Risk & Compliance bei KPMG
Auf den Spuren von James Bond
Unternehmen müssen gesetzliche Auflagen erfüllen, zahlreiche Vorgaben beachten und glaubhaft machen, dass sie ihre Risiken beherrschen. Unterstützung bekommen sie dabei von der Advisory Service Group "Risk & Compliance" von KPMG. Bei ihren Mandaten wandeln die Berater auch schon mal auf den Spuren von James Bond. Ein Interview mit dem Verantwortlichen von Risk & Compliance.
Jeden Tag werden in Unternehmen Entscheidungen getroffen. Manche sind kleiner, manche können große Auswirkungen haben. Somit birgt jede Entscheidung auch ein Risiko in sich, die bis zur Bestandsgefährdung des Unternehmens führen kann. Um das beherrschbarer zu machen, brauchen Unternehmen ein Risikomanagement-System. Damit lassen sich Risiken erfassen, bewerten und managen. Daneben stehen Unternehmen vor der großen Herausforderung, dass es zahlreiche nationale und internationale Auflagen, Regeln, Richtlinien und gesetzliche Vorgaben gibt. Das reicht von der Mindestdauer, wie lange man Eingangsrechnungen aufbewahren muss, über die Einhaltung der verschiedenen Corporate Governance Regelungen bis hin zur Bekanntgebungspflicht von Großkrediten. (IT-)Prozesse zu gestalten, die diese Vorgaben automatisch beachten, ist Aufgabe der Compliance in einem Unternehmen.
Eins geht nicht ohne das andere
"Beide Themen - also Risikomanagement und Compliance - hängen eng zusammen, da die Prozesse ähnlich gestaltet sein sollten, um beide Bereiche zu managen. Es besteht auch das Risiko, dass man die Compliance nicht erfüllt", sagt Armin Weyell, der verantwortlich ist für die Service Group Risk & Compliance. Um die Unternehmen zu unterstützen, gibt es bei KPMG Advisory den Bereich "Risk & Compliance". Die Berater helfen bei der Umsetzung der Compliance-Vorgaben - und sorgen für die nötigen Strukturen, Prozesse und Abläufe, um das Risikomanagement-System im Unternehmen so effektiv wie möglich zu gestalten.
Auch wenn man lange bei einem Unternehmen arbeitet, muss es nicht langweilig werden. Bestes Beispiel ist Armin Weyell (47), Verantwortlicher für die Service Group "Risk & Compliance". Vor 22 Jahren stieg er zunächst bei der Wirtschaftsprüfung ein - und fand immer wieder neue, interessante Herausforderungen und Aufgaben.
Sie arbeiten seit 22 Jahren bei KPMG. Wie hat sich das ergeben?
Ich habe schon im Studium bei KPMG gearbeitet - genauer gesagt bei einer Tochtergesellschaft. Dort war ich Werkstudent in der Niederlassung Mainz und konnte in viele Bereiche hineinschnuppern. Nach dem Studium stieg ich dann zunächst im Audit in der Niederlassung Mainz ein, wechselte aber bald nach Frankfurt, wo der neue Bereich IT-Advisory gegründet worden war. Dabei hatte ich das Wirtschaftsprüfer-Examen aber nicht aus den Augen verloren - ich wollte es unbedingt noch ablegen. 1995 war es dann soweit. In 2000 übernahm ich die Leitung von IT Advisory in Frankfurt und wurde Partner. 2003 übernahm ich die deutschlandweite Leitung und baute IT-Advisory weiter aus. Durch eine interne Umstrukturierung wurde nun "Risk & Compliance" gegründet - und ich habe mich erfolgreich auf die Stelle des Verantwortlichen beworben.
Warum sind Risikomanagement und Compliance wichtig?
Risikomanagement und Compliance betreffen alle Unternehmen - jeden Tag. Dennoch erlebt dieses Thema immer wieder 'Schübe', die es im Bewusstsein der Manager in den Vordergrund bringen. Ein Schub waren Anfang dieses Jahrtausends die Bilanzmanipulations-Skandale verschiedener Firmen in den USA. In deren Folge löste sich ein ehemaliger Wettbewerber von uns - Arthur Andersen – auf. Auch eine Mahnung an uns, sorgfältig zu arbeiten. Ein zweiter Schub war die aktuelle Finanzkrise, vor allem für Banken. Kredite wurden teilweise ohne ausgeprägtes Risikomanagement an Unternehmen und Immobilienbesitzer vergeben, ohne die Bonität ausreichend zu überprüfen
Können Sie Beispiele nennen, woran Sie und Ihre Kollegen arbeiten?
Ein Global Player hat kürzlich ein neues SAP-System eingeführt. Wir helfen dabei, dass die Compliance weltweit beachtet wird, dass also alle relevanten Auflagen erfüllt werden. Ein weiteres großes Unternehmen hat Probleme beim Datenschutz. Unsere Unterstützung war darauf ausgerichtet, die gesetzlichen Regelungen und internen Richtlinien künftig einzuhalten. Eine Bank möchte ihre Wertpapiere, die sie im Bestand hat, einem sogenannten Stresstest unterziehen. Wir helfen dem Unternehmen in der aktuellen Situation, eine angemessene Bewertung ihrer Assets durchführen zu können. Ein weiterer global Player möchte ein effizientes Risiko- und Compliance-Management in seinem Unternehmen einführen. Unsere Spezialisten helfen dabei auch Fragen der Einhaltung internationaler Rechungslegungsstandards zu beachten. Dabei kann es auch mal vorkommen, dass man Workshops abhält, die in den James-Bond-Studios in London stattfinden.
Außer James Bond - mit welchen weiteren Argumenten würden Sie Studenten und Absolventen den Bereich Risk & Compliance schmackhaft machen? Was ist das Besondere?
Die spannenden und abwechslungsreichen Aufgaben halten mich jetzt schon seit 22 Jahren bei KPMG. Als Berater und Wirtschaftsprüfer bei KPMG sieht man sehr viele Großunternehmen von innen und muß sich schnell einen Überblick über Verfahren und Abläufe verschaffen, um das Unternehmen optimal beraten zu können. Spannend ist auch die Zusammenarbeit mit den internationalen Kollegen, die aus allen möglichen Disziplinen kommen. Und nicht zuletzt die Themen wie Wirtschaftskriminalität, Datenschutz, Bankenmanagement und IT ziehen mich immer wieder in ihren Bann.
Wie werden Sie von Mandanten kontaktiert? Mit welchen Anfragen treten diese normalerweise an Sie heran?
Wir nutzen unterschiedliche Wege, um unsere Mandanten auf unsere Dienstleistung aufmerksam zu machen. Hier hilft uns sehr stark unser Brand KPMG als unabhängiger Spezialist und Berater in betriebswirtschaftlichen Fragen. Darüber hinaus nutzen wir das internationale Netzwerk von KPMG. Dabei werden wir von unseren Kollegen von Gesellschaften im Ausland angefordert - zur Unterstützung bei internationalen Unternehmen in Deutschland aber auch weltweit. Wir gehen aber auch mit eigenen Themen direkt auf die Kunden zu. Zum Beispiel analysieren wir die Ergebnisse der G-20-Gipfel zu Finanzthemen und bieten unsere Hilfe bei der Umsetzung in den Unternehmen an.
Können Studenten bei Ihnen ein Praktikum machen?
Natürlich. Wir bieten Praktika an, aber auch die Möglichkeit, als Werkstudent bei uns zu arbeiten oder die Abschlussarbeit hier zu verfassen.
Ist man als Praktikant Teil des Teams?
Unsere Praktikanten arbeiten direkt im Projekt mit. Als Praktikant übernimmt man unterstützende Aufgaben und bearbeitet diese eigenverantwortlich. Dadurch, dass man mit vor Ort ist, bekommt man zusätzlich viel mit - eben auch, was einen als Mitarbeiter erwarten würde.
Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen, um ebenfalls die Marke von 22 Jahre zu erreichen?
Interesse an wirtschaftlichen Themen ist natürlich eine Voraussetzung, aber es muss nicht unbedingt ein Wirtschaftsstudium sein. Eine schnelle Auffassungsgabe und analytische Denkweise sind wichtig. Da wir viel unterwegs sind, sollte man grundsätzlich reisebereit sein. Mann sollte auch bereit sein, in internationalen Teams zu arbeiten für Projekteinsätze im Ausland tätig zu werden.
