Bosch
Auf dem Weg zur Führungskraft
"Bauen Sie doch mal in unserer Niederlassung in Australien die Marketing-Abteilung auf" - das könnte ein Auftrag für eine Führungskraft sein. Ist es aber nicht. Bei Bosch Sicherheitssysteme bekommen auch Teilnehmer am Junior Managers Program solche Aufgaben.
Silke Kronimus (29), Teilnehmerin am Junior Managers Program Marketing
Silke Kronimus studierte BWL mit Schwerpunkt Marketing in Münster und Straßburg. Seit 2005 arbeitet sie bei Bosch. Im Junior Managers Program lernte sie, wie man eine Marketing-Abteilung in Australien aus dem Boden stampft.
Warum hast du dich für das Junior Managers Program entschieden und nicht den Direkt-Einstieg gewählt?
In einem großen Unternehmen kann man sich als Teilnehmer am Junior Managers Program einen Überblick über Aufgaben und Geschäftsbereiche verschaffen. Außerdem handelt es sich bei dem Junior Managers Programum von Bosch um ein Führungsnachwuchsprogramm, das unter anderem mit spezifischen Seminaren auf Führungsaufgaben vorbereitet. Bei Bosch dauern die einzelnen Stationen in der Regel vier bis sechs Monate; innerhalb dieses Zeitraums hat man die Möglichkeit, eigenverantwortlich Projekte durchzuführen.
Du warst zuerst in der Zentrale von Bosch Sicherheitssysteme. Was hast du dort gemacht?
Parallel zur Einführung des Customer Relationship Management im Marketing habe ich in der Zentrale in Ottobrunn ein Marketing-Konzept für den Bereich "Gebäudesicherheit" erstellt. Für die CRM-Software-Einführung habe ich zudem Schulungen für die Mitarbeiter unserer Vertriebsniederlassungen geplant und durchgeführt.
Was kam danach?
Danach arbeitete ich ein halbes Jahr in der Marketingabteilung der australischen Vertriebsniederlassung von Bosch Sicherheitssysteme. Die Abteilung war vorher ein halbes Jahr unbesetzt und es gab keine Übergabe. Ich hatte hier die Möglichkeit, gemeinsam mit einer australischen Kollegin das komplette Marketing neu aufzubauen. Nachdem ich mir zum Beispiel mit Marktanalysen einen Überblick verschafft hatte, habe ich im Anschluss einen strukturierten Marketingplan entworfen, umgesetzt und auch kontrolliert. Von Produktneueinführungen über Pressearbeit und Mailings bis zur Organisation von Kundenveranstaltungen, Messen und Roadshows war alles dabei.
Wo warst du nach der Rückkehr nach Deutschland?
In der Konzernzentrale von Bosch in der Abteilung für strategische Marketing-Konzepte. Das war ein riesiger Unterschied zu der kleinen Niederlassung davor. Hier habe ich im europaweiten Vertriebs-Benchmarking von Bosch Rexroth Vertriebskennzahlen ermittelt. Diese habe ich länderübergreifend verglichen, um Steigerungsmöglichkeiten zu identifizieren und Transparenz über die Kostenstruktur zu erhalten.
Und zu guter Letzt?
Das Produktmanagement für den "Automotive Aftermarket" war meine letzte Station. Ich habe in einem Projekt zur Bedeutung von Eigenmarken heute und in der Zukunft gearbeitet. Dabei habe ich die Bedeutung von Eigenmarken bei Zündkerzen, Bremsen, Glühkerzen, Filtern, Batterien und Wischblättern analysiert und ihre Marktpotenziale ermittelt.
Wie wurdest du als Teilnehmer am Junior Managers Program auf deine späteren Aufgaben vorbereitet?
Durch die zahlreichen Herausforderungen während des Junior Managers Programs gewinnt man viele Erfahrungen und hat zudem die Möglichkeit, sich ein länder- und abteilungsübergreifendes Netzwerk aufzubauen. Das hat mir gerade am Anfang meiner jetzigen Arbeit sehr geholfen.
Was rätst du Hochschulabsolventen, die bei Bosch das Junior Managers Program machen wollen?
Wichtig ist, flexibel zu sein - was die Abteilungen und den Wohnort angeht. Und man muss Eigeninitiative, Offenheit und Motivation mitbringen.
Worauf sollte man bei der Bewerbung achten?
Authentisch bleiben. Die Personaler sind Profis und merken, wenn man sich verstellt. Außerdem sollte man selbst überprüfen, ob es das ist, was man wirklich machen will. Für Absolventen, die von Anfang an mehr in die Tiefe gehen wollen, kann auch ein Direkt-Einstieg eine geeignete Alternative sein.
Verena Wendlik (28), Teilnehmerin am Junior Managers Program Controlling
e-fellows.net-Alumna Verena Wendlik studierte BWL in Mannheim und Nizza. Bei e-fellows.net wurde sie auf das Junior Managers Program von der Robert Bosch GmbH aufmerksam. 2006 stieg sie dort ein. Seither ist sie weit herumgekommen: von Deutschland über Schweden bis nach China und zurück.
Wie hast du das Junior Managers Program von Bosch kennengelernt?
Ein Bekannter, der selbst das Junior Managers Program absolviert hat, hat mir davon erzählt. Außerdem war ich Stipendiatin von e-fellows.net und habe auf der Seite immer wieder die Jobs durchstöbert. So hatte ich es gewissermaßen schon im Hinterkopf.
Deine erste Station war im Controlling. Welche Aufgaben hattest du dort?
Ich habe bei der Erarbeitung des Wirtschaftsplans geholfen. Das sind die Zielvorgaben für die nächsten drei Jahre. Dazu habe ich die geplanten Daten aus allen Niederlassungen von Bosch Sicherheitssysteme weltweit zusammengefügt. Einmal konnte ich mit nach Schweden reisen, wo Bosch ein kleineres Unternehmen aufgekauft hatte. Das sollte dann in die Bosch-Welt eingegliedert werden. Dahinter steckt viel Koordination und Organisation. Man überprüft zum Beispiel, ob die Arbeitsverträge und Mietverträge vor Ort zum Bosch-Standard passen oder ob man das Werbematerial des Unternehmens ändern muss.
Und was kam nach dem Controlling?
Danach war ich drei Monate in der Logistik. Hier habe ich ein Konzept zur Abfrage von Logistikkosten erarbeitet. Das war sozusagen eine Vorbereitung auf die folgende Auslandsstation, die jeder Teilnehmer am Junior Managers Program durchläuft. Meine war im größten Werk von Bosch Sicherheitssysteme in China. Hier habe ich zusammen mit den Einkäufern vor Ort versucht, die Bestellungen besser zu steuern. Einerseits müssen die Materialien für die Produktion immer verfügbar sein, andererseits sollen die Lagerbestände möglichst klein bleiben. Um die Entwicklung zu verfolgen, habe ich jede Woche einen Report für die Werksleitung erstellt.
Danach ging es zurück nach Deutschland?
Genau. Nach meiner Rückkehr war ich drei Monate im Business Development. Hier habe ich an der Übernahme eines Unternehmens mitgearbeitet. Dafür haben Führungskräfte aus Marketing, Controlling und Recht das Unternehmen in der "Due Diligence" genau unter die Lupe genommen: Ist der Kauf sinnvoll? Welche Chancen und Risiken birgt er? Bei der Koordination der Due Diligence habe ich gute Einblicke in die Unternehmensbewertung bekommen.
Und was war deine letzte Station?
Das war die zentrale Bosch-Abteilung für Planning und Controlling auf der Schillerhöhe. Dort arbeiten Referenten, die auf dem Sprung in die Führungsetage sind. Die Teilnehmer am Junior Managers Program übernehmen Teilprojekte für sie. Die sind dann die Basis für ihre Berichte direkt an die Bosch-Geschäftsführung. Ich habe zum Beispiel die Kosten für die Produktherstellung in Spanien und Südkorea verglichen und eine Zusammenfassung zur Umsatzentwicklung in Japan und China gemacht.
Hattest du eigentlich einen typischen Arbeitstag?
Nein, weil ich in verschiedenen Abteilungen war und der Tagesablauf immer etwas anders aussieht. In allen Abteilungen musste ich mich möglichst schnell einarbeiten. Ich habe eigene Projekte bekommen, um die ich mich dann kümmern musste. Sonst war es aber ein normaler Büro-Alltag: Ich habe E-Mails beantwortet, war bei Meetings und habe Informationen und Kontaktpersonen gesucht, um meine Aufgaben erledigen zu können.
Was war deine größte Herausforderung im Junior Managers Program?
Das war definitiv die Zeit in China, besonders, weil ich vorher noch nie in Asien gewesen war. Dort musste ich mich nicht nur an eine völlig fremde Kultur gewöhnen, sondern auch an eine neue Abteilung und ihre Arbeitsweise. Gerade das hat aber auch großen Spaß gemacht.
