Ingenieure bei Roche
Stahlkessel und Teststreifen
Jörg Rohde hat an der Fachhochschule Weihenstephan Biotechnologie studiert. Bei Roche in Penzberg arbeitet er als Betriebsingenieur im Site Engineering.
Konzentriert gleitet der Blick von Jörg Rohde über die riesigen Stahlkessel und Verrohrungen, die den Reinraum der Penzberger Diagnostika-Produktion mit Reinstmedien und Reinigungslösungen versorgen. Jede Störung in der hochkomplexen Anlage könnte Produktionsfehler oder gar einen Produktionsausfall zur Folge haben. Jörg Rohde sorgt dafür, dass es nicht so weit kommt. Der Betriebsingenieur trägt die Verantwortung für die Funktionsfähigkeit der Anlagen am Standort Penzberg – eine Aufgabe, die ihn ausfüllt und zufrieden macht.
Ein Wechsel stand an
Das war aber nicht immer so. Jörg Rohde kam gleich nach seinem Studium zu Roche. Sein Arbeitsplatz war in der Produktion von Wirkstoffen zur Herzinfarkt-Therapie. Er arbeitete operativ in der Fermentation – im Schichtdienst. "Als diplomierter Biotechnologe fühlte ich mich für diese Aufgabe überqualifiziert und dachte, dass es das doch nicht gewesen sein kann", erinnert sich Rohde. Ein Gespräch mit seinem Vorgesetzten machte ihm klar, dass sich an diesem Arbeitsplatz keine langfristige Perspektive für ihn bot.
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Die richtige Stelle für sein Know-how
Daher begann Rohde, die internen Stellenausschreibungen zu studieren und fand seine jetzige Position beim Site Engineering. Er ist zuständig für Bauvorhaben sowie für die Instandhaltung der Gebäude und Anlagen. Jörg Rohde ist froh, dass er sich damals so schnell zum Wechsel entschlossen hat, und dass er dabei von seinem Vorgesetzten und der Personalabteilung unterstützt wurde. Jetzt kann er sein Ingenieurs-Know-how optimal einbringen.
Ganzkörperanzüge mit Mundschutz
"Im Gebäude 741, für das ich als Betriebsingenieur verantwortlich bin, wird unter anderem der Test zum Nachweis der Neuen Grippe für den weltweiten Markt produziert", sagt der 34-Jährige. Da der Test auf dem Nachweis von Nukleinsäuren beruht, muss er unter Reinraumbedingungen produziert und abgefüllt werden. Das bedeutet: In der Testproduktion gelten dieselben Regeln wie bei der Herstellung von Mikroprozessoren. Die Mitarbeiter tragen Ganzkörperanzüge mit Mundschutz, die Grenzwerte für die Konzentration von Keimen in der Luft sind extrem niedrig.
Arbeit im Reinraum
Zu den Aufgaben von Jörg Rohde gehört es, die Funktion aller Anlagen im Reinraum sicherzustellen. Daneben beschäftigt er sich auch mit der Planung neuer Anlagen. "Ich habe gerade das Konzept für ein neues Gefriertrocknungszentrum erstellt, in dem Enzyme und Antikörper für diagnostische Tests gefriergetrocknet werden." Über mangelnde Arbeit kann sich Jörg Rohde nicht beklagen. "Es steht viel auf dem Zettel", meint er. "Mit einer guten Organisation lässt sich das Pensum aber ohne Weiteres bewältigen."
Zeit für soziales Engagement
Dass er neben dem Beruf noch Zeit für sein ehrenamtliches Engagement hat, ist Jörg Rohde ein wichtiges Anliegen. "Gemeinsam mit Studenten besuche ich einmal pro Woche Obdachlose in der Münchner Innenstadt", berichtet er. "Durch die regelmäßigen Gespräche haben wir zu vielen schon einen persönlichen Kontakt aufgebaut. Wir unterstützen sie bei Problemen mit Behörden oder Arztbesuchen."
David Krey ist Diplom-Ingenieur für Pharmatechnik und hat einen Master in Biomedical Engineering gemacht. Bei Roche in Mannheim arbeitet er als Post-Doc in der Diabetes-Care-Sparte. Dort ist er als Fachprojektleiter in der Chemieentwicklung verantwortlich für die Weiterentwicklung von Teststreifen.
Vorsichtig nimmt David Krey eine Beschichtungsprobe für Glukose-Teststreifen in die Hand und hält sie gegen das Licht. Der dünne Film ist nur wenige Mikrometer dick – und vereint in sich jahrzehntelange Erfahrung und biochemisches Know-how. "Gemessen an anderen Arbeitsfeldern oder Industriezweigen gibt es nicht viele Menschen auf der Welt, die erfolgreich Teststreifen weiterentwickeln können", sagt David Krey. Er ist einer von ihnen. Der 32-jährige Diplomingenieur arbeitet am Standort Mannheim im Bereich Diabetes Care.
Internationale Vorgeschichte
Bevor David Krey zu Roche kam, hatte er international schon einige Erfahrungen gesammelt. Seine Diplomarbeit hatte er in London verfasst. Für die Master-Arbeit im Studiengang Biomedical Engineering war David Krey nach Wien gegangen. Seine Promotion verfasste er wieder in Deutschland, an der Universität in Bonn. Die praktischen Arbeiten liefen in einem Unternehmen der Healthcare-Branche.
Immer besser werden
Bei Roche arbeitet David Krey seit Mai 2008 als Post-Doc. "Wir entwickeln die Teststreifen weiter, mit denen Diabetiker selbst ihren Blutzuckergehalt bestimmen", beschreibt Krey seine Tätigkeit als Fachprojektleiter in der Chemie- und Beschichtungsentwicklung. Dabei geht es unter anderem auch darum, die Tests noch schneller und präziser zu machen. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, die Blutmenge zu reduzieren, die für den Test benötigt wird.
International arbeiten
David Krey erarbeitet für und mit seinem Projektteam das Versuchsdesign, koordiniert die Experimente, führt sie mit durch, und ist auch zuständig für die Auswertung und Beurteilung der Ergebnisse. "Es wird nie langweilig, da dieser Job jeden Tag neue Herausforderungen bietet", berichtet der Diplom-Ingenieur. Besondere Freude macht ihm das vernetzte, interdisziplinäre Arbeiten mit anderen Abteilungen. "Als Fachprojektleiter arbeite ich oft in internationalen Projekten." Besonders mit den Kollegen aus Indianapolis und Penzberg, besteht ein enger Austausch.
