Auf dem Rad von Ulm bis Rumänien
Viele e-fellows studieren nicht nur, sondern machen auch für ihr Leben gern Sport. In unserer neuen Serie stellen wir jede Woche einen besonders sportlichen Stipendiaten und seinen persönlichen Lieblingssport im Interview vor.
"Besonders sportlich" - damit meinen wir nicht nur die Leistungssportler unter den e-fellows. Obwohl mancher e-fellow schon bei den Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften vorne dabei war und auch Evi Sachenbacher, Olympia-Siegerin und Weltmeisterin im Skilanglauf, Alumna von e-fellows.net ist. "Besonders sportlich" finden wir auch Stipendiaten, die eine besondere, ausgefallene Sportart mit viel Leidenschaft betreiben - ob Fallschirmspringen, Crossgolf, Federfußball oder Bauchtanz. Das Spektrum ist groß und könnte den ein oder anderen dazu anregen, eine neue Sportart zu beginnen.
Für viele ist Radfahren so alltäglich, dass sie es nicht als Sport sehen. Wenn man allerdings so radelt wie e-fellow Matthias (22), dann ist es nicht nur Sport, sondern auch ein Abenteuer: Mit vier Freunden fuhr der angehende Wirtschaftsingenieur der FH Reutlingen im letzten Sommer von Ulm bis ans Schwarze Meer in Rumänien. Gut 2.600 Kilometer durch sieben Länder in drei Wochen, 130 Kilometer pro Tag.
Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen, so eine lange Radtour zu machen?
Die Idee entstand ungefähr ein Jahr vorher. Wir lagen am Baggersee in der Sonne und hatten einen Wasserball dabei, der wie ein Globus aussah. Beim Betrachten fanden wir dann mehr oder weniger zufällig das Ziel unserer Tour. Allerdings hatten wir auch schon in anderen Fahrradurlauben einige Erfahrung gesammelt. So sind wir zum Beispiel zwei Jahre vorher mit dem Rad von Ulm nach Korsika gefahren.
Bist du die Strecke eigentlich auch wieder zurückgefahren?
Zurück wurden wir von jemandem in einem Kleinbus mitgenommen. Wir hatten uns über eine Mitfahrzentrale im Internet gefunden und dann in Rumänien am Meer getroffen. Das hat alles ganz gut geklappt, trotz der teilweise chaotischen Straßen- und Verkehrsverhältnisse in Rumänien.
130 Kilometer am Tag ist für einen ungeübten Radfahrer ganz schön viel. Habt ihr vorher trainiert für die Tour?
Ja, es war ganz schön anstrengend, vor allem wenn man bedenkt, wie viel Gepäck jeder von uns noch mit rumschleppen musste, da wir ja auch meistens im Zelt geschlafen haben - und dann noch die starke Hitze! Allerdings hatten wir uns gut vorbereitet: Jeder ist vorher rund 1.000 Kilometer zum Training gefahren.
Bei drei Wochen im Zelt war wohl nicht unbedingt Sportlernahrung angesagt?
Das war ein weiteres Problem, vor allem je weiter östlich wir kamen. Wir waren natürlich gezwungen, jeden Tag neu einzukaufen, da wir keine großen Vorräte transportieren konnten. So mussten wir täglich einkaufen, was es gab, wobei gerade in Rumänien die Auswahl zum Teil schon sehr stark eingeschränkt war. Außerdem haben unterwegs unsere beiden Kocher den Geist aufgegeben, so dass wir nur kalt gegessen haben oder ins Restaurant gegangen sind. Das ist dort ja zum Glück nicht so teuer.
Was war das schönste Erlebnis auf eurer Reise durch die sieben Länder?
In Serbien haben wir entfernte Bekannte getroffen und die dortige sehr herzliche Gastfreundschaft zwei Tage lang genossen. Das gipfelte dann darin, dass der Hausherr in seinem Garten ein Loch aushub und wir gemeinsam in stundenlanger Arbeit ein Spanferkel grillten und verspeisten.
Wann warst du mal drauf und dran aufzugeben?
So richtig schlecht ging es mir erst am Ziel, als wir am Meer angekommen waren. Nachdem die große Anstrengung vollbracht war und die Anspannung langsam wich, machte sich mein Körper bemerkbar. Besonders der Bauch rebellierte gegen die tagelangen Strapazen bei körperlicher Höchstleistung, hohen Temperaturen und einseitiger Ernährung. So dauerte es einige Tage, bis ich mich erholt hatte. Ich musste zum Glück aber nicht mehr aufgeben.
Was habt ihr denn gemacht, als ihr ganz am Ende der Tour an der Küste angekommen seid?
Wir haben uns natürlich riesig gefreut und uns in den Armen gelegen. Allerdings war es schon kurz vor Einbruch der Dunkelheit und wir mussten noch eine Übernachtungsgelegenheit finden. Danach haben wir einfach erst einmal genossen, dass wir es geschafft haben, und endlich mal ausgespannt im Hotel und am Strand.
Magst du auch sonst Radsport, also zum Beispiel die Tour de France?
Ja, sehr sogar. Normalerweise fahre ich viel mit meinem Mountainbike. Gerade erst war ich wieder eine Woche zum Radeln am Gardasee. Aber auch die Tour de France und internationale Mountainbike-Wettkämpfe interessieren mich.
