Bewerben bei internationalen Organisationen
Herr Generalsekretär, lassen Sie mich rein!
In deiner Freizeit beschäftigst du dich gerne mit den Tücken internationaler Gesetzgebung und nachts träumst du am liebsten dreisprachig: Auf Englisch, Französisch und Panjabi. Gute Voraussetzungen für die Einstellungstests in internationalen Organisationen.
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Fachwissen für die jeweilige Position, die Fähigkeit, sich schriftlich in der geforderten Arbeitssprache auszudrücken und eine klare Argumentation sind nur einige Aspekte, die bei Einstellungstests in internationalen Organisationen abgefragt werden. Wer es bis hierher geschafft hat, kann bereits stolz auf sich sein, denn er steht auf der sogenannten "Shortlist", das heißt, er gehört zur engeren Auswahl. Auf die schafft es nach Sichtung der Bewerbungsunterlagen nur ein Bruchteil der Kandidaten: Auf eine Stelle kommen bis zu 700 Bewerbungen.
Das Bewerbungsgespräch: bitte dreisprachig
Die Bewerbungsverfahren unterscheiden sich von Organisation zu Organisation, aber bei fast allen erwarten Bewerber neben schriftlichen Eignungstests ein oder mehrere Interviews. Man sollte darauf gefasst sein, dass mitten im Gespräch einfach die Sprache gewechselt wird. So testen die Organisationen, ob die angegebenen Kenntnisse des Bewerbers auch der Wirklichkeit entsprechen. Da Sitz der Organisation und Aufenthaltsort des Bewerbers oft weit voneinander entfernt liegen, werden die Interviews oft am Telefon geführt. Die Auswahlkommission, das sogenannte "Panel", besteht aus mehreren Personen, die reihum Fragen stellen. Für den Bewerber bedeutet das bei einem Telefoninterview eine zusätzliche Herausforderung, da er die unterschiedlichen Gesprächspartner nicht sehen, sondern nur an der Stimme unterscheiden kann.
Voraussetzungen für die Bewerbung in internationalen Organisationen
Fremdsprachen:
- Englisch fließend
- zusätzlich häufig Französisch
- je nach Einsatzort eventuell Kenntnisse der Landessprache
- Bewerber bei der EU punkten, wenn sie die Landessprache eines der neueren Beitrittsländer sprechen, bei den Vereinten Nationen hat man mit Chinesisch oder Arabisch gute Chancen.
Berufserfahrung:
- Nachwuchspositionen: begrenzte Erfahrung nach dem Uniabschluss (Nachwuchspositionen gibt es allerdings nur sehr wenige)
- höhere Positionen: langjährige Berufserfahrung im geforderten Spezialgebiet; bewirbt man sich beispielsweise als Richter beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, braucht man viel Erfahrung im Völkerrecht
Soziale Kompetenzen:
- Flexibilität
- Teamfähigkeit
- Belastbarkeit auch in Krisengebieten
Auslandserfahrung:
- häufig eine Mindestanzahl an Jahren
- häufig Erfahrung in Entwicklungsländern
Internationaler Einstieg auf Zeit: Consultant bei den VN
Alumnus Jonas Haertle (29) arbeitet seit zwei Jahren als Consultant im Global Compact Office der Vereinten Nationen in New York. Der weltweite Pakt zwischen der UNO und fast 4.000 Unternehmen, Verbänden und Städten besteht seit rund zehn Jahren. Sein Ziel: die Globalisierung sozialer zu gestalten. Nach einem Bachelor in Kommunikations- und Sozialwissenschaften studierte Haertle European Studies an der Uni Hamburg und ging ein Jahr später mit einem Fulbright-Stipendium nach New Jersey. Dort begann er parallel zu seinem Studium in Hamburg einen Master in Global Affairs. Im Anschluss absolvierte er ein Praktikum bei den Vereinten Nationen und begann dann im Global Compact Office. Ein Langzeitjob ist das leider nicht. "Die Stellen der Consultants sind projektgebunden und meist auf sechs Monate begrenzt. Wenn weiterhin Bedarf besteht, werden sie danach verlängert. Wer viel Auslandserfahrung hat und schon mal ein Praktikum bei einer internationalen Organisation absolviert hat, für den stehen die Chancen auf jeden Fall besser", weiß Haertle.
Bewerbungsverfahren, Beispiel EU
Wer in einer internationalen Organisation einen Job auf Lebenszeit will, muss durch ein Bewerbungsverfahren, das es in sich hat. Die Europäische Union rekrutiert ihre Laufbahnbeamten aus der so genannten Eignungs- oder Reserveliste. Darauf schaffen es nur Kandidaten, die den Concours, den Auswahlwettbewerb der EU, erfolgreich durchlaufen haben. Der Concours findet in unregelmäßigen Abständen statt - je nach Personalbedarf. Die Bewerber registrieren sich online beim Europäischen Amt für Personalauswahl und werden zu einem Vorauswahltest eingeladen, der dezentral im jeweiligen Mitgliedsland stattfindet. Hier beantworten sie in einem Multiple-Choice-Test Fragen zur Europäischen Union, stellen ihr Zahlenverständnis sowie sprachlogisches Denken unter Beweis. Tipps für die Vorbereitung bietet beispielsweise der Ratgeber "Erfolgreich bewerben bei internationalen Organisationen" von Cordula Janowski.
Der Hürdenlauf bis zur mündlichen Prüfung
Die besten Bewerber werden aufgefordert, ihre vollständigen Unterlagen einzusenden. Entsprechen diese ebenfalls den Anforderungen, geht es mit der schriftlichen Prüfung weiter, in der die Fachkenntnisse für das ausgeschriebene Fachgebiet, Analyse- und redaktionelle Fähigkeiten geprüft werden. Die besten Kandidaten werden zur letzten Runde zugelassen: der mündlichen Prüfung. Darin geht es noch einmal um das Fach- und EU-Wissen des Bewerbers sowie seine Fähigkeit, in einer multikulturellen Umgebung zu arbeiten. Alle Bewerber müssen neben ihrer Muttersprache mindestens eine der EU-Amtssprachen - Deutsch, Englisch oder Französisch - beherrschen. Ein großer Teil der schriftlichen Prüfung und ein Teil der mündlichen Prüfung werden in der Sprache abgehalten, die der Bewerber nicht als Muttersprache angegeben hat.
Studiengänge für das internationale Parkett
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Grundständige Studiengänge:
International University in Germany (Bruchsal):
