KPMG: Risiko-Management
Die Risiko-Jäger
Hat unsere Firma alle Risiken unter Kontrolle? Um diese Frage zu beantworten, gibt es den Bereich "Internal Audit, Risk and Compliance Services" bei KPMG. Von deren Mitarbeitern ist Fingerspitzengefühl gefragt: Immerhin müssen sie Schwachstellen in Unternehmen ausfindig machen und Probleme offen ansprechen - ohne dass die Mitarbeiter das Gefühl bekommen, man würde ihnen misstrauen.
Der Bereich "Internal Audit, Risk and Compliance Services" (IARCS) von KPMG unterstützt Kunden dabei, Geschäftsrisiken besser zu steuern und die internen Kontrollsysteme zu verbessern. KPMG kümmert sich dabei um interne Revision, interne Kontrollen, Risikomanagement und Nachhaltigkeit. IARCS hilft dabei, die Prozesse zu verbessern, strategisch zu planen und Risikomanagement-Tools zu installieren und zu verbessern.
Eun-Hye Cho (27) studierte BWL an der Universität Bayreuth. Seit Oktober 2009 arbeitet sie als Associate bei KPMG im Bereich "Internal Audit, Risk and Compliance Services" (IARCS).
Wie bist du an deinen Job gekommen?
Ich war bereits durch Praktika auf das Thema "Risk" aufmerksam geworden. Und ich wollte mehrere Unternehmen in verschiedenen Branchen kennenlernen und mich nicht auf eine Firma fokussieren. Das ist bei meiner Arbeit bei KPMG gut möglich. KPMG war an unserer Universität durch Workshops, Seminare und Vorträge präsent. So konnte ich früh mit KPMG Kontakt knüpfen. Ich war zum Beispiel auf Bewerbertagen, dort konnte man Fragen stellen und sich einen Eindruck von KPMG verschaffen. Danach lag es nahe, bei KPMG anzufangen.
Wie waren die ersten Wochen?
Fordernd. Ich fand die ersten Wochen unglaublich anstrengend, weil Arbeiten einfach etwas anderes ist als ein Praktikum oder eine Werkstudententätigkeit. Man setzt sich selbst unter Druck, weil man natürlich einen guten Eindruck machen will. Meine Kollegen haben mir sehr geholfen. Ich konnte viele Fragen stellen und war dankbar für jede Hilfe. Das ist letztlich das Wichtigste: Man muss viele Fragen stellen und darf sich nicht beirren lassen.
Wie muss man sich die Arbeit in deinem Bereich vorstellen?
Unsere Arbeit ist projektorientiert. Das heißt, dass man sich regelmäßig an neue Projekt-Teams gewöhnen muss und ins kalte Wasser geworfen wird, um Praxiserfahrung zu sammeln. Ich kümmere mich hauptsächlich um "Internal Audit" und interne Kontrollsysteme. Ein Arbeitstag im "Internal Audit" kann zum Beispiel so aussehen: Wir beginnen beim Mandanten mit einem Kick-off-Meeting und schildern, was wir die nächsten zwei Wochen im Unternehmen machen. Nachdem uns die Ansprechpartner genannt werden, führen wir Interviews mit ihnen und versuchen, anhand unseres Prüfprogramms wesentliche Risiken und dazugehörige Kontrollen zu identifizieren.
Risiken identifizieren - wie macht man das genau?
Die Kunst ist, im Gespräch mit dem Mandanten so viele Informationen wie möglich zu bekommen. Dabei darf man aber nicht das Gefühl vermitteln, dass man den Mitarbeitern misstraut oder ihnen etwas unterstellen möchte. Wir versuchen, mögliche Kontroll-Lücken zu schließen und den gesamten Prozess so sicherer zu gestalten. Nach Ermessen prüfen wir einzelne Prozesse stichprobenartig, um zu gewährleisten, dass die Kontrollen auch richtig durchgeführt werden. Alle Ergebnisse werden in einem Bericht zusammengefasst, intern durchgesehen und beim Abschluss-Meeting mit den Verantwortlichen besprochen.
Was sind aus deiner Sicht gute Voraussetzungen für die Arbeit im IARCS?
Grundvoraussetzung ist, dass man gut mit Menschen kann. Dazu gehört auch, dass man offen ist für neue Dinge, neue Sichtweisen, andere Meinungen und andere Argumentationen. Ob in Diskussionen mit dem Mandanten oder mit Kollegen - man muss Verständnis aufbringen und versuchen, sich auf die Mandanten einzulassen und auch ein wenig anpassungsfähig sein. Wir sind Dienstleister und sollten uns auch so verhalten.
Was macht den Job in deinen Augen reizvoll?
Man muss sich natürlich im Klaren sein, dass bei KPMG viel gearbeitet wird und dass viel verlangt wird. Aber man bekommt auch viel zurück. Die Lernkurve ist steil und harte Arbeit wird auch belohnt. Man muss natürlich flexibel sein und auch das Reisen sollte man nicht unbedingt als Last empfinden.
Wie viel reist du?
Bestimmt 60 Prozent - wenn nicht mehr.
Arbeitet man eher als Einzelkämpfer oder eher im Team?
Ganz klar im Team - als Einzelkämpfer hast du keine Chance.
Gibt es Weiterbildungsangebote?
Jede Menge, aber man muss sich den Arbeitsalltag auch wirklich für die Trainings freischaufeln.
Was war dein bisheriges Highlight?
Das habe ich noch vor mir: Zwei Monate auf einem Projekt in Kapstadt, Südafrika.
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