Bosch

Mitarbeiter im Gespräch - Eigene Ideen erwünscht

Ob als Teilnehmer am Junior Managers Program oder als Direkteinsteiger, wer bei Bosch anfängt, darf sich auf eine abwechslungsreiche Zeit gefasst machen. Und er sollte keine Scheu vor fremden Ländern haben, denn Bosch Power Tools hat Standorte in der ganzen Welt. Davon profitiert Jochen Motz ebenso wie Projektleiter Marcel Heese.

Bosch Power Tools - Trainee Jochen Motz [Quelle: privat]

Jochen Motz (Jahrgang 1980) studierte an der Universität Karlsruhe Wirtschaftsingenieurwesen. Im März 2008 startete er im Junior Managers Program Fertigung. Ob er ins englisch- oder spanischsprachige Ausland gehen wird, weiß er noch nicht - dass er im Bosch-Junior Managers Program richtig ist, weiß er dagegen sicher.

Wie kamen Sie auf das Junior Managers Program, hatten Sie vorher schon Kontakt zu Bosch?
Nein, ich habe nicht die "typische" Bosch-Karriere durchlaufen mit Praktikum während des Studiums oder einer Diplomarbeit im Unternehmen. Ich habe in meinem Bekanntenkreis von dem angenehmen Arbeitsklima bei Bosch gehört, und in der Presse und an der Uni wurde Bosch als interessanter Arbeitgeber dargestellt. Außerdem wollte ich ein Junior Managers Program absolvieren, um auch aus Sicht anderer Abteilungen Einblicke in den späteren Zielbereich (Fertigung) zu kommen. Bosch hat genau so ein Junior Managers Program angeboten, an dem ich seit März 2008 teilnehme.

Und was machen Sie derzeit?
Ich bin noch in meiner ersten Station, im Plant Management. Meine Aufgaben dort drehen sich um die "schlanke Produktion", also die Frage: Wie kann man es anstellen, dass das richtige Teil in der richtigen Menge und Qualität zu den richtigen Kosten zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist? Wirklich angenehm überrascht war ich, wie schnell ich Verantwortung erhalten habe. Es wurde mir auch sehr schnell ermöglicht, an Schulungen teilzunehmen, sodass ich mir rasch das notwendige Know-how für meine Projekte aneignen konnte. Obwohl ich natürlich auch täglich weiterhin dazu lerne.
 
Neben den Fachseminaren gibt es auch Führungsseminare und Sprachschulungen. Bosch ist ja sehr international aufgestellt - und gerade mit dem Angebot an Sprachkursen besteht die Möglichkeit sich auf seine Auslandsstation vorbereiten.

Wann und wo wird Ihre Auslandsstation stattfinden?
Zunächst werde ich noch eine zweite Station in Leinfelden absolvieren, direkt in der Lieferantenentwicklung. So lerne ich einen weiteren Teile der "Supply Chain" kennen - die auch quasi den "roten Faden" in meinem Junior Managers Program darstellt. Die Auslandsstation wird Ende des Jahres folgen. Ich weiß noch nicht sicher, ob ich in ein englischsprachiges Land gehen werde oder mein Spanisch ausbaue. Ich bin hier relativ frei, da ich den Aufenthalt im Ausland mit dem Einblick in ein anderes Geschäftsfeld verbinden will. Man hat im Junior Managers Program durch einen Geschäftsbereichswechsel für eine Station auch die Möglichkeit, neben den Power Tools andere Teile der Bosch-Welt kennen zu lernen.

Wie sind Sie überhaupt zu Power Tools gekommen? Sind Sie ein Heimwerker?
Eigentlich ist doch jeder ein bisschen Heimwerker. Für das Junior Managers Program Fertigung habe ich mich ganz normal beworben und wurde dann nach Leinfelden versetzt. Mir macht die Arbeit bei diesen Produkten besonders Spaß - schließlich hat jeder zu Hause einen Akkuschrauber oder Bohrer von Bosch.

Wie lief Ihre Bewerbung ab?
Ich habe, wie alle Bewerber, an einem der Bosch Bewerbertage teilgenommen. Das ist eine Art Assessment-Center, allerdings in einer wesentlich angenehmeren Atmosphäre als die meisten ACs. Ich hatte mich ja auch bei anderen Unternehmen beworben, daher konnte ich das ganz gut vergleichen.
 
Den Tag bei Bosch habe ich als sehr angenehm empfunden. Zwischen den einzelnen Tests präsentierten Mitarbeiter und Teilnehmer am Junior Managers Program das Unternehmen und das Junior Managers Program. Sonst ist in einem AC jeder sehr angespannt. Bei Bosch war das anders - und dieses beinahe vertraute Miteinander konnte ich später, beim Einstieg in das Unternehmen, erneut wiederfinden.

Was macht Ihnen besonders viel Spaß an Ihrer Arbeit?
In der Fertigung finde ich toll, dass man mit so vielen unterschiedlichen Charakteren, quer durch alle Hierarchiestufen, zu tun hat. Man muss sich auf immer neue Menschen einstellen und versuchen, sich in sie hineinzudenken, damit man ihnen auch eigene Ideen vermitteln kann.

Ihre Ideen? Sie sind doch "nur" Teilnehmer am Junior Managers Program.
Aber auch als Teilnehmer am Junior Managers Program kann ich Veränderungen anstoßen. Es herrscht eine große Offenheit für neue Ideen. Das macht auch den Reiz der Arbeit aus: Dass man Prozesse gemeinsam verändern und verbessern kann. Einen großen Anteil daran hat mit Sicherheit die gute Atmosphäre, die dazu beiträgt, dass Hindernisse schneller zusammen überwunden werden können und es in schwierigen Situationen nicht heißt "...das haben wir schon immer so gemacht".

Marcel Heese über den Einstieg und die Arbeit bei Bosch Power Tools [Quelle: Marcel Heese]

Marcel Heese (Jahrgang 1978) studierte Wirtschaftswissenschaften an der Leibniz Universität Hannover, bevor er 2005 bei Bosch Power Tools einstieg. Heute lautet seine Positionsbezeichnung "PT/PJ-PAM" - das steht für "Power Tools/Projekte - Product Area Measuring Tools". Mit anderen Worten: Er leitet derzeit die Integration eines kürzlich akquirierten Unternehmens mit Standorten in Hongkong, China, den USA und Deutschland.

Sie leiten derzeit ein Projekt, das sich zwischen Leinfelden und Hongkong abspielt. Was muss jemand mitbringen, den solche Aufgaben bei Bosch auch interessieren?
Zunächst zum Studienfach: Bosch sucht natürlich immer gute Ingenieure - aber ebenso begabte Wirtschaftswissenschaftler. Wichtig ist, dass die Bewerber bereit sind, international zu arbeiten und auch für einige Zeit ins Ausland zu gehen. Da Bosch international so stark verflochten ist, gibt es praktisch keine rein "deutschen" Jobs. Aber das ist es auch, was so viel Spaß macht: Dass man morgens mit Asien telefoniert und nachmittags mit einem Standort in den USA. Wer also bereits internationale Erfahrung besitzt, hat bessere Chancen.

Was war ihr erster Kontakt zum Unternehmen Bosch?
Ich wollte unbedingt ein Praktikum in Asien machen - und Bosch bot mir ein sechsmonatiges Praktikum bei einem japanischen Familienunternehmen, das Bosch übernommen hatte und nun integrieren wollte. Im Unternehmen sprachen die meisten Mitarbeiter nur Japanisch, dazu gab es ein paar deutsche Führungskräfte, und einige der Japaner konnten etwas Englisch. Hier musste man flexibel bleiben und sich auch auf ungewöhnliche Situationen einlassen. Ich unterstützte also an der Schnittstelle zwischen der deutschen Zentrale, die Infos benötigte, und dem Werk vor Ort, wo die Infos verfügbar waren.

Nach meinem Diplom in Wirtschaftswissenschaften bin ich dann direkt eingestiegen in Finance & Controlling bei Bosch Power Tools. Dort war ich für das monatliche Berichtswesen zuständig: Ich habe die Finanzkennzahlen aller Tochtergesellschaften zusammengefasst und an die Bereichsvorstände, die Bosch-Zentrale sowie die Leitungen der verschiedenen Business Units berichtet.
 
Mitte 2006 übernahm ich dann eine Projektleitung. Ich koordinierte die weltweite Einführung einer neuen Controlling-Software. Dieses Projekt lief von Deutschland aus ab, die Kunden waren aber überall auf der Welt verteilt.

Nach so kurzer Zeit bereits Projektleiter - ist das nicht ungewöhnlich schnell?
Natürlich gibt es bei Bosch, wie in jedem großen Unternehmen, festgelegte Karriereschritte. Aber man hat immer die Möglichkeit, zu zeigen, dass man schneller Verantwortung übernehmen kann.
 
Seit Anfang 2008 arbeite ich im Produktbereich Messtechnik - ganz klar ein Wachstumsbereich. Bosch hat kürzlich das Unternehmen "RoboToolz" gekauft, dessen Zentrale in Hongkong ansässig ist. Dieses Unternehmen muss jetzt in die Bosch-Welt eingebunden werden - und das ist meine Aufgabe.

Wieso haben Sie sich für Power Tools entschieden?
Ich hatte mehrere Praktika absolviert und gegen Ende des Studiums ein wenig Rückschau gehalten, welches Praktikum mir am besten gefallen hatte - und das war das bei Bosch gewesen. Auf meine Bewerbung erhielt ich ein Angebot für eine sehr gute Stelle bei Bosch Power Tools in Leinfelden. Die anzunehmen, war eine gute Wahl.
 
Natürlich kriege ich ein Loch sauber in die Wand, aber ich bin kein Heimwerker-Freak. Wenn man als Controller arbeitet, sollte man sich trotzdem mit dem Produkt beschäftigen, um zu wissen, auf was für einem Markt man sich bewegt. Zum anderen entwickelt man mit der Zeit doch eine Beziehung zum Produkt und interessiert sich für Details.
 
Auch für die eigene Motivation ist es wichtig, sich mit dem identifizieren zu können, wofür man arbeitet. In der Messtechnik ist zum Beispiel der DLE 50 seit rund zwei Jahren unser Hauptprodukt. Das ist ein Entfernungsmessgerät, das den traditionellen Zollstock ersetzt. Man hält es in einem Raum an eine Wand und kann präzise die Entfernung zu einer anderen Wand ausmessen, viel exakter als manuell.

Sind Sie schon am Ziel - oder können sie noch mehr lernen bei Bosch?
Weiterbildung ist sehr wichtig. Es gibt zum einen die "standardisierte" Personalentwicklung, an der jeder teilnehmen sollte. Ich kann Seminare zu Soft Skills besuchen oder zu Fachthemen. Weil Bosch so ein großer Konzern ist, hat man daneben aber auch immer die Chance, sich individuell weiterzubilden, und zwar durch internen Wechsel. Das wird sogar ausdrücklich gewünscht, damit man nicht 50 Jahre auf derselben Position sitzt. Ich finde das großartig: Ich kann den Job wechseln, das Land, den Funktionsbereich und sogar das Unternehmen - ohne Bosch zu verlassen.


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