung für die Berufe Staatsanwalt, Rechtsanwalt und Notar.

Promotion als Jurist

Der "Dr. jur." ist eine gerne gesehene Qualifikation bei Großkanzleien. Der beste Zeitpunkt für eine Promotion in Jura ist nach dem ersten Staatsexamen, da dann die Kenntnisse im materiellen Recht noch frisch sind. Die Dauer der Promotion variiert sehr stark und hängt vom Thema, dem Betreuer und der persönlichen Lebenssituation des Doktoranden ab. Zur Finanzierung bieten sich nicht nur Stipendien an, sondern auch eine Beschäftigung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Lehrstuhl oder in einer Kanzlei.

Master of Laws (LL.M.)

Als Alternative zur Promotion setzt sich mehr und mehr der LL.M. durch. Der LL.M. bzw. Master of Laws ist ein Postgraduierten-Abschluss für Juristen. Ursprünglich aus dem englischsprachigen Raum, bieten inzwischen auch zahlreiche deutsche Hochschulen LL.M.-Studiengänge an. Ein LL.M.-Studium dauert zwischen zwei und vier Semester und kann teilweise auch berufsbegleitend absolviert werden.

An Hochschulen im deutschsprachigen Raum dient ein LL.M. zumeist der Spezialisierung auf ein bestimmtes Rechtsgebiet, zum Beispiel Wirtschaftsrecht oder Europarecht. Auch im Ausland werden solche spezialisierten LL.M.-Programme angeboten. Häufiger geben die LL.M.-Studiengänge im angloamerikanischen Raum jedoch einen Überblick über das Rechtssystem des jeweiligen Landes oder behandeln das internationale Recht.

Ein LL.M. kann die Chancen von Juristen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Auch finanziell kann sich ein LL.M.-Titel lohnen: Einige Kanzleien zahlen LL.M.-Absolventen ein höheres Einstiegsgehalt.

Voraussetzung für einen LL.M. ist das erste Staatsexamen oder ein Bachelor of Laws (LL.B.). Danach kann der LL.M. zu jedem Zeitpunkt des beruflichen Werdegangs absolviert werden, zum Beispiel auch parallel zum Referendariat. Beim LL.M. Day von e-fellows.net kannst du dich über die Zusatzqualifikation informieren und vor allem mit Hochschulvertretern aus dem Ausland über ihre Programme sprechen. Viele weitere Infos zum Master of Laws findest du im Buch "Der LL.M." aus der Reihe e-fellows.net wissen.

Stipendien für Juristen

Stipendien erleichtern die Finanzierung von Jura-Studium, Promotion und LL.M.. Jura-Studenten können sich natürlich bei den Begabtenförderwerken bewerben, die nahezu alle Fachrichtungen in Deutschland fördern. Es gibt aber auch Stipendiengeber nur für Juristen. Eine Übersicht findest du in der Stipendien-Datenbank für e-fellows.net.

Absolvierst du den LL.M. im Ausland, lohnt sich ein Blick auf die Seite des DAAD. Auch Kanzleien fördern das Aufbaustudium im Ausland. Wir haben verschiedene LL.M.-Stipendien für dich zusammengestellt.

Berufsperspektiven für Juristen

Die Einstiegsmöglichkeiten von Juristen hängen maßgeblich von ihren Noten in den Examen ab. Im Staatsdienst (also als Staatsanwalt, Richter oder Notar) kann nur arbeiten, wer ein Prädikatsexamen gemacht hat. Ein Examen gilt dann als Prädikatsexamen, wenn es mit „vollbefriedigend“ bewertet wurde.

Auch die großen Wirtschaftskanzleien – zum Beispiel Hengeler Mueller, Clifford Chance und Freshfields Bruckhaus Deringer – legen Wert auf gute Noten. Dass beide Staatsexamen mit "vollbefriedigend" abgeschlossen wurden, ist aber nicht mehr zwingend notwendig, um zum Interview eingeladen zu werden – auch mit 8 Punkten bestehen Chancen, wenn der Lebenslauf ansonsten überzeugt. Wenn du als Anwalt arbeiten möchtest, kannst du dich aber auch einer kleineren Kanzlei anschließen oder selbst eine Kanzlei gründen. Stellen für Juristen finden sich außerdem in den Rechtsabteilungen von Unternehmen, bei Behörden und Hochschulen, in Verlagen oder bei Versicherungen.

Weiterbildung für Anwälte

Rechtsanwälte können sich in Deutschland zum Fachanwalt weiterbilden. Führen darf diesen Titel nur, wer schon mindestens drei Jahre als Anwalt zugelassen ist und nachweisen kann, dass er auf dem betreffenden Rechtsgebiet über besondere theoretische und praktische Kenntnisse verfügt. Zum Nachweis muss der Anwalt an einem Kurs teilnehmen, mehrere Klausuren schreiben und belegen, dass er eine bestimmte Anzahl an Fällen im Rechtsgebiet bearbeitet hat. Aktuell gibt es 21 Fachanwaltsbezeichnungen, zum Beispiel den Fachanwalt für Steuerrecht, für Arbeitsrecht, für Familienrecht oder für Urheber- und Medienrecht.