von Melanie Grell

Deutsche Bank - Regional Management

Projekte für Generalisten

Die Deutsche Bank bringt man normalerweise in Verbindung mit Jobs rund um die Themen Investmentberatung, Derivatehandel oder Fondsverwaltung. Aber wie kann ein globales Unternehmen mit Präsenzen in 72 Ländern auf Regions- und Länderebene effizient gesteuert werden? Eine Frage, der Nils im Regional Management nachgeht.

Regional Management ist eine weltweite Managementfunktion der Deutschen Bank und stellt sicher, dass sowohl lokale als auch divisionsübergreifende Erfordernisse des Konzerns berücksichtigt werden. Außerdem vertritt diese Division die regionalen Interessen im Vorstand.

Regional und global

Als strategische Funktion treibt Regional Management den bereichsübergreifenden Ausbau der Geschäftsaktivitäten voran und verantwortet die Entwicklung und Überwachung regionaler, bereichsübergreifender (Finanz-)Kennzahlen. Von Europa über Nord- und Südamerika bis zum Mittleren Osten, Nordafrika und Asien-Pazifik hilft Regional Management Regionsleitern und Länderverantwortlichen, die Befolgung komplexer gesetzlicher Auflagen sowie die Governance-Grundsätze und Kontrollanforderungen der Deutschen Bank zu gewährleisten und regionale Geschäftsaktivitäten auszubauen.
 
In den regionalen Zentren, wie Frankfurt, London, New York, Tokyo, Hongkong und Dubai widmen sich die Mitarbeiter diesen Herausforderungen. Zu ihnen gehört auch Nils.

Deutsche Bank, Regional Management

Nils (26) hat VWL und Politik in Berlin und Los Angeles studiert. Seine Schwerpunkte: Globalisierung und Finanzmärkte. Eigentlich wollte er sich mit dieser Ausbildung eine gute Ausgangsposition für die Arbeit in einer Internationalen Organisation verschaffen, aber "das war ihm zu bürokratisch". Auf der Homepage der Deutschen Bank entdeckte er dann das Regional Management. Nach Praktikum und Diplomarbeit stieg er in Frankfurt in das Trainee-Programm ein. Momentane Station: Hong Kong.

Warum haben Sie sich für das Trainee-Programm im Regional Management entschieden?

Fast durch mein gesamtes Studium hindurch habe ich mich mit dem globalen Finanzsystem beschäftigt und finde die Thematik nach wie vor spannend. Im Regional Management der Deutschen Bank kann man das Finanzsystem aus der Management-Perspektive eines weltweit führenden Finanzinstitutes betrachten. Bereits während meines Praktikums hat mich dabei die Bandbreite der Themen, die durch Regional Management bearbeitet werden, fasziniert.

Zum Beispiel?

Dabei handelt es sich oft um Themenbereiche, die man bereits aus Management-Vorlesungen an der Universität kennt: Strategische Planung von Geschäftsaktivitäten, Unternehmenssteuerung oder -kontrolle und Messung der finanziellen Ergebnisse. Kombiniert mit der Globalität der Deutschen Bank ist das aus meiner Sicht eine unschlagbare Mischung für den Berufseinstieg.

Wie beurteilen Sie Ihre Ausbildung innerhalb des Trainee-Programms?

Das bereits erwähnte weite Spektrum an Themen empfinde ich persönlich als großen Vorteil für meine Ausbildung. Letztendlich lässt sich das Trainee-Programm am treffendsten als internationale, generalistische Ausbildung in Unternehmensführung charakterisieren. Natürlich liegt der Schwerpunkt auf der Finanzdienstleistungsbranche, aber viele der Themen sind auch für globale Unternehmen aus anderen Branchen relevant.

Anders als im klassischen Trainee-Programm durchläuft man im Regional Management allerdings nicht einzelne Stationen, um sich am Ende auf ein bestimmtes Thema oder einen Bereich zu spezialisieren. Ziel ist es vielmehr, eine breite Management-Ausbildung zu erhalten und dabei ein Verständnis für die gesamten Geschäftsaktivitäten einer globalen Universalbank zu entwickeln. Dieses gilt es dann mit zunehmender Erfahrung stetig zu vertiefen.

Woraus besteht Ihre Arbeit genau?

Nach dem Studium habe ich bei Regional Management in der Position eines Analysten angefangen. In dieser Rolle besteht die Hauptaufgabe darin, Informationen zu sammeln, Themenkomplexe analytisch aufzuarbeiten und diese in geeigneter Form zu präsentieren. Powerpoint und Excel sind dabei ständige Begleiter und wichtige Hilfsmittel. Ein großer Teil der Themen in Regional Management wird in Projektteams bearbeitet. Mit zunehmender Erfahrung erhält man bereits sehr früh Verantwortung für einzelne Teilprojekte, die man mit Kollegen innerhalb der Bank oder auch externen Ansprechpartnern vorantreibt. Der Anteil an koordinativen Tätigkeiten erhöht sich dann deutlich. In dieser Phase befinde ich mich momentan.

Können Sie ein Beispiel für ein Projekt geben?

Wir entwickeln zum Beispiel für ausgewählte Länder strategische Geschäftspläne und Wachstumsstrategien. Diese werden im Group Executive Committee der Deutschen Bank vorgestellt und diskutiert. Dahinter verbirgt sich inhaltlich eine sehr umfangreiche Analyse der Positionierung der Deutschen Bank in dem jeweiligen Land und die Formulierung unterschiedlicher Strategien für den Ausbau unserer Marktposition. Ein anderes Programm beschäftigt sich mit der länderübergreifenden Optimierung der Gesellschaftsstruktur der Deutschen Bank. Hierbei geht es darum, schlanke und effiziente Zielstrukturen zu realisieren, beispielsweise durch die Verschmelzung einzelner Tochtergesellschaften oder den Aufbau einer Holding.

Ist denn alles Projektarbeit?

Nein, durchaus nicht. Es gibt auch eine ganze Menge von Themen, bei denen die stabile Steuerung der Bank im Vordergrund steht, wie die Etablierung von weltweiten Management- und Führungsstandards für die Regionen, Länder und Tochtergesellschaften, durch welche die Bank operiert. Ein weiteres Thema ist die Erstellung länderspezifischer Finanzreports zur Performance-Messung.

Momentan befinden Sie sich für ein Projekt in Hong Kong, ist das ein fester Bestandteil des Trainee-Programms?

Ja und nein. Das Trainee-Programm sieht nicht zwingend einen Auslandseinsatz vor, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass sich im Rahmen eines Projektes früher oder später auch längere Aufenthalte im Ausland ergeben. Das Team in Frankfurt ist international besetzt und die globale Regional-Management-Organisation ist stark vernetzt, so dass ein reger Austausch mit den Kollegen aus anderen Regionen stattfindet. Mein Aufenthalt in Hong Kong hat sich zum Beispiel auch aus einem Projekt heraus ergeben.

Der Vorteil eines solchen projektbasierten Auslandseinsatzes ist, dass man den Kollegen im Ausland nicht nur über die Schulter schauen darf, sondern von Anfang an mit dezidierten Aufgabenpaketen betraut wird. In diesem Fall ist das nicht nur für die Bank ein effizienter Weg der Mitarbeiterentwicklung, sondern auch für mich persönlich eine sehr wertvolle Erfahrung.

Zusätzlich sieht das Trainee-Programm im Sommer eine sechswöchige Corporate-Finance-Schulung in London vor, um einheitliche Methodiken und Standards zu etablieren. Dort trifft man auf die anderen Trainees aus allen Teilen der Welt. Eine spannende und herausfordernde Zeit.

Wie sieht es mit Praktikanten aus? Gibt es die im Regional Management auch?

Sicher. Ambitionierte Praktikanten sind uns immer willkommen. Es wird garantiert nicht langweilig und wer den anspruchsvollen Herausforderungen gewachsen ist, bekommt sehr schnell eigene Verantwortungsbereiche.

Welche Voraussetzungen sollte man für die Arbeit mitbringen?

Die Anforderungen an analytisches und konzeptionelles Denken sind sicherlich sehr hoch, von daher sollte man hier Talent mitbringen. Außerdem sind ein hohes Maß an Belastbarkeit und ein gutes Zeitmanagement wichtig, denn es kann passieren, dass man bereits als Praktikant an mehreren Themen gleichzeitig arbeitet. Fachwissen zu Strukturen und Produkten der Finanzdienstleistungsbranche ist von Vorteil, dieses kann aber auch "on-the-job" erlernt werden. Ein fundiertes Verständnis von finanzwirtschaftlichen Zusammenhängen, Arbeitserfahrung aus Praktika in internationalen Unternehmen sowie Auslandserfahrung sind ebenfalls wichtige Qualifikationen.

 


Kommentar schreiben

Sicherheitstext eingeben:*

* Pflichtfelder