von Curtis Klaus

Hengeler Mueller

Mitarbeiter im Gespräch

 

Dr. Maximilian Schiessl von Hengeler Mueller

Dr. Maximilian Schiessl (51) hat in München und Harvard studiert. Er war danach Foreign Associate bei einer New Yorker Kanzlei und ist seit 1991 Partner bei Hengeler. Seine Schwerpunkte sind neben privatem M&A das öffentliche Übernahme- recht, Corporate Finance und Private Equity. "Entscheidend ist, wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu finden statt Transaktionen mit juristischen Bedenken zu verhindern."

Herr Dr. Schiessl, Sie waren an vielen Fusionen und Übernahmen beteiligt. Wie läuft eine solche Transaktion ab?
Transaktionen werden von einem großen Team betreut, zu dem neben den Mandanten und den Anwälten vor allem Investment- banker, Wirtschaftsprüfer und PR-Berater gehören. Auf der Grundlage eines detaillierten Zeit- und Maßnahmenplans müssen wir die verschiedensten Bereiche koordinieren. Allein im juristischen Bereich sind mehrere Rechtsgebiete zu beachten. Neben dem Übernahmerecht insbesondere das Börsenrecht, das Gesellschaftsrecht, das Kartellrecht und das Steuerrecht.

Worin liegt für Sie der besondere Reiz?
Der Reiz besteht insbesondere in der Verbindung von juristischen und wirtschaftlichen Fragestellungen. Bei M&A geht es nicht primär um juristische Denksportaufgaben, sondern darum, die Transaktion möglich zu machen und die wirtschaftlichen Ziele des Mandanten zu erreichen. Besonders reizvoll aber ist der intensive menschliche Kontakt mit Mandanten, anderen Beratern und Anwälten, die ja nicht "Gegner" sind, sondern Partner in einer Arbeitsgruppe mit einem gemeinsamen Ziel.

Muss ein Anwalt im M&A-Bereich eher risikobereit oder detailverliebt sein?
Selbstverständlich ist es unsere Aufgabe, Risiken für unsere Mandanten richtig einzuschätzen und zu vermeiden. Entscheidend ist aber, wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu finden statt Transaktionen mit juristischen Bedenken zu verhindern. Ein guter M&A-Anwalt muss deshalb pragmatisch sein und sollte dem Mandanten zusammen mit dem juristischen Problem nach Möglichkeit auch stets bereits die Lösung präsentieren.

Im Jahr 2003 gab es in Deutschland zehn Prozent weniger Fusionen und Übernahmen als im Vorjahr. Ist der Bereich M&A auf einem absteigenden Ast?
Sicher ist es so, dass in den letzten Jahren das Transaktions- volumen insgesamt abgenommen hat. Doch solche Zeiten haben auch den Vorteil, dass die Nachfrage der Mandanten sich auf wenige Spitzenkanzleien konzentriert. Zudem haben wir einen großen Mandantenstamm, den wir kontinuierlich gesellschaftsrechtlich betreuen. Wir haben in den letzten Jahren beispielsweise eine große Zahl von Squeeze-out-Transaktionen (Ausbezahlen von Kleinaktionären, Anm. d. Red.) und gesellschaftsrechtlichen Restrukturierungen begleitet.
 
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