Bertelsmann
Partner im Profil - Entrepreneurs Program
Angestellte im Gründungsfieber? Start-up-Atmosphäre im Mega-Konzern? Für dich muss das kein Widerspruch sein: Als Teilnehmer des "Bertelsmann Entrepreneurs Program" hast du die Chance, ein Unternehmen im Unternehmen aufzubauen.
Unternehmer - in manchen Momenten klingt das Wort nach Freiheit, Kreativität, Innovation. In anderen nach Risiko, Kampf und Scheitern. So manch kreativer Kopf scheut trotz guter Ideen das Risiko, seine Vision in die Tat umzusetzen. Zu Recht: Der Markt ist hart, die Kapitalgeber oft skeptisch. Zwei von zehn Start-ups überleben nicht einmal das erste Jahr, nach fünf Jahren ist die Hälfte pleite.
Gründer mit Festanstellung
Damit brillante Ideen nicht ewig in Hirnen und Schreibtischschubladen schlummern, gibt es bei Bertelsmann das "Entrepreneurs Program". Die Teilnehmer genießen unternehmerische Freiheit bei allen Vorteilen, die die Festanstellung in einem großen Unternehmen mit sich bringt: Unterstützung durch Mitarbeiter, Wissen, Infrastruktur und letztendlich persönliche finanzielle Absicherung.
Klein, aber sehr fein
Das Programm unter Schirmherrschaft des Bertelsmann-Vorstandsvorsitzenden ist so klein, wie es fein ist: Nur drei bis fünf Kandidaten werden jährlich aufgenommen. Von ihnen erwartet die Konzernleitung allerdings Großes: In etwa 18 Monaten sollen sie sich zu Führungskräften entwickeln, die eine Abteilung oder ein größeres Projekt im Konzern leiten - ein Projekt, das sie möglichst selbst erst ins Leben gerufen haben.
Maßgeschneidert statt one size fits all
Anders als bei einem klassischen Trainee-Programm gibt es dabei keinen vorgezeichneten Weg durch die Abteilungen. Die Teilnehmer sollen mit eigenen Ideen kommen, "ihr" Thema oder Projekt in der Konzernzentrale oder den operativen Geschäften finden und weitestgehend selbstständig verfolgen. Während des 18-monatigen Programms lernen die Teilnehmer so die unterschiedlichen Bereiche innerhalb des Konzerns kennen und können ihre unternehmerische Expertise unter Beweis stellen. Da das Programm nicht zentral an eine Aufgabe gebunden ist, lernen die Teilnehmer schnell den gesamten Konzern und seine Kultur kennen.
Die Teilnehmer schaffen sich ihre Position
Das Motto "Create Your Own Career" wird also wörtlich genommen: Statt eine Vakanz zu besetzen, schaffen sich die Programmteilnehmer quasi ihre eigene Position. Wie zum Beispiel Jan Nils Borgstädt: Während des Entrepreneurs Programs arbeitete er sich in das Thema digitale Medien ein, unter anderem als Mitinitiator des Online-Portals clipfish.de. Heute reist er für Bertelsmann um die Welt, um vielversprechende Start-ups aufzuspüren, in die Bertelsmann über den Fonds "Bertelsmann Digital Media Investments" (BDMI) Geld investiert.
Jeder bekommt seine Chance
Nicht jeder der Teilnehmer gründet später ein eigenes Unternehmen in einer der Divisionen von Bertelsmann. Manch einer hat solchen Spaß daran, Geschäftsideen zu entwickeln, dass er gar nichts anderes mehr macht und seine Ideen so zusagen an die Divisionen weiter gibt, wo sie andere verwirklichen. Am Ende zählt: Jeder der Teilnehmer hat die Möglichkeit, etwas Eigenes zu schaffen.
Gründen mit Netz und doppeltem Boden
Natürlich kann ein solches Unterfangen auch scheitern. So wurde das Social Network "Bloomstreet", in dem sich Musikinteressierte vernetzen konnten, im Herbst 2008 wieder eingestellt. Was für einen selbständigen Unternehmer in vielen Fällen der wirtschaftliche Ruin gewesen wäre, wurde zur Erfahrung, die Gründer Pascal Zuta weitergebracht hat. Denn an den guten Ideen von Zuta zweifelte die Konzernleitung nicht. "Den Mann wollten wir unbedingt behalten", sagt Katharina Reeke. Er geht nun für Bertelsmann ins Silicon Valley und spürt dort neueste Entwicklungen am Medien-Markt auf.
Béatrice de Surmont-Harhoura (Jahrgang 1980) betreut als Director im Corporate Management Development der Bertelsmann SE & Co. KGaA das Bertelsmann Entrepreneurs Program sowie das internationale Hochschulmarketing. Sie ist weltweit an Business Schools präsent und rekrutiert Unternehmertalente für Bertelsmann.
Gibt es ein "Unternehmer-Gen", eine Gemeinsamkeit bei allen Teilnehmern?
Alle Teilnehmer des Entrepreneurs Program bringen eine Grundenergie mit, die über die eines normal begabten Studenten hinausgeht. Sie verlangen mehr von sich und von ihrem Job, sind mit Leidenschaft dabei. Wenn man die Leute fragt: "Woher kommt das, dass du schon als Schüler eine kleine Zeitung gegründet hast, schon im Studium ein Start-up gemanagt hast?", dann sagen sie "Ich hatte einfach Spaß daran." Manchmal ist auch Geld ein Antrieb, aber im Vordergrund steht immer die Freude am Machen.
Wie läuft der Bewerbungsprozess ab?
Wir gehen sehr aktiv an den Markt, sind persönlich vor Ort an Business Schools in Europa, den USA und Asien, beispielsweise Insead, IESE, Harvard, Berkeley. Wir durchsuchen die CV Books der Schulen und gehen direkt und individuell auf einzelne Kandidaten zu. Das ist aufwändig, aber es ist eben ein sehr spezielles Programm. Natürlich sichten wir auch die Initiativbewerbungen. Nach einem ersten Telefoninterview trifft sich der Kandidat vor Ort mit unserem Senior-Management. Sein Business-Wissen wird geprüft, sein unternehmerischer Drive. Passt er gut zu Bertelsmann, hat er ein Gespür für Medien? In der letzten Runde spricht der Kandidat mit einem unserer Vorstände, der dann entscheidet, ob er genommen wird.
Was sollten Bewerber mitbringen?
Das Programm ist sehr flexibel, einen Musterkandidaten gibt es nicht. Wichtig ist, dass man schon unternehmerisch aktiv war, eigene Erfahrungen gesammelt hat, mit einem Start-up zum Beispiel. Man sollte Spaß an Medien haben, Eigenantrieb mitbringen. Eine herausragende akademische Ausbildung ist selbstverständlich Pflicht, BWL ist von Vorteil. Man muss in der Lage sein, dem Vorstand eine Businessidee nicht nur zu erklären, sondern ihn auch zu überzeugen. Zahlenaffinität, Schnelligkeit, analytisches Denken - das alles ist gefragt.
Welche Art von Unternehmen hatten die Teilnehmer vor ihrem Einstieg ins Programm gegründet?
Das ist ganz unterschiedlich: Einer hat in Singapur ein Hostel aufgebaut, ein anderer eine Filmproduktionsfirma, ein dritter einen Verlag gegründet. Die Teilnehmer bringen alle unternehmerische Erfahrung mit, obwohl sie erst zwischen 27 und 35 Jahren alt sind.
Seite 2: Christian Damke hat am Entrepreneurs Program teilgenommen
