KPMG: Advisory - Transactions & Restructuring
Ein Büro + 600 Mitarbeiter + 14 Produkte = ?
Wie viel ist die XYZ-Bank eigentlich wert? Das ist kein Brainteaser, sondern eine Frage, die das Team "Transactions & Restructuring" von KPMG seinen Kunden beantwortet - zum Beispiel, wenn sie die XYZ-Bank gerne kaufen möchten.
Dr. Jakob Schröder (Jahrgang 1970) ist Partner bei KPMG im Bereich "Transactions & Restructuring". Er studierte BWL und Maschinenbau in München und promovierte anschließend in BWL. Schon während des Studiums machte er ein Praktikum bei KPMG und stieg anschließend dort ein.
Sie arbeiten in der Advisory-Abteilung, also in der Beratungssparte von KPMG, in "Transactions & Restructuring" - wofür sind Sie dort zuständig?
Die Schwerpunkte von Transactions & Restructuring (T & R) sind die M&A-Beratung, Valuation Services, Debt Advisory, Transaction Services und Restructuring. Mein Team und ich kümmern uns zum Beispiel um die Bewertung von Unternehmen oder von einzelnen Vermögenswerten wie Technologien oder Marken.
Wann wenden sich Ihre Mandanten an Sie?
Wir bewerten Unternehmen zum Beispiel für Transaktionen, also wenn ein Unternehmen gekauft beziehungsweise verkauft wird und dafür sein Wert ermittelt werden soll. Oder wenn konzernintern umstrukturiert wird. Wir werden auch bei rechnungslegungsbezogenen Bewertungen aktiv, wenn zum Beispiel festzustellen ist, ob die Beteiligung an einem Unternehmen noch werthaltig ist.
Wie gehen Sie bei der Bewertung vor?
Wir machen im Grunde eine Investitionsrechnung. Dabei ermitteln wir, welche Überschüsse das Bewertungsobjekt in der Zukunft generieren wird und welche Ausschüttungen daraus resultieren. Der Wert der zukünftig erwarteten Ausschüttungen wird ermittelt, indem wir diese auf den Bewertungsstichtag diskontieren. Wertrelevant sind also die zukünftigen Ausschüttungen ab diesem Stichtag. Die Vergangenheit des Unternehmens interessiert uns primär zur Plausibilisierung der Zukunftserwartungen, denn diese sind entscheidend für den Wert - schließlich gilt auch hier: "Fürs Gewesene gibt der Kaufmann nichts".
Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Ich spreche viel mit Mandanten über aktuelle und zukünftige Projekte, bin aber auch in engem Austausch mit meinem Team und Kollegen. Wenn ein neues Projekt ansteht, dann erstellen wir erst einmal Zeitpläne, stellen das Team zusammen und legen Arbeitspakete und Verantwortlichen fest. Wir holen alle Informationen ein, die wir benötigen, um das Unternehmen zu bewerten und erstellen dann die entsprechenden Bewertungsmodelle. Wir überprüfen auch, ob die Planung des Unternehmens plausibel ist und schreiben gegebenenfalls die Planung fort. Ich finde gerade die Planungsplausibilisierung und -fortschreibung besonders spannend, weil es dabei nicht nur darum geht, dass das Zusammenspiel der einzelnen Werttreiber konsistent abgebildet wird, sondern auch um die Frage, wie das Unternehmen in zehn oder dreißig Jahren aussieht.
Einstieg in "Transactions & Restructuring": Das Trainee-Programm Transactions & Restructuring dauert zwölf Monate, in denen du dich in die Themenschwerpunkte einarbeitest und von einem Mentor unterstützt wirst.
Warum kümmern sich die Unternehmen nicht selbst um solche Schätzungen - immerhin kennen sie ihr eigenes Business doch am besten?
Die Finanzplanung wird in der Regel von den Unternehmen selbst erstellt – aber nur für einige Planjahre. Für unsere Bewertungen müssen wir aber viel weiter in die Zukunft sehen. Die Übertragung der Finanzplanung in einen Unternehmenswert erfordert einiges Bewertungs-Know-How. Hier können wir unseren Mandaten durch unsere Expertise sehr effizient helfen. Andererseits gibt es auch zahlreiche Bewertungsanlässe, bei denen ein neutrales Gutachten erforderlich ist. Hier ermitteln wir den Unternehmenswert und plausibilisieren die Planung des Unternehmens in der Funktion des neutralen Gutachters.
Was fasziniert Sie an Transaktionen?
Ich habe mich schon während meines BWL-Studiums für Transaktionen interessiert, weil sie häufig eine wesentliche Änderung für die betreffenden Unternehmen bedeuten. Die Dynamik, die dabei entsteht, finde ich sehr interessant. Außerdem ist es toll, mitzuwirken, wenn große strategische Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden, sozusagen Weichenstellungen für die Zukunft. Das Besondere an der Wertfindung bei Transaktionen ist, dass es kaum einen Bereich der BWL gibt, der hier nicht relevant wäre.
Was sind die typischen Risiken und Probleme bei Transaktionen?
Es sind meist recht zeitkritische Projekte, die eine sorgfältige Vorbereitung und eine disziplinierte Umsetzung erfordern. Wichtig ist, dass mögliche Risiken des Objektes – zum Beispiel Absatz-, Finanzierungs-, Steuerrisiken oder fehlende Investitionen – durch eine sogenannte Due-Diligence-Prüfung frühzeitig identifiziert werden. Weiterhin muss das Objekt sachgerecht bewertet werden, damit der Käufer nicht zu viel bezahlt. Nach dem Kauf ist es wichtig, dass das Objekt gut und zügig in die vorhandenen Strukturen eingegliedert wird. Das bedeutet zum Beispiel, dass zahlreiche Prozesse anzupassen sind.
Und wie sieht es bei Restrukturierungen aus? Kann es passieren, dass sich Unternehmen zu spät bei Ihnen melden, wenn die Situation schon zu verfahren ist?
Je früher wir zur Unterstützung dazugeholt werden, desto größer sind die Handlungsmöglichkeiten - das ist ein bisschen wie beim Arzt. Wichtig ist dann, dass die Krisenursachen genau analysiert und transparent gemacht werden - auch, wenn es um unangenehme Wahrheiten geht. Ferner müssen alle beteiligten Seiten in die Restrukturierung mit einbezogen werden. Eine Herausforderung ist es oft, trotz Zeitdruck bei der Gründlichkeit keine Kompromisse einzugehen und sich auf die wesentlichen Themen zu konzentrieren.
Welche Möglichkeiten haben Berufseinsteiger bei Ihnen?
Man kann bei uns wählen zwischen Trainee-Programmen und dem Direkteinstieg. Im Bereich Advisory bieten wir ein 12-monatiges Trainee-Programm an. Dabei lernt der Einsteiger verschiedene Advisory-Abteilungen kennen und bekommt je nach Programm auch einen Einblick in die Jahresabschlussprüfung. Am Ende kann man dann entscheiden, wo man konkret einsteigen möchte. Wenn man das schon weiß, bietet sich der Direkteinstieg an. Auch hier wird Aus- und Weiterbildung großgeschrieben – durch zahlreiche maßgeschneiderte fachliche und Soft-Skill-Kurse, sowie durch Förderung von Berufsexamina und Promotion. Für Bachelor-Absolventen hat KPMG ein eigenes 18-monatiges Bachelor-Start-up-Programm und fördert natürlich auch den Master. Ich empfehle Interessenten, sich die vielfältigen Möglichkeiten auf unserer Internet Domain anzusehen.
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