Bosch Solar Energy
Saubere Energie aus Thüringen
Immer mehr Hausdächer tragen sie: eine Mütze aus Solar- oder Photovoltaikplatten. Entwickelt und hergestellt werden sie bei Bosch Solar Energy in Arnstadt und Erfurt.
Drei Produktionsstandorte hat das jüngste Mitglied der Bosch-Familie: Arnstadt und Erfurt in Thüringen sowie Camarillo in Kalifornien. Die Solarbranche ist extrem dynamisch und steht noch am Anfang ihrer Entwicklung. Das sieht man auch an den Patenten, die Bosch-Mitarbeiter allein bis Ende 2008 eingereicht haben: 17 Erfindungen gehen auf ihr Konto.
Vom Ingot zum Solarmodul
Produziert wird bei Bosch entlang der gesamten Wertschöpfungskette, das heißt, vom Rohmaterial bis zum fertigen Modul. Am Anfang steht ein Silizium-Stab - in der Fachsprache "Ingot" - der zu einzelnen "Wafern" verarbeitet wird. Diese dünnen Siliziumscheiben sind der Grundbaustein einer Solarzelle. Bis zu 60 Stück davon finden sich in einem Bosch-Solarmodul wieder.
Forschen für die Sonne
Ingenieure, Messtechniker, Physiker, Chemiker und ITler arbeiten in Arnstadt und Erfurt daran, die Solarzellen und ihre Herstellung noch besser und effizienter zu machen. Doch nicht nur Naturwissenschaftler und Ingenieure finden ihre Aufgaben, auch Marketing- und Vertriebsspezialisten sind gefragt.
Alexander Cordes (30) hat BWL in Groningen und Madrid studiert und noch einen Master an der ESB in Reutlingen angehängt. 2006 kam er zu Bosch als Teilnehmer im Junior Managers Program. Eine seiner Stationen war in der Geschäftsfeldentwicklung Photovoltaik - dieser neuen Branche blieb er treu. Im Key Account Management bringt er nun die Produkte aus Arnstadt und Erfurt an den Mann.
Auf welchem Weg vertreiben Sie die Produkte?
Die Abteilung, in der ich arbeite, konzentriert sich vor allem auf Großkunden, mit denen wir in direktem Kontakt stehen. Das sind in aller Regel große Systemintegratoren in Deutschland und im Ausland, die Solarparks mit unseren Modulen projektieren. Es gehört zu meinen Aufgaben, diese Kunden zu akquirieren und zu betreuen. Da der Markt noch so neu ist, gibt es große Entwicklungsmöglichkeiten.
Zum Beispiel?
Das ist der zweite Teil meiner Aufgaben. Wir sind dabei, neue attraktive Märkte zu entwickeln. Wir definieren also neue Zielmärkte, strecken unsere Fühler aus und stellen erste Kontakte her. Israel ist zum Beispiel so ein Markt, auf dem wir Fuß fassen möchten. Letzte Woche war ich aber auch in Abu Dhabi.
Sind also Länder, in denen viel die Sonne scheint, interessant für Sie?
Das kann man so pauschal nicht sagen. Sonne ist natürlich eine Grundvoraussetzung, aber es müssen auch politische Rahmenbedingungen gegeben sein. Das ist noch nicht überall so weit wie in Deutschland. Der größte Markt momentan ist immer noch Europa, gefolgt von den USA.
Was hat Sie denn nach Ihrem Junior Managers Program nach Erfurt gezogen?
Das Thema Solarenergie hat mich schon lange interessiert. Ich hatte durch Praktika bereits vor meinem Einstieg bei Bosch Kontakt mit dieser Branche. Am meisten gereizt hat mich aber die Dynamik dieser neuen Branche. Man hat viel Gestaltungsspielraum und kann seine eigenen Ideen einbringen. Wenn ich einen Vorschlag mache, wird er gehört und mit einiger Wahrscheinlichkeit dann auch in die Tat umgesetzt. Das ist sehr interessant und motivierend.
Auch Hanna Walter (28) schätzt die Dynamik der Branche. Nach ihrem Studium der Europäischen BWL absolvierte sie ebenfalls das Junior Managers Program. Eine ihrer Stationen: die Bosch Abteilung für Politikberatung in Berlin. Die Erfahrung von dort hilft ihr nun auch in Erfurt.
Was hat Sie in die Solarbranche gezogen?
Schon während meiner Zeit im Junior Managers Program habe ich den Kauf von ersol aus der Ferne beobachtet. Die Zukunftstechnologie Photovoltaik sowie die starke Dynamik der relativ jungen Branche haben mich gereizt. In Erfurt wurde dann die Stelle für einen Vorstandsreferenten ausgeschrieben, die mir sehr zugesagt hat.
Was macht man in Ihrer Position?
Meine Aufgaben liegen vor allem in der Unterstützung des Bereichsvorstands sowie im Business Development. Ich bereite Vorträge vor, erstelle Unterlagen für die interne und externe Berichterstattung und übernehme Aufgaben im Bereich der strategischen Unternehmensplanung. Als Vorstandsreferentin bin ich nah dran an der Entwicklung des Unternehmens und der Branche. Dadurch lerne ich viel und knüpfe Kontakte zu interessanten Entscheidungsträgern.
Betreuen Sie eigene Projekte?
Im Junior Managers Program habe ich drei Monate bei der Bosch Abteilung für Politikberatung in Berlin verbracht. Unsere Arbeit hier ist stark mit der Politik verknüpft. Daher kümmere ich mich um Lobby-Themen, organisiere politische Dialoge und engagiere mich im Branchenverband.
Wie arbeitet man sich als Laie in die technischen Themen ein?
Das ist natürlich schon eine Herausforderung. Ich habe mir für 2010 vorgenommen, eine Woche in der Fertigung zu arbeiten um einen besseren Einblick zu erhalten. Zusätzlich lese ich Produktinfos, gehe auf Messen und tausche mich mit Kollegen aus.
Eben noch Student, jetzt Projektleiter - e-fellows.net-Alumnus Dirk Frohberger berichtet von seinem Einstieg bei Bosch Solar Energy.
Weitere Informationen
- Bei Bosch kannst du ein Praktikum machen.
- Das Junior Managers Program bei Bosch - für verschiedene Fachrichtungen
- "Inside Bosch" in der e-fellows.net community: Frage Unternehmensvertreter und Alumni von Bosch
- "Inside Bosch Rexroth" in der e-fellows.net community: Frage Unternehmensvertreter und Alumni von Bosch Rexroth
