von Carolin Metz

Consulting bei KPMG

"70 Prozent der Praktikanten steigen danach bei uns ein"

Schon von den Unternehmensberatern bei KPMG gehört? Ja, richtig gelesen - denn KPMG ist nicht nur eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, sondern bietet seinen Kunden auch Management-Beratung - im Geschäftsbereich Advisory. In der Advisory-Gruppe "Consulting" geht es vor allem um Prozess-, Organisations- und IT-Beratung.

Dr. Andreas Ries von KPMG berichtet im Interview, wieso die Umsetzung von Projekten oft das Schwerste ist.

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und bei Angst vor drohenden Finanzkrisen fragen sich Unternehmen, ob sie gut organisiert sind, wo sie Kosten sparen und wie sie möglicherweise noch besser funktionieren können. Bei solchen strukturellen Fragen ist ein erfahrener Blick von außen hilfreich - von den Beratern bei KPMG.
 
Die Advisory-Sparte bei KPMG ist in zwei Gruppen aufgeteilt:

  • Consulting
  • Transactions & Restructuring

Consulting

Die Mitarbeiter der KPMG Advisory Service Group "Consulting" haben langjährige Branchenerfahrung. Dabei ist ihre Expertise nicht auf Finanz-Beratung beschränkt, was man bei einer Unternehmensberatung innerhalb einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vielleicht denken könnte. Die Consultants von KPMG machen klassische Management-Beratung. Sie helfen Unternehmen, effektiver und kostengünstiger zu arbeiten. Projekte von "Consulting" können zum Beispiel sein:

  • Wie können die Geschäftsprozesse im Unternehmen effektiver werden?
  • Wie können Unternehmensbereiche (z.B. das Finanzwesen, der Einkauf, die HR-Abteilung) effektiver und günstiger strukturiert werden?
  • Wie können die IT-Systeme besser an die Anforderungen im Unternehmen angepasst werden?

Berater mit Umsetzungskompetenz

Die KPMG-Berater verlassen den Schauplatz nicht, nachdem ihr Konzept vorgestellt und für gut befunden wurde. Die Mitarbeiter von "Consulting" unterstützen ihre Kunden auch bei der Umsetzung - das kann einen Einsatz von ein paar Wochen bis hin zu ein paar Jahren bedeuten. Dr. Andreas Ries erklärt, warum das oft die entscheidende Phase eines Auftrags ist: "Oft scheitert ein Projekt nicht an der Idee, sondern daran, dass die Mitarbeiter nicht mitziehen. Deshalb ist es uns so wichtig, auch die Umsetzung des Projekts zu begleiten."

Dr. Andreas Ries arbeitet im Bereich Performance and Technology bei KPMG[Quelle: e-fellows.net]

Dr. Andreas Ries (Jahrgang 1971) ist seit 2002 in der Advisory Service Group "Consulting" bei KPMG - nach Stationen bei der Deutschen Bank und Arthur Andersen Managementberatung. Er studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Darmstadt und promovierte anschließend. Auf seinen Projekten hat er gute Erfahrungen mit Praktikanten gemacht. Und die Praktikanten mit KPMG.

Sie kommen zu Ihren Mandanten, um die Effizienz im Unternehmen zu steigern. Wie funktioniert das am besten?
Mein Tipp an die Unternehmen lautet: "Denken Sie nicht nur taktisch an morgen, sondern auch strategisch an übermorgen." Das bedeutet, dass Unternehmen ihre Risiken gut kalkulieren müssen. Prozesse sollten standardisiert und automatisiert werden, damit die Firma nicht unnötig Energien verschwendet. Außerdem ist der Einsatz moderner Informationstechnologie wichtig, und das Unternehmen sollte sich gut überlegen, was es selbst herstellt und was sich günstiger extern einkaufen lässt.

Wann wird "Consulting" aktiv?
Wir bezeichnen uns als "Managementberatung mit Umsetzungskompetenz". Wir arbeiten mit unseren Mandanten immer dann zusammen, wenn Veränderungen auf der Agenda stehen. Zum Beispiel, wenn ein Unternehmen seine IT-Strategie überdenkt oder seine Finanzprozesse regional neu organisiert. Oder aber ein Unternehmen möchte die Einkaufskosten reduzieren oder akquirierte Gesellschaften integrieren. Neben den fachlichen Aspekten legen wir Wert auf das Change Management, um unsere Mandanten bei ihren Veränderungen zu begleiten. Das bedeutet, dass wir unsere Kunden auch bei der Umsetzung des Projekts unterstützen.

Können Sie Beispiele aus Ihrer täglichen Arbeit nennen?
Ich berate Unternehmen vornehmlich aus den Industrien Telekommunikation, Chemie/Pharma und Automotive. In der Telekommunikationsindustrie setzen sich zunehmend Produktbündel durch. Kein Kunde ist mehr bereit, für Festnetztelefonie, Mobilfunk, Internetzugang und Inhalte getrennt zu bezahlen, sondern wünscht "alles aus einer Hand". Das bedeutet tiefgreifende Änderungen für die Unternehmenssteuerung, bei denen wir unsere Kunden begleiten. Die Firma muss ihre Organisation und Unternehmenssteuerung ändern, um den geänderten Kundenwünschen entsprechen zu können.

Wie sieht es in den anderen Branchen aus?
Die Pharma-Industrie ist gut durch den Wirtschaftsabschwung gekommen und konnte ihren Akquisitions- und Integrationskurs fortsetzen. Die Chemie-Industrie hing genauso wie die Automobilindustrie dagegen voll an der Gesamtwirtschaft und musste Kapazitäten intelligent anpassen, um für den derzeitigen Aufschwung wieder gut gerüstet zu sein. Der Blick auf die Kosten hatte hier Vorrang.

Kann man in Ihrer Abteilung Praktika machen?
Selbstverständlich, viele Studenten lernen KPMG als Arbeitgeber während eines Praktikums kennen. Seit vielen Jahren machen meine Kollegen und ich gute Erfahrungen mit Praktikanten. Die Studienrichtung der Bewerber ist eher nebensächlich. Wichtig sind die richtige Einstellung, strukturiertes Denken und eine hohe Teamfähigkeit. Praktikanten sind mit auf dem Projekt und lernen dabei sehr schnell sehr viel. Ungefähr 70 Prozent der Praktikanten gefällt es bei uns so gut, dass sie nach ihrem Studium direkt bei uns einsteigen.

Woher bekommen Sie Ihre Aufträge?
Als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft haben wir oft einen guten Draht zum Finanzchef des Unternehmens, über diese Kontakte entstehen oft Folgeaufträge. Gerade bei analytischen, finanzgetriebenen Fragen vertrauen unsere Kunden auf die Kompetenzen einer Wirtschaftsprüfung. Ein hohes Maß an Expertise, Genauigkeit, Umsetzbarkeit und Nachhaltigkeit erwarten unsere Mandanten zu Recht. Allerdings ist der Beratungsmarkt in den letzten Jahren kompetitiver geworden. Immer öfter schreibt die Einkaufsabteilung Aufträge aus, um die wir uns bewerben. Die Beratung mit dem besten Konzept gewinnt dann.

Wie überzeugen Sie Mitarbeiter des Kunden, die Vorbehalte gegenüber Veränderungen haben?
Meine Devise lautet, dass alles, was mein Team und ich beim Mandanten machen, seine Wettbewerbssituation verbessern und unser Honorar rechtfertigen muss. Diese Beratungsphilosophie führt zwangsläufig zu plausiblen Argumenten für Veränderungen. Wichtig ist, dass wir unsere Pläne nachvollziehbar kommunizieren und mit den Betroffenen besprechen. Das ist einfach gesagt, manchmal aber die größte Herausforderung in einem Projekt.

Sind Sie auch international im Einsatz?
Natürlich. Wir beraten vornehmlich große Unternehmen, die kennen keine nationalen Grenzen. Ich habe lange Zeit für meine Mandanten im Ausland gearbeitet - von Japan über Europa nach Nord- und Südamerika. Diese Zeit hat mich geprägt und meinen Blick fürs Ganze geschärft. Zurzeit konzentrieren sich meine Reisen eher auf Europa.

Du möchtest mehr über "Consulting" erfahren und Mitarbeiter kennenlernen? Dann bewirb dich für die Face-to-Face-Veranstaltung mit KPMG.


Kommentar schreiben

Sicherheitstext eingeben:*

* Pflichtfelder