von <A HREF="javascript:feedback_mail('barnicke@inf.fu-berlin.de','Nils','EB Studium Hong Kong')">e-fellow Nils</A>

Hühnerfüße in Chilisoße

e-fellow Nils (24)

e-fellow Nils (24) studiert Informatik und Ökonomie an der Freien Universität Berlin und hat ein Semester an der Hong Kong University of Science and Technology studiert. Für ihn ist die asiatische Weltmetropole eine faszinierende Ansammlung von Gegensätzen.


Stadt der Gegensätze
Seit dem Übergang 1997 von der Britischen Kronkolonie zur Sonderverwaltungsregion in China wird Hongkong nach dem Prinzip "Ein Land zwei Systeme" regiert.
Hongkong ist dabei unvergleichbar geblieben. Die Extreme zwischen hektischer Weltmetropole und tropischen Südseestränden, moderner Infrastruktur und slumartigen Stadtvierteln haben mir einen spannenden Auslandsaufenthalt bereitet. Wer keine allzu großen Probleme mit subtropischer Luftfeuchtigkeit, menschenüberfüllten Einkaufsstrassen oder Hühnerfüßen in Chilisoße hat, dem kann ich Hongkong wärmstens empfehlen.

Angelsächsisches Bildungssystem
Die Hong Kong University of Science and Technology (HKUST) gehört zu den Top Universitäten in Asien und ist die neueste von insgesamt fünf in Hongkong. Das angelsächsische Bildungssystem wurde weitgehend erhalten, so dass fast immer in Englisch gelehrt wird. Von der Ausstattung kann man hier in Deutschland nur träumen, ganz abgesehen vom Swimmingpool und den unzähligen Sportmöglichkeiten auf dem Campus.
Die HKUST ist sehr international, so dass man Austauschstudenten und Doktoranden aus der ganzen Welt trifft. Der Unterrichtsstil ist entgegen mancher Vorurteile ähnlich wie bei uns. Die Studenten werden mit Fragen in die Vorlesung einbezogen, was die Atmosphäre offen macht. Auch der Arbeitsaufwand ist mit Deutschland vergleichbar. Zwar gibt es mehr Klausuren, dafür aber weniger Übungszettel. Das Niveau ist, gerade in den Undergraduate-Kursen, eher etwas unter dem in Deutschland.
Die gesamte Stimmung an der HKUST mit häufigen Interviewterminen großer Firmen und Präsentationskursen ist mehr auf direkte Ausbildung für den Arbeitsmarkt ausgerichtet.

Teurer Wohnraum, günstige Klamotten
Die meisten Austauschstudenten kommen über Partnerprogramme ihrer Uni mit der HKUST.
Für alle anderen gibt es die Möglichkeit, sich für ein bis zwei Semester als Visiting Student für zirka 3.000 Euro pro Semester einzuschreiben. Am besten man hat ein Stipendium von DAAD, der fast alles bezahlt. Ein TOEFL oder ähnliches ist nicht nötig. Allerdings muss man eine Menge Papiere ausfüllen und verschicken.
Die Wohnungen und sind in Hong Kong sehr teuer und ein Platz im Studentenwohnheim auf dem Campus ist ohne Kontakte schwer zu bekommen. Hat man es doch geschafft, kann man dort für 270 Euro pro Monat zu viert in einer WG wohnen und hat auch noch Breitbandinternet im Zimmer. Die sonstigen Lebenshaltungskosten sind eher geringer als in Deutschland, da es keine Mehrwertsteuer gibt. Gerade was Elektronik und Kleidung angeht, sollte man wenig mitbringen und alles dort kaufen.

Heißes Nachtleben
Da die HKUST neben dem Naturschutzgebiet Sai Kung liegt, kann man nach der Vorlesung für ein paar Hong-Kong-Dollar mit einer Dschunke auf eine kleine Insel fahren - und ist nach 30 Minuten am Strand. Auch beim Wandern durch die hügelige Landschaft kann man sich gut von Unistress erholen. Für das Nachtleben empfehle ich, nicht immer nur ins touristische "Lan Kwai Fong" und "Wanchai" auszugehen, sondern auch dorthin, wo nur die Hongkonger hingehen. Das ist vor allem der große Club Cybar. Alle Gerüchte, die man darüber hört, sind wahr!

Das Tor zu China
Hongkong ist ein sehr guter Ausgangspunkt für Reisen nach Südostasien. Flüge nach Singapur oder Thailand sind für etwas über 100 Euro zu haben. Am spannendsten ist aber China. So habe ich mir nach Ende des Semesters Rucksack und Zugticket gekauft und reiste einen Monat lang quer durch China.
Zwischen Boom und Unterentwicklung bin ich manchmal ganz schön durcheinander gekommen. Ich traf auf gesichtsverbrannte Bettler, die früher für 50 Euro im Monat in Fabriken gearbeitet haben, junge Wanderarbeiter, mit denen ich mit Feigen gesüßtes Holz gekaut habe, ein Staudamm, der Strom produziert wie zehn Atomkraftwerke, Rolexuhren für sieben Euro oder auch Golf spielende Studentinnen, die in 400 Meter hoch gelegenen Cocktailbars in Shanghai alles mit Papas Kreditkarte bezahlen. Dagegen habe ich mich, zurück in Hong Kong, schon fast wieder wie in der Heimat gefühlt.
Hong Kong und China sind faszinierend und aufregend, wenn auch manchmal schockierend. Wer mal raus möchte, um was zu erleben und dabei noch viel lernen will, ist hier genau richtig.

Hilfreiche Links

  • Hong Kong University of Science and Technology (HKUST) >>
  • HKUST International Student Office >>
  • HKUST Campus Tour >>

 

 

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