Fußball auf Inlinern: Rollersoccer

Viele e-fellows studieren nicht nur, sondern machen auch für ihr Leben gern Sport. In unserer neuen Serie stellen wir jede Woche einen besonders sportlichen Stipendiaten und seinen persönlichen Lieblingssport im Interview vor.

 

"Besonders sportlich" - damit meinen wir nicht nur die Leistungssportler unter den e-fellows. Obwohl mancher e-fellow schon bei den Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften vorne dabei war und auch Evi Sachenbacher, Olympia-Siegerin und Weltmeisterin im Skilanglauf, Alumna von e-fellows.net ist. "Besonders sportlich" finden wir auch Stipendiaten, die eine besondere, ausgefallene Sportart mit viel Leidenschaft betreiben - ob Fallschirmspringen, Crossgolf, Federfußball oder Bauchtanz. Das Spektrum ist groß und könnte den ein oder anderen dazu anregen, eine neue Sportart zu beginnen.

e-fellow Dennis

Fußball ist ein Volkssport und Inline-Skaten ist auf dem besten Weg dazu. e-fellow Dennis (22) macht beides gern - und spielt deshalb einfach Fußball auf Inlinern. Dabei hat der Biochemie-Student von der Uni Leipzig bereits erreicht, wovon Ballack und Co noch träumen: Im vergangenen Jahr wurde er Weltmeister.


Wie würdest du einem Kind Rollersoccer erklären?
Rollersoccer ist Fußball auf Inlinern, nur dass man nicht so harte Fouls begehen darf. Übrigens ergibt es sich beim Training immer wieder, dass wir mit Kindern spielen. Die sind dann schnell sehr begeistert und merken sofort, wie Rollersoccer funktioniert. Es sind meistens die Erwachsenen, die nicht glauben können, wie man auf acht Rollen noch einen Ball treten kann.

Warum tust du dir Fußball auf Rollschuhen an? Das klingt ähnlich verlockend wie Handball in Skischuhen.
Ganz einfach: Ich habe immer Sportarten geliebt, die Schnelligkeit, Ausdauer und Geschicklichkeit verlangen. Rollersoccer bringt diese Dinge für mich wie kein zweiter Sport zusammen. Man muss sich einfach darauf einlassen, um die Faszination zu erleben. Aber Vorsicht: Vielleicht wird man den Sport nie wieder los.

Gibt es beim Rollersoccer auch Wettkämpfe?
Na klar gibt es Wettkämpfe und zwar zunehmend mehr. Ich selbst spiele in der deutschen Nationalmannschaft, mit der wir bei den ersten beiden Weltmeisterschaften in London angetreten sind. Beim ersten Mal haben wir noch im Finale verloren, doch im vergangenen Sommer wurden wir Weltmeister. Aber auch in Deutschland tut sich einiges. So gab es im letzten Herbst in Göttingen die erste deutsche Meisterschaft. Ein Wochenende lang haben die ballfanatischen Geschwindigkeitssüchtigen des Landes miteinander gewetteifert.

Wie bist du zu Rollersoccer gekommen?
Während eines Praktikums lernte ich Andreas Schmid kennen, der heute der Kapitän sowie Trainer der deutschen Nationalmannschaft und sicher der Engagierteste in unserer Sportart ist. Freunde von ihm hatten Rollersoccer von einem Auslandsstudium in Kalifornien, dem Geburtsort des Rollersoccers, mit nach Deutschland gebracht. Zunächst war es für mich nur ein Spaß, mir einmal von ihm zeigen zu lassen, dass das wirklich funktionieren kann. Schnell hat mich dann die Begeisterung gepackt.

Was sagen denn deine Freunde oder Familie dazu?
Am Anfang fanden die das schon alle ziemlich verrückt - wie fast jeder, mit dem ich das erste Mal darüber spreche. Nach der obligatorischen Frage, ob man denn nicht umfällt, wenn man schießt, sagen die meisten, dass man sich bestimmt oft verletzt. Aber das stimmt nicht. Rollersoccer ist wesentlich körperloser als Fußball, aber mindestens so schnell und torreich wie Eishockey. Und nach ein wenig Überzeugungsarbeit haben es einige Freunde von mir schon ausprobiert. Insgesamt stimmt es aber vielleicht schon, dass man ein ganz klein wenig verrückt sein muss für und nach diesem Sport. Zack Philipps, der Erfinder des Rollersoccers, trägt seine Liebe ganz deutlich nach außen: Als Werbung für Rollersoccer hat er sich nicht nur einen Fußball als Frisur zugelegt, sondern auch den Namen seiner Homepage in den Nacken tätowieren lassen.

Was muss man für Rollersoccer besser können: Skaten oder Kicken?
Irgendwann sollte man beides gut können. Aber es zeigt sich immer wieder, dass es eine Menge hilft, wenn man ein wenig die Übersicht vom Fußball hat. Denn die Angst vor dem Skaten und Fallen gehen beim Spielen genau wie kleine technische Mängel mehr und mehr unter. Dazu muss man sich einfach zu viel auf den Ball und das Spiel konzentrieren. So ist Rollersoccer eigentlich auch eine ideale Möglichkeit, um das Skaten zu lernen – ganz ohne Furcht und mit einer Menge Spaß.

Die Fragen stellte Sebastian Mahner.

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