Die Hummergabel im Besteckkasten

Einladung zum Power Breakfast im Frankfurter Büro von Hengeler Mueller. Gelegenheit, zwei erfolgreiche Juristinnen aus der Nähe kennen zu lernen und Anregungen für die eigene Ausbildung zu erhalten. Maria Arenz, Leiterin der Rechtsabteilung der Porsche AG und Dr. Daniela Favoccia, Partnerin bei Hengeler Mueller, standen den 35 Teilnehmerinnen in einer lebhaften Diskussion Rede und Antwort.

e-fellow Ursula

e-fellow Ursula hat am 28. Power Breakfast mit Hengeler Mueller und Porsche in Frankfurt teilgenommen. Neben zwei interessanten Lebensläufen lernte sie ein Karriere-Motto kennen: "Geht nicht, gibt's nicht!"


Frühstück mit Panoramablick
Als wir uns im edlen Foyer des Frankfurter Büroturms einfanden, hatten die meisten schon eine längere Anreise hinter sich gebracht. Von den süddeutschen Universitäten Passau und Freiburg bis zur norddeutschen Uni Kiel waren Teilnehmerinnen angereist. So fand das Frühstücksbuffet mit Panoramablick auf das Frankfurter Häusermeer erst einmal regen Zuspruch. Bei dieser Gelegenheit konnten wir bereits vor Eintreffen der Referentinnen untereinander etwas ins Gespräch kommen.

Jedes Semester ist vertreten
Bei der anschließenden Vorstellungsrunde zeigten sich die unterschiedlichen Backgrounds der Teilnehmerinnen. Verbunden zwar durch dasselbe Studienfach, reichte das Spektrum von Zweitsemestern bis zu Doktorandinnen. So wurden auch unterschiedliche Erwartungen an die Veranstaltung geäußert, von Tipps für den baldigen Berufseinstieg, über das Referendariat bis zur generellen Planung des Studiums. Als gemeinsames Anliegen kristallisierte sich schnell eine Frage heraus: die Vereinbarkeit von Kind und Karriere.

Die "weibliche Besteckschublade"
An diese Fragen knüpften die beiden Referentinnen bei ihrer eigenen Vorstellung an. Maria Arenz begann ihre berufliche Laufbahn in der Rechtsabteilung der Bosch GmbH, wo sie sich in einer reinen Männerdomäne wiederfand. "Steif ist es da zugegangen beim gemeinsamen Mittagessen." Den anfänglichen Versuch, sich den Männern anzupassen, hat sie bald aufgegeben. Nach vielen Berufsjahren spricht sie heute verschmitzt vom Vorzug der "weiblichen Besteckschublade", die weit mehr Variationen bereithält als die männliche. Den Berufseinstieg in einer großen Rechtsabteilung kann sie nur empfehlen, weil man dort eine gute praktische Ausbildung erhält. "Als ich von Bosch zu Porsche ging, hatte ich zum Glück einen vollen Rucksack juristischen Handwerkszeugs dabei."
Für Daniela Favoccia waren Großkanzleien während des Studiums eher negativ besetzt. Sie plante eine Karriere an der Uni. Umso überraschender war für sie dann der Eindruck von Hengeler Mueller bei einem Abendessen, zu dem sie eigentlich nur des teuren Restaurants wegen erschienen war. Über Nacht schmiss sie das Vorhaben Habilitation über den Haufen und bewarb sich bei Hengeler Mueller.

Frauen in einer Männerwelt
Beide Referentinnen zeigten sich überzeugt, dass Frauen zunehmend größere Chancen auf eine berufliche Karriere haben. Bei ihrem Berufseinstieg waren sie noch fast ausschließlich von männlichen Kollegen umgeben. Inzwischen gibt es bei Hengeler Mueller sogar eine Teilzeitregelung für Mütter. "Zum Wahrnehmungsmuster darf es aber nicht werden, dass man nicht da ist". Wichtig ist da eine gute "Familienfront", wie eine weitere anwesende Associate von Hengeler Mueller betonte, die Mutter zweier Kinder ist.

Konstruktiver Zeitdruck
Was die beiden an die Spitze gebracht hat? Davon konnte man in der anschließenden Diskussion eine Ahnung bekommen. Zum Beispiel durch das enthusiastische "volle Fahrt beides" von Maria Arenz auf die Frage, ob man Französisch oder doch lieber Englisch vertiefen sollte. Oder durch Daniela Favoccias Bekenntnis "Zeitdruck? Den finde ich total konstruktiv. Da passiert wenigstens was."

Geht nicht, gibt's nicht
Das Power Breakfast hat uns einen plastischen Eindruck von zwei beeindruckenden Juristinnen vermittelt. Seinen Zweck, Studentinnen "weibliche Vorbilder" zu präsentieren, hat es damit für uns erfüllt. Wir werden daran denken, dass in unserer Besteckschublade auch eine Hummergabel auf den Einsatz wartet und haben irgendwie den Eindruck gewonnen, dass so eine gemeinsam durchgearbeitete Nacht mit Daniela Favoccia Spaß machen würde. Und wenn wir uns zwischen zwei Aufgaben entscheiden wollen, werden wir das nächste Mal vielleicht an Maria Arenz denken, und uns volle Fahrt in beide stürzen. Denn "geht nicht, gibt’s nicht!"