Willkommen im Leben – deine erste WG
Nur noch Folienfleischwurst?
Yes! Du hast endlich den Schulabschluss in der Tasche und die ganze Welt liegt dir zu Füßen. Spätestens jetzt wird es Zeit, die Nabelschnur zum elterlichen Eigenheim endgültig durchzuschneiden. Jetzt tauschst du den immer vollen Kühlschrank mit Folienfleischwurst aus dem Discounter. Niemand mehr, der dir die Klamotten wäscht. Niemand mehr, der dich zur Ordnung antreibt. Zunächst einmal verlässt du dein gewohntes geregeltes Leben.
Vorsicht Fallen
Das nachfolgende Leben ist wunderbar und voller neuer Eindrücke. Vor allem, wenn du dich für den kompletten Bruch mit deiner pubertären Vergangenheit entscheidest und dein Zelt in einer fremden Stadt aufschlägst. Neue Leute, neue Clubs, ganz neue Möglichkeiten. Aber Vorsicht: Überall lauern Fallen. Das fängt schon bei der Wohnungssuche an. Um die soziale Kompetenz nicht verkümmern zu lassen und im ersten Semester als Einzelgänger über den Campus zu schleichen, empfiehlt sich der Einzug in eine WG. Und die solltest du nach bestem Gewissen und Wissen wählen und nicht unter Zeitdruck.
Analyseschritte
Denn dein Ziel sollte es sein, in deiner/euren Wohnung neue Freunde zu finden und nicht in einer Zweckgemeinschaft zu landen, zusammen mit Gestalten, denen du im normalen Leben nicht über den Weg trauen würdest. Deshalb: Schwinge dich auf und besuche mehrere WGs und verbringt mindestens einen Abend miteinander. Und dann gibt es vier wichtige Punkte auf die du achten solltest bei deiner Analyse, um einen möglichst harmonischen Start in dein neues Leben zu garantieren. Erstens: Schau in den Kühlschrank! Hat jeder seinen Bereich plus ein Gemeinschaftsfach für alle und steht der Bierkasten da draußen auf dem Balkon allen zur Verfügung, oder schreibt jeder seinen Namen auf jeden einzelnen Joghurtbecher? Bei letzterem ganz schnell raus da. Essenstrennung ist in Ordnung und soll auch so sein, aber unsolidarisches Markieren zeugt von der schon genannten Zweck-WG.
Deine neue Selbstständigkeit hält viele Überraschungen bereit und viele haben mit einem Minus bei der Stadtsparkasse zu tun. Da ist es schön zu wissen, dass deine Mitbewohner dich über den restlichen Monat bringen und du dich dann im nächsten Monat bei Ihnen revanchieren kannst. Und dieser Moment wird kommen!
Aussehen zählt doch
Zweitens: Optisches Erscheinungsbild deiner Mitbewohner. Könntest du dich in einen/eine von ihnen verlieben? Schön, das kann sein, wird aber nicht funktionieren. Eifersüchteleien in den eigenen vier Wänden sind absolut zu vermeiden. Bedenke: Es gibt keinen wirklichen Rückzugsraum. Also suche dir ruhig tageslichttaugliche Gefährten, ihr wollt ja schließlich zusammen die Clubs rocken, aber pflege deine Partnerschaften außerhalb eures Territoriums.
Politik und Sauberkeit
Drittens: Die politische Meinung deiner Mitbewohner. Einzelne Differenzen sind super und versprechen spannende Gruppenabende, aber durchweg andere politische Orientierungen sind nur Stressgaranten.Viertens: Körperliche Hygiene und Sauberkeit in den Räumlichkeiten. Dass WGs nicht aussehen wie Mamas Wochenendhäuschen sollte dir klar sein und gegen eine normale Staubschicht ist nicht zu sagen. Aber, ganz ehrlich, Tassen müssen nicht leben und der Kühlschrank muss dir auch nicht antworten, wenn du dich fragst "ob das wohl noch gut ist". Vorteil eindeutig dort, wo es einen Geschirrspüler gibt. Aber das ist Luxus und nicht zu erwarten, also achte auf die Eigeninitiative deiner zukünftigen Mitbewohner. Gibt es einen Putzplan? Großartig, den kann man ja flexibel auslegen, aber der Ansatz ist wichtig.
WG finden
Diese Punkte sollten dir eigentlich einen guten persönlichen Start in der Wohngemeinschaft bereiten. Freie Zimmer, Suche und Gesuche findest du meistens am schwarzen Brett deiner Uni oder auf den Seiten des ASTAs deiner jeweiligen Universität. Stadtmagazine sind meist auch ein wahrer Hort von Angeboten. Also, egal welche WG du nun wählst, es wird eine der wichtigsten Erfahrungen in deinem Post-Schul-Leben.
