Inhouse-Beratung
Karriere - eleganter Einstieg
Inhouse-Beratung erweist sich als Sprungbrett zu Führungsaufgaben.
Nina war vier Jahre lang bei Capgemini und arbeitet jetzt bei Allianz Inhouse Consulting. Stefan war bei einer "namhaften internationalen Strategieberatung" und berät jetzt im Team der BASF Management Consulting. Und Almut hat fünf Jahre bei einer externen Beratung gearbeitet und sich dann - so schreibt sie -, einen Perspektivwechsel gewünscht. Jetzt gehört sie zu den internen Beratern des Energiekonzerns Eon.
Die Beispiele, allesamt einer Beraterübersicht der Inhouse-Consulting-Initiative "dichter dran" entnommen, zeichnen einen gängigen Karriereweg nach: Der Wechsel in die interne Beratung ist die zweite oder dritte Stufe für Berufstätige, die nach oben wollen.
Kaderschmiede der Konzerne
Dabei nutzt den Firmen, dass in der externen Beratung über Jahre streng ausgesiebt wird. "Wer nicht unbedingt den Ehrgeiz hat, Partner in der Consultingbranche zu werden, für den ist ein Wechsel in die interne Beratung ein eleganter Umstieg", sagt der Kölner Personalberater Joerg E. Staufenbiel.
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Und viele gute Berater wissen: Die Inhouse-Consulting-Einheiten gelten intern oft als Kaderschmieden für Führungsaufgaben im Konzern. Vor allem die hohe Präsenz der Berater in den Topetagen des Unternehmens bringt Vorteile. "Inhouse-Consultants präsentieren ihre Ideen und Lösungen oft vor dem Vorstand", sagt Staufenbiel, "gute Leute fallen so schnell auf." Zudem sei es für manche Berater auch reizvoll, Projekte über eine lange Zeit zu begleiten und nicht nach wenigen Wochen zum nächsten Auftraggeber zu wechseln. Klappt alles, wechseln interne Berater nach einiger Zeit aus einer Beratungs- in eine Linienfunktion.
Neben den Jobwechslern umwerben die Inhouse-Berater intensiv Hochschulabsolventen. Glaubt man einer aktuellen Umfrage des Karriereportals Squeaker.net, ist Inhouse-Consulting bei Berufsanfängern jedoch kein überaus beliebtes Ziel: Nur knapp sieben Prozent der Teilnehmer, die sich für eine Karriere im Consulting interessieren, gaben an, dass die interne Beratung ihr bevorzugtes Tätigkeitsfeld ist.
Immerhin ein Unternehmen schafft es jedoch in die Top Ten der beliebtesten Bewerbungsziele: Knapp 15 Prozent der etwa 1.000 Befragten wollen ihre Unterlagen ebenso an die Siemens Management Consulting schicken. Von dort stammt auch einer der prominentesten Vertreter der Aufstiegstheorie: Klaus Kleinfeld kam Ende der 80er-Jahre von einer Unternehmensberatung zu Siemens und baute dort die interne Beratung mit auf. Dann ging es steil aufwärts: Über verschiedene Führungsfunktionen stieg Kleinfeld - heute Chef des Aluminiumkonzerns Alcoa - schließlich zum Vorstandsvorsitzenden auf und leitete den Weltkonzern Siemens zweieinhalb Jahre lang.
Diese Vita mag auch manchen Berufseinsteiger motivieren. Ein Selbstläufer ist der Start im internen Consulting jedoch keinesfalls: "Die Einstiegskriterien sind denen von großen externen Beratungen sehr ähnlich", sagt Personalberater Staufenbiel. Gute bis herausragende Noten seien Pflicht, erfolgreiche Praktika erwünscht, Reisebereitschaft und verhandlungssicheres Englisch meist ein Muss.
Deutlicher als bei anderen Beratern wird aber Wert auf die Studienschwerpunkte gelegt: "Fächer, die zum jeweiligen Unternehmen passen, sind ein klarer Vorteil", so Staufenbiel. Dabei kann es um die jeweilige Branche gehen - aber auch um den speziellen Arbeitsschwerpunkt der internen Beratung. Wenn sich sogar beides ergänzt, stehen die Chancen gut.
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