Deutsche Telekom

Partner im Profil - International Bid and Project Management

350 Kunden. Über 20 verschiedene Länder. Ein Account Manager. Die Betreuung von Großkunden im Vertrieb ist straff organisiert. Teil dieser Struktur ist auch das International Bid and Project Management bei T-Mobile in Bonn. Wie entsteht ein Angebot für das Kommunikationssystem eines Kunden? Wer hängt alles mit dran? Welche Fähigkeiten muss ein Mitarbeiter mitbringen? e-fellows.net hat das Bid Management unter die Lupe genommen.

Selbst im Zeitalter der Kommunikation ist telefonieren oft nicht leicht - und manchmal sogar sehr teuer. Wer hat nicht mal versucht, aus dem Urlaub daheim anzurufen, und es dann spätestens beim Blick auf die Telefonrechnung bitter bereut? Wie dem privaten Handy-Nutzer geht es auch großen Firmen und multinationalen Konzernen. Sie benötigen ausgefeilte Kommunikationssysteme und maßgeschneiderte Tarifangebote - und zwar über Ländergrenzen hinweg. Soll ein solches System implementiert oder optimiert werden, wenden sich die Kunden an T-Mobile.

International Bid and Project Management

Die Abteilung International Bid and Project Management ist bei T-Mobile Deutschland im Bereich Vertrieb Geschäftskunden angesiedelt. Rund 350 nationale und internationale Unternehmen zählen zu ihren Kunden. Darunter befinden sich sowohl DAX-30-Unternehmen als auch multinationale Konzerne aus den Fortune 500. Im Vertrieb betreuen Global Account Manager jeweils ein bis drei - bestehende oder zukünftige - dieser Großkunden. Sie sind Ansprechpartner für alle Kommunikationsbelange.

People Axel Schaer T-Mobile

Axel Schaer, Jahrgang 1961, ist Vice President National and International Bid and Project Management bei T-Mobile Deutschland. Er berichtet in seiner Funktion direkt an den Direktor Vertrieb Geschäftskunden, Patrick Molck-Ude. Axel Schaer hat an den Universitäten Karlsruhe und Ulm Mathematik und Wirtschaftswissenschaften studiert und mehr als zehn Jahre Erfahrungen im Management Consulting gesammelt. Er hat den Projektvertrieb innerhalb von T-Mobile mit aufgebaut und verantwortet seit 2003 das International Bid and Project Management, seit 2007 zudem auch das deutsche Bid Team als ein gemeinsames Competence Center.

"In jedem Kundenprojekt gibt es ausgeprägte Prozessphasen, für die es jeweils Teams von Spezialisten gibt", erläutert Axel Schaer. In der Angebotsphase kommt das Bid and Project Management ins Spiel. "Wir sind dafür zuständig, je nach Kundenwunsch Angebote zu erstellen, diese zu präsentieren, mit unseren Mobilfunk-Partnern zu koordinieren, zu verhandeln, in einen Vertrag zu gießen und tatsächlich zu implementieren." Mit dieser Arbeit unterstützt der verantwortliche Bid Manager den Global Account Manager bei der Kundenbetreuung und bildet mit diesem das zentrale Team der Projektführung.

Was wird angeboten?

T-Mobile hat sich auf kabellose Kommunikationslösungen spezialisiert. Neben Mobiltelefonen gehören dazu vor allem auch mobile Datenlösungen wie Blackberries, Daten im Laptop, Wireless LAN und Machine to Machine-Lösungen. Für jeden Kunden erstellen die Teams dabei ein individuelles Paket, das maßgeschneidert die verschiedenen Kommunikations- möglichkeiten und Länderoptionen mit einbezieht.

"In Holland gehört die Luft dem holländischen Staat"

Um Mobilfunkleistungen anbieten zu können, müssen die Anbieter Lizenzen vom jeweiligen Staat erwerben. Diese Anbieter werden auch Operator genannt - T-Mobile Deutschland ist einer von ihnen.

In Deutschland besitzen vier Operator diese Lizenzen:

  • T-Mobile-Deutschland (D1)
  • Vodafone (D2)
  • E-Plus (E1)
  • und O2 (E2).

Alle anderen Service-Provider, wie beispielsweise Debitel oder auch Tchibo, kaufen dort ihre Lizenzen in Paketen. Was diese Lizenzen auszeichnet, ist, dass sie nur jeweils von einem Staat im Staatsgebiet verkauft werden dürfen. T-Mobile Deutschland hat also nur die Rechte für Deutschland, der französische Anbieter Orange die für Frankreich etc.

FreeMove Alliance

Wenn ein großes Unternehmen eine Kommunikationslösung für 20 Länder in Auftrag gibt, steht ein hoher Koordinierungsbedarf an. Um hier Synergieeffekte zu nutzen und besonders günstige Angebote machen zu können, ist T-Mobile Gründungsmitglied der FreeMove Alliance - dem weltweit größten Zusammen- schluss von Mobilfunkanbietern. Vier der führenden Mobilfunk- betreiber - T-Mobile, Orange, TeliaSonera und Telecom Italia Mobile - sind in dieser 2004 gegründeten Mobilfunkallianz vereint. Durch diese Zusammenarbeit ist es möglich, nahtlose und länderübergreifende Mobilfunkkonzepte anzubieten. Unter- nehmen können so Tausende von Mobilgeräten verwalten, auch wenn diese über ein Dutzend Länder verteilt im Einsatz sind.

Einer hält die Fäden in der Hand

"Der Zusammenschluss zur FreeMove Alliance hilft mir bei meiner täglichen Arbeit", sagt Axel Schaer. Er ist verantwortlich für die Koordinierung des Gesamtangebotes - das heißt, er muss die unterschiedlichen Länderangebote und die damit zusammenhängenden Mobilfunkdienstleister unter einen Hut bringen. Das ist nicht immer einfach, vor allem wenn verschiedene Strukturen, kulturelle Unterschiede und andere Auffassungen aufeinander treffen.

A People Business

Die Abteilung Bid und Project Management ist in drei Gruppen unterteilt: Sieben Mitarbeiter kümmern sich dort um Angebote international, sieben um Angebote Deutschland und weitere zwei sind für die Implementierungen zuständig. Diese 16 Mitarbeiter werden in ihrer Arbeit jedoch stark von weiteren Kollegen außerhalb des Konzerns unterstützt. Um ein maßgeschneidertes Angebot bis zum Vertrag bringen zu können, werden verschiedene Business-Partner aus anderen Ländern, Service-Provider und Mitglieder der FreeMove Alliance mit einbezogen. Auch wenn sie nicht direkt an Axel Schaer berichten, tragen in jedem Unternehmen zwei bis drei Bid Manager zum Gelingen des Projekts bei. Auch hier zeigt sich wieder, was Axel Schaer als People Business bezeichnet: Alles hängt von den Mitarbeitern ab. Wenn die Kommunikation untereinander und mit den Kunden gut läuft, ist das Bid Management erfolgreich.

Einstieg im Bid and Project Management:

"Wir suchen Leute, die sich im Zirkus am liebsten die Teller-Jongleure anschauen."

Herr Schaer, aus welcher Fachrichtung sollten Studenten kommen, um sich bei Ihnen für ein Praktikum zu bewerben?

Ein Praktikum in unserer Abteilung ist vor allem für Wirtschafts- wissenschaftler interessant. Diese suchen wir hauptsächlich. Allerdings können sich auch Studenten mit einem ingenieur- wissenschaftlichen Hintergrund bewerben - wichtig ist eine Affinität zu wirtschaftlichen Themen. Diese sollte sich aber schon in praktischer Tätigkeit ausdrücken. Generell würde ich aber sagen, dass Soft Skills wesentlich wichtiger sind als Fachwissen.

An welche denken Sie dabei?

Wer bei uns arbeitet, muss eine große Offenheit und Neugier fremden Kulturen gegenüber mitbringen. Dazu zählt auch, dass man das Geschäftsgebaren anderer Kulturen akzeptiert. Und sich auf dieses einstellen kann. Da wir nur auf Englisch kommunizieren, sollten Praktikumsanwärter diese Sprache sehr sicher beherrschen.

Gehört Fingerspitzengefühl auch dazu?

Ja, es ist sehr wichtig, auf die Interessen der Kunden einzugehen. Man muss unterschiedliche Meinungen zu einem guten Kompromiss zusammenbringen können und schnell entscheiden, was wichtig und was unwichtig ist. Wer sich im Zirkus gerne immer den Jongleur mit den 30 Tellern angeschaut hat, ist bei uns sicher besser aufgehoben als der Trapez-Fan, dem es mehr auf die Ästhetik ankommt.

Seite 2 Mitarbeiter im Gespräch: Sylvia Petri und Dirk Schneefuß


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