Clifford Chance - Projektfinanzierung
Wie finanziert man eine Autobahn?
Die A5 von Hessen nach Basel besteht aus Teilstücken. Eines dieser Stücke beschäftigt Antonia Uekermann. Als Associate in der Projektfinanzierung bei Clifford Chance regelt sie die Verträge zwischen Sponsoren, Banken und Kreditnehmern. Vor allem bei Großprojekten wie einem Autobahnbau.
Antonia Uekermann (30) ist Associate in der Projektfinanzierung bei Clifford Chance. Nach ihrem Jurastudium in Hamburg und Paris zog es sie nach Darmstadt zum Referendariat. Es folgte ein LL.M. in Banking and Finance an der Boston University. Auf einer Jobmesse in New York lernte sie schließlich Clifford Chance kennen. Glücklicherweise eine Kanzlei mit einem eigenen Team für ihr Lieblingsgebiet: die Projektfinanzierung.
Projektfinanzierung ist nicht unbedingt ein Stichwort, das mir einfällt, wenn ich an Clifford Chance denke. Wie sind Sie dazu gekommen?
Eigentlich müsste man das umgekehrt fragen: Wie bin ich zu Clifford Chance gekommen? Ich wollte unbedingt in die Projekt- finanzierung und habe mir daher Clifford Chance als Arbeitgeber ausgesucht. In meinem Referendariat hatte ich schon mit dem Bereich Finance zu tun und wusste, dass mir das Thema gefällt. In meinem LL.M. in Boston habe ich dann auch einen Kurs zur Projektfinanzierung besucht und gemerkt: Das ist genau das Richtige für mich. Bei einer Jobmesse in New York habe ich dann Clifford Chance kennengelernt und erfahren, dass sie eine spezielle Abteilung haben. Damit war für mich die Entscheidung gefallen.
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Wo ist die Projektfinanzierung bei Clifford Chance angesiedelt - oder ist sie unabhängig?
Die Projektfinanzierung gehört zum übergeordneten Gebiet Banking & Capital Markets. Es gibt allerdings ein eigenes Team für die Projektfinanzierung, das ist nicht in jeder Kanzlei so. Wir sind rund 40 Juristen aus mehr als zehn Nationen hier. Es macht viel Spaß, so international zu arbeiten.
Was sind Ihre Aufgaben?
Die Aufgaben der einzelnen Team-Mitglieder unterscheiden sich je nach Seniorität, also nach Berufserfahrung. Da ich erst vor einem halben Jahr angefangen habe, betreue ich noch keine eigenen Projekte. Momentan bin ich vor allem für die Kreditsicherheiten im Vertragswerk zuständig und kümmere mich um die Auszahlungsbedingungen, die der Kreditnehmer erfüllen muss. Später werde ich dann Kreditverträge aufsetzen, die Finanzstruktur prüfen, Projekte leiten.
Die Aufgaben in der Projektfinanzierung scheinen mir recht wirtschaftlich geprägt - warum werden Juristen damit beauftragt?
Ja, das stimmt. Bei den Projekten, um die wir uns kümmern, geht es aber vor allem darum, alle Vertragspartner zusammenzubringen. Es gibt mehrere Parteien: Sponsoren, Banken und Kreditnehmer. Deren Interaktionen und die angemessene Verteilung der Risiken müssen vertraglich abgesichert werden. Die grundsätzlichen wirtschaftlichen Entscheidungen trifft natürlich unser Mandant. Man braucht für die Arbeit hier keine wirtschaftlichen Kenntnisse, aber ein gewisses Interesse an den Zusammenhängen ist natürlich unabdingbar. Das Meiste lernt man dann recht schnell "on the job" und in den Fortbildungen.
Wie setzt sich ein Team zusammen? Kommen auch "Externe" hinzu?
Im Kernteam in der Kanzlei gibt es nur Anwälte. Bei allen Entscheidungen ziehen unsere Mandanten aber auch externe Experten hinzu. Zum Beispiel, wenn es um die Frage der richtigen Versicherung geht oder um projektspezifische technische oder wirtschaftliche Fragen. Die sind dann aber dem Mandanten zugeordnet, nicht uns.
Das Projekt Autobahn
Anwälte für Projektfinanzierung werden oft bei großen Bauprojekten eingesetzt. Wenn zum Beispiel ein Windpark, eine Brücke oder eben eine Autobahn gebaut werden soll, kann in den meisten Fällen die Finanzierung nicht von einer Bank allein gestemmt werden. Anwälte wie Antonia Uekermann entwerfen die Verträge, die das Zusammenspiel der beteiligten Parteien und die Verteilung der Risiken angemessen reflektieren sollen. Dabei müssen sie bei jedem neuen Projekt andere Voraussetzungen einkalkulieren. Auch sind die Darlehenslaufzeiten und der Rückzahlungsbeginn viel langfristiger und dadurch risikoanfälliger angelegt als bei einem Unternehmenskauf.
Bei einer Autobahn werden dazu zum Beispiel verschiedene Risiken vertraglich berücksichtigt: ein möglicher Rückgang der zu erwartenden Maut-Gebühren, die Steigerung der Bau- und Konstruktionskosten, Refinanzierungs- schwierigkeiten und Ähnliches. So bekommen die Anwälte bei jedem Projekt einen tiefen Einblick in eine neue Branche.
